47
oder anderen Sendungen eintreffen, gilt selbstverständlich das
vorstehend Gesagte gleichermaßen.
Ein anderer Gegenstand, welcher dieselbe Gefahr, wie
solche Wäsche, in sich birgt und gleichfalls von dem Einfuhr—
verbot nicht getroffen wird, find das Stroh oder Heu und
andere ähnliche Stoffe, welche zur Verpackung von aus Ruß—
land eingeführten Waaren dienen und namentlich mit Sen—
dungen von Eiern in größeren Mengen anlangen. Denn
auch diese Stoffe können leicht durch Auswurfsstoffe Cholera—
kranker besudelt sein. Auch vor dem Umgehen mit ihnen
wird eindringlich gewarnt. Derartige Stoffe dürfen nicht
etwa zu anderm Dünger geworfen oder weiter zum Ver—
packen oder zu irgend einem sonstigen Zwecke verwendet,
sondern sollen sofort nach dem Auspacken vollständig ver—
brannt werden, und die Personen, welche das Auspacken
besorgt haben, sollen ebenfalls ihre Hände desinficiren und
vorher des Anfassens von eßbaren Dingen sich enthalten.
Der Regierungs-⸗Präsident.
J. V.: von Rosenberg-Gruszcezynski.
der Markt- und
Nachweisung
Laden-Preise im Regierungsbezirk Trier
pro Monat Juni 1892.
Saarbrücken. St. Johann.
Weizen, guter Sorte..
mittlerer
geringer
guter
mittlerer
geringer
gute
mittlere
geringe
guter
mittlerer
geringer
100 kg
do.
do.
do.
do.
do.
do.
do.
do.
do.
do.
dOo.
do.
do.
do.
do.
do.
do.
do.
1x*8
21 —
95
48
ĩ—
1—
24 —
52 —
975
520
Erbsen..
Bohnen .
Linsen.
Kartoffeln
Richt⸗Stroh
Krumm⸗
Heu. ...
Rindfleisch von der Keule
vom Bauch
Schweinefleisch ...
Kalbfleisch ..
Hammelfleisch.
Speck ger..
Eßbutter .
Eter,...
Weizenmehl Nr. 1,
Roggenmehl,,
Gerftengraupen.
Gerstengrütze..
Buchweigen⸗Grütze.
Hirse .. ..
Reis, Java mittlerer .
Kaffee, Java mittlerer roh.
gelber gebrannter
Speise⸗Salz —18
Schweine⸗ Schmalz. —W
Trier, den 7. Juli 1892.
Der Regierungs⸗-Präsident von Heppe.
o
Bekanntmachungen des Kgl. Landrathsamtes.
An der Landwirthschaftsschule zu Bitburg ist in Ver⸗
bindung mit der schon bestehenden Ackerbauschule seit 3. No—
U
vember 1884 eine Obstbauschule eingerichtet, welche be⸗
zweckt, junge Leute in der Obstbaumzucht wie auch im Ge—
müsebau theoretisch und praktisch auszubilden.
Das Hauptgewicht wird gelegt auf die praktische Aus—
bildung. Der theoretische Unterricht wird sich neben der
speziellen Fach-Disziplin nur auf solche Unterrichisgegenstände
erstrecken, welche zum Verständniß und zur Begruͤndung der
Obst- und Gemüsebaulehre unbedingt nothwendig sind.
In der Obstbaumzucht wird vorzugsweise betont werden:
Anzucht, Anpflanzung und Pflege der Obstbäume,
Sortenkenntniß und rationelle Verwerthung des Obftes, so—
wie die Erlernung sämmtlicher im Baumschulbetrieb vor—
kommenden Arbeiten.
Es wird von jedem Schüler verlangt, daß er sich durch
eigene Thätigkeit mit allen Manipulationen und Arbeiten
vertraut macht, so daß er sie später mit Sicherheit und
selbstständig ausführen kann.
Auf, diese Weise hat die Schule die Aufgabe, welche sie
sich bei ihrer Gründung stellte, für den Regierungs-Bezirk
Trier eine Anzahl gründlich ausgebildeter Baumwärter zu
gewinnen, bis jetzt im Allgemeinen erfüllt. Besonders haben
diejenigen Eleven, welche die Schule auf Grund von Staats
stipendien besuchten, zum größten Theil sofort nach ihrer
Entlassung aus der Schule eine Stellung als Obstbaum—
wärter gefunden.
Bislang genossen die Vortheile der Obstbauschule fast
ausschließlich junge Leute des Eifelgebietes, denen der Besuch
derfelhen durch die von dem Herrn Minister für landwirth⸗
schaftliche Angelegenheiten in Höhe von 356 Mark pro Jahr
und Schüler bewilligten Stipendien ermöglicht wurde.
Um auch hiesigen kreiseingesessenen jungen Leuten Ge—
legenheit zu geben, sich in der Obstbaumzucht und ins—
besondere als Baumwärter genügend auszubilden, soll für
den diesseitigen Kreis wie im Vorjahr so auch auf ein
weiteres Jahr eine Freistelle an der Obstbauschule in Bit—
burg eingerichtet werden, wofür die Kreisvertretung die er—
forderlichen Geldmittel im Betrage von 356 Mark bewilligt
hat. Es erscheint diese Kreisbeihülfe im Hinblick darauf
ausreichend, als der betreffende Schüler, welcher in Bitburg
für Kost und Logis nach den langjährigen Erfahrungen
monatlich 33 Mark oder für den elfmonatlichen Kurfus 869
Mark und für Beschaffung der nöthigen Geräte Echeere,
Messer, Säge, Spaten, Schaufel ꝛc.) 22 Mark, sowie für
Bücher, Hefte ꝛc. jährlich 20 Mark, im Ganzen pro Jahr
also 405 Mark zu zahlen hat, in den Freistunden noch Fach—
arbeiten, für deren Vermittelung die Schuldirektion bemüht
ist, gegen Entschädigung ausführen kann.
Jene Freistelle, worüber der Kreisausschuß demnächst
beschließen wird, soll, wenn angängig, mit Beginn des näch—
sten Wintersemesters besetzt werden.
Hierauf Reflektirende wollen ihre Meldungen schriftlich
unter Beifügung von Schulzeugnissen bis zum 15. Äugusi
d. J. an den Kreisausschuß einreichen.
Saarbrücken, den 80. Juli 1892.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
Bake.
Seitens der Kreisvertretung ist, wie in den Vorjahren
so auch für das laufende Rechnungsjahr zum Zwecke der
Ueberweisung von Stipendien an dem Kreise Saarbrücken
angehörige Schüler der Ackerbauschule zu Saarburg und der
landwirthschaftlichen Winterschule zu St. Wendel ein Kreis—
zuschuß von 480 Mark bewilligt worden