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Bekanntmachung.
Der von der Stadtverordneten-Versammlung nach einem
Beschlusse vom 8. Juni 1893 festgesetzte Plan für die
Straßen- und Bauflucht-Linie der Gartenstraße
und zwar von dem Grundstücke, Parzelle No. 551/55 im
Flur 15 ab, bis zum Grundstücke, Parzelle No. 858/72
im selben Flur, wird, nachdem die in meiner Bekanntmachung
vom 12. Juni 1893 zur Anbringung von Einwendungen
gegen die Festsetzung angesetzte Frist nach einer vierwöchent—
lichen Offenlegung des Planes am 15. Juli d. Is. abgelaufen
ist und Einwendungen gegen dieselbe nicht erhoben worden
sfind, auf Grund eines Beschlusses der Stadtverordneten⸗
Versammlung vom 25. Juli d. Is. und in Gemäßheit des
Z 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875, betreffend die Anlegung
und Veränderung von Straßen unter Festsetzung der neuen
Straßen⸗ und Baufluchtlinie hiermit förmlich fest—
gestellt.
Der der Festsetzung zu Grunde liegende Plan liegt von
heute in meinem Amtslokale offen.
Malstatt-Burbach, den 26. Juli 1893.
Der Bürgermeister.
Meyer.
Bekanntmachung.
Nach dem Beschlusse der Stadtverordneten-Versammlung
vom 25. Juli d. Is. ist die Straßen- und Bauflucht—
Linie für die Pfaffenkopfstraße, in Gemäßheit des
Gesetzes vom 2. Juli 1875 anderweit festgesetzt
worden.
Der bezügliche Plan wird nach 8 7 des vorgenannten
Gesetzes auf die Zeit von vier Wochen und zwar vom
1. August er. bis einschließlich 28. August d. Is.
zu Jedermanns Einsicht in meinem Bureau offen gelegt.
Einreden gegen den Plan sfind binnen der am 28. August er.
ablaufenden Präklusivfrist bei dem unterzeichneten Bürger⸗
meister anzubringen.
Malstatt-Burbach, den 26. Juli 18983.
Der Bürgermeister,
Meyer.
Personal-Chronik.
Die Lehrerin Varbara Leistenschneider zu Altenwald ist
an die katholische Schule zu St. Johann und
die Lehrerin Maria Dennenwald zu Waxweiler im
Kreise Prüm an die katholische Schule zu Altenkessel be—
rufen worden.
Zur Abhülfe der Futternoth und Wirthschaftsnoth.
Mittheilung der Ackerbau-Abtheilung der Deutschen
Landwirthschaftsgesellschaft
durch
Geheimen Regierungsrath Professor Dr. Orth.
In einer Jahreszeit, welche für die Futtererzeugung
ausschlaggebend ist, und in welcher unter normalen Verhältnissen
die kleeartigen Feld-Futterpflanzen und die Wiesen
reichlichen Ertrag zur Ernährung des Viehstandes und zur
Füllung der Vorrathsräume für die Winterperiode liefern,
ist gegenwärtig durch die anhaltende Dürre in Deutschland
und großen Theilen Europa's für die Viehhaltung ein
Nothstand so bedenklicher Art eingetreten, daß es für den
Landwirth und für den Staat in vielen Gegenden zu den
schwerwiegendsten Aufgaben gehört, rechtzeitig die Maßregeln
zu treffen, welche nach menschlichem Ermessen und unter
Voraussetzung der Wiederkehr günstiger klimatischer Verhält—
nisse eine wenn auch nur theilweise Abhülfe zu schaffen im
Stande sind. Es ist dabei nicht blos der Viehstand in
Gefahr, welcher gegenwärtig zum Theil zu Schleuderpreisen
verkauft wird, in einem anderen Jahre zu unerschwinglichen
Sätzen wieder erstanden werden muß, sondern es muß
naturgemäß die gesammte Düngerwirthschaft und der nach—
folgende Ertrag des Feldbaues durch derartige Mißverhält—
nisse für die Zukunft auf's Nachtheiligste beeinflußt werden.
Aus den bezeichneten Gründen erscheint es angezeigt,
daß der von mehreren Mitgliedern der Gesellschaft gegebenen
Anregung entsprechend, nachstehend auf die wichtigsten prak—
tischen Maßregeln kurz aufmerksam gemacht wird, welche im
einzelnen Falle dem Ermessen des denkenden Laudwirths
im eigenen Interesse empfohlen werden können. Es wird
dabei die größere Sicherheit oder Wahrscheinlichkeit des Er—
—I —
ders berücksichtigt werden müssen.
Wenn es überhaupt möglich ist, durch künstliche Wasser—
zufuhr die Pflanzenentwicklung mehr zu sichern, so ist zu
prüfen, wie weit dies ökonomisch ausgeführt werden kann
Aus der Gegend der Fulda wird mitgetheilt, daß durch ein—
maliges gründliches Unterwassersetzen einer Wiese von 18 ha
Fläche durch Dampfpumpe im Frühjahre bei noch nicht
Mark Unkosten pro ha eine vollständige Heuernte erzielt ist,
wo sonst fast nichts geerntet worden wäre. Beim Ver
pflanzen der Hackfrüchte wird namentlich in der Kleinwirth—
schaft ein wiederholtes Begießen der Pflänzlinge zur Siche—
rung derselben in trockner Zeit jedenfalls stattfinden müssen
Durch Ueberdüngen mit Stallmist und organischen Streu—
materialien läßt sich dem Austrocknen des Bodens entgegen—
wirken und das Wachsthum direkt fördern. Die umfangreiche
Verwendung von Ersatzstoffen für die Strohstreu sowoh
von Waldstreu, welche der Wald nicht regelmäßig, woh—
aber in Fällen der Noth hergeben muß und kann, wie von
der so wichtigen stark aufsaugenden Torfstreu wird für die
Viehhaltung und zur Erhaltung der Jauche um so noth—
wendiger beachtet werden müssen, je mehr in Verbindung
mit wenig Rauhfutter und Wurzel-⸗ und Knollengewächsen
neben dem erforderlichen eiweißreichen Kraftfutter sämmt—
liches Stroh für die Viehernährung zurückgelegt, der Ver
wendung zu Streu eutzogen werden muß. Der Schreiber
dieser Zeilen hat in Folge des futterarmen trocknen Jahres
1865 es selbst in eigener Wirthschaft erfahren, wie unter
Verwendung des sämmtlichen Strohes als Futter und mi
wenig Heu und Hackfrucht, unter Ersatz des nothwendigen
Eiweißes durch Kraftfutter es erreicht wurde, daß der
gesammte Viehstand von zwei Gütern wirthschaftlich erhalter
werden konnte, während viele Güter * ihres Viehstandet
verschleuderten und in der Düngerwirthschaft sehr zurückkamen
Die jetzt zur Einführung gekommene Torfstreu erleichter
dies, sowie die Erhaltung der Jauche und einer guten
Düngerwirthschaft in ganz anderer Weise, als es früher
möglich war. Mit 8 48g guter Torfstreu auf das Haup
Großvieh pro Tag, wie sie von den großen Werken ir
Hannover, Oldenburg, Ostpreußen, Bayern u. a. O. abge
geben wird, kann das Streustroh vollständig ersetzt ode
seine Verwendung auf ein Minimum beschränkt werden
Wenn 100 xg Torfstreu — 8,0 Mk. gerechnet werden, mach
dies 9 Pfennig pro Tag, während das Stroh jetzt icho