Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Bericht über das Ergebniß der im Jahre 1891 im Kreise Saarbrücken
ausgeführten Körungen der Zuchtstiere und Zuchteber.
Die in der rheinischen Körorduung vom 28. Mai 1839
vorgeschriebene Musterung der Zuchtstiere und Eber fand
in den einzelnen Gemeinden unseres Kreises während der
Monate Maͤrz, April und Mai statt.
Angemeldet waren im Ganzen 115 Stiere, angekört
wurden in nachfolgenden Gemeinden:
St. Johann .. 4Hof Großwalde.
Burbach .. 2Ober-Salbach
St. Arnual 2 Curhof ..
Güdingen . Nieder⸗Salbach
Bübingen .. Walpershofen
Kleinblittersdorf Herchenbach ...
Auersmacher. Lölln u. Rittenhofen
Rilchingen .. Hilschbach. ..
Wintringer Hof Hirtel . ..
Hartungshof. Sellerbach
Fechingen . Engelfangen
Bischmisheim Ueberhofen
Scheidt .. Guichenbach
Rentrisch . Püttlingen
Dudweiler. Völklingen
Sulzbach. Wehrden .
Altenwalde. Geislautern
Friedrichsthal Ludweiler.
Quierschied. Lauterbach
Wahlschiede. Carlsbrunn
Holz. .. St. Nicolas
Bietschiede. Naßweiler
Numborn. Großrosseln
Lummerschied Clarenthal
Kutzhof .. Gersweiler
Berschweiler Aschbacherhoff
Dilsburg .. Altenkessel .
Heusweiler .. Fürstenhausen .
Eiweiler. .. Summa ITI.
Hellenhausen
Nachgekört wurden im Laufe des Jahres:
in St. Johann. 7
in Fechingen.
in Puüttlingen
in Guichenbach.
auf Wintringerhof
in Dilsburg..

8 ẽ—Rere.

Die Frühjahrskörung ist durch Herrn Kreisthierarzt
Heinrichs und durch Unterzeichneten vorgenommen worden.
Sämmtliche vorgeführten Stiere wurden zur Zucht
tauglich befunden.

Nach den Berichten der Jahre 1889 und 1890 hat die
Stierhaltung im Kreise Saarbrücken um 24 bezw. 29
Stiere zugenommen. Immer mehr und mehr werden die
Stiere auf Kosten der Gemeinden gehalten und vom be—
sonderen Wärter in Gemeindestallungen gepflegt. Hiermit
geht eine Verbesserung der Viehzucht Hand in Hand, weil
es den Gemeinden leichter wird, wie dem Einzelnen, geeig⸗
nete Zuchtstiere anzuschaffen.
Die Race, die ihrer leichten Aufzucht wegen am meisten
gefällt und eingeführt wird, ist die Glanrace. Zur Zeit
befitzen schöne Exemplare die Gemeinden: St. Arnual, Püttlingen,
 Völklingen, Guichenbach, Cölln und Rittenhofen,
Berschweiler, Wahlschied, Holz, Carlsbrunn, Engelfangen
und Ludweiler. Richt überall findet die Einführung der—
selben begeisterte Anhänger, namentlich in einigen Orten,
die unmitlelbar an der Saar gelegen sind und einen schönen
kräftigen Schlag von Milch— und Arbeitsthieren besitzen.
Die Thiere der Glanrace find für fie zu schwach und im
Nutzen nicht ergiebig genug.
Die Schweinezucht hat sich seit vorigem Jahr nicht
wesentlich geändert. Viele Besitzer sind mit der einheimischen
hochbeinigen Race zufrieden, loben das gute Fleisch und die
große Freßlust derselben; berücksichtigen aber nicht, daß
Schweine englischer Race und Kreuzung viel leichter zu
halten sind und mit weniger Futter gemästet werden können.
Die Einführung englischer Schweine oder auch deren Kreu—
zungsprodukte wäre an vielen Orten wünschenswerth.
Saarbrücken, den 11. Januar 1882.
Mette,
stellvertr. Kreisthierarzt.

Saarbrücken, den 25. Januar 1892.

Der Königliche Landrath, Bake.
            
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