Auszug aus der Vacanzenliste
für Militair⸗Anwärer
Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
1) Vaufende Nummer. 2) Die Vacanz tritt ein: wann? wo?
bei welcher Behörde? 9) Nähere Bezeichnung der Stelle. 4 Be⸗
zeichnung der Anforderungen, welchean die Bewerber geftellt werden.
) Dauer: der etwa der. Anstellung vorangehenden Probezeit.
6) Ob die Anstellung auf debenszeit oder auf Kündigung erfotgt⸗
75* Betrag der zu bestellenden Kaution und ob dieselbe durch Ge—
haͤltsabzüge · gedeckt werden kann. 8) Einkommen der Stelle.
d) Ob Aussficht auf Verbesserungen vorhanden. 10) Bemerkungen.
1. 2) sofort, Aachen, Stadtverwaltung, 3) Oberfeuer⸗
mann bei der städtischen Feuerwehr, 4) Bewerber muß bei
den Pionieren gedient haben, gute Schulbildung und schöne
Handschrift besitzen, gesund, förperlich rüstig und gewandt
sein, und darf nicht über 30 Jahre alt sein, und ferner
vird verlangt gründliche kheorethische und praktische Aus⸗
bildung im Feuerlösche und Reltungsdienst, Vorkenntnisse
in der Einrichtung von Telegraphenleitungen, Befähigung
zum Telegraphiren, genaue Kenntniß .sämmtlicher Lösch—
geräthe und Utensilien und deren Anwendung, desgleichen
bezügiich der Handhabung und Konstruktion der Feuermelde⸗,
der Morse⸗ und Weckerapparate, sowie der Hydranten und
Schieber der städtischen Wasserleitung, Ablegung einer schrift⸗
lichen und mündlichen Prüfung über die verlangten Fähig—
keilen beim Antritt der Stelle, desgleichen“ einer praktischen
Prüfung über Gewandtheit im Turnen und Steigen, 5) 6
Hlonate, 6) auf 8 monatige Kündigung, 7) —, 8) 900 4
pro Jahr, außerdem freie Dienstwohnung und Dienstkleidung,
D) ja, je nach den Leistungen und nach längerer Dienstzeit,
10) die Bewerbungen find mit selbstgeschriebenem Lebens⸗
lauf, Civilversorgungsschein und Zeugnissen über die bis—
herige Thätigkeit, sowie mit ärztlicher Bescheinigung über
den Gesundheitszustand, unter Angabe des Zeitpunktes, zu
welchem der Dienstantritt erfolgen kann, innerhalb 6 Wochen
Tn das Ober-Bürgermeisteramt Aachen einzureichen.
2. 2) 1. Juli 1891, Aachen, Königl. Polizeidirektion,
3) Schutzmann, 4) Nüchternheit, Energie, gutes moralisches
Verhaiten, korperliche Gesundheit und Rüstigkeit, gutes Auf⸗—
fassungsvermögen und genügende Gewandtheit in der schrift⸗
lichen Darstellumg, auch müssen die Bewerber schuldenfrei
sein,5) 6 Monate, 6) zunächst probeweise, eventuell später
definitib, d. i. auf Lebenszeit. 7) keine, 8) 1000 M. Gehalt,
180 A Wohnungsgeldzuschuß und freie Dienstkleidung (Uni—
form), 9) ja, durch sukzessives. Aufrücken in die höheren
Gehaltsklassen bis zum Höchstgehalt von 1500 M, daneben
bleibt die Höhe des Wohnungsgeldzuschusses und die freie
Uniform unverändert, 10 während der Probezeit wird der
Wohnungsgeldzuschuß nicht gezahlt, sondern nur eine Re—
muneration in Höhe des Anfangsgehalts der Schutzleute
von, 1000.4.
3. 2) sofort, Cöln, Ober-Bürgermeisteramt, 8) wissen⸗
schaftlicher Huͤlfsarbeiter für das statistische Büreau (Sekre—
frelair ill. Klasse), 4) Fertigkeit in der Stenographie, Vor—
bildung in statistischen Arbeiten und wissenschaftliche Vor—
bildung, 5) 6 Monate, 6) die Anstellung exfolgt auf gegen⸗
seitige ZRmonatige Kündigung, während der Probezeit 14 tägige
Köndigung, 7) —, 8) während der Probezeit 150 4
Diaten monatlich, nach der Anstellung 2000 MAb. Gehalt,
steigend bei zufriedenstellenden Leistungen von 3 zu 8 Jahren
um' je 160 4 bis zum Höchstbetrag von 2800 A, 9)
durch Aufrücken in eine höhere Gehaltsklasse nach Maßgabe
des Dienstalters und der Diensttüchtigkeit, 10) der Meldung
ind Lebenslauf und Zeugnisse,sowie der Civilversorgungs⸗
chein beizusüugen. J anu.
4. 5) 1. Juli 1891, Cöln, Ober-Bürgermeisteramt,8)
Stadtdiener, 4) Elementarschulkenntnisse, 5) 6 Monate,“ 6)
vährend der Probezeit auf 14 tägige Kündigung, nach der
Unstellung auf gegenseitige 3monatige Kündigung, jedoch
mit Penfionsberechnung, 7) 500 bis 1000 MAb, 8) während
der Probezeit monatlich 90 M. Diäten, später e
Aufangsgehalt, welches von 2.30 2 Jahren durch Alters⸗
zulagen von je 100 MA. bis zum Höchstbetrage von 1700 46
steigtl, 9) —, 10) der Anzustellende ist verpflichtet, Dienst⸗
uniform zu tragen, welche er aus seinen Mitteln zu be—⸗
schaffen und zu unterhalten hat, den Meldungen sind Lebens⸗
auf, Zeugnisse und Civilversorgungsschein beizufügen.
5. 2) 1. September 1891, Köln (Rhein), Postamt 1,
8) Postschaffner, 4) Elementarschulbisdung, 5) 6 Monate,
6) auf Awochige Kuündigung, 7) 400 46, tann durch Ge⸗
haltsabzüge gebildet werden, 8) 900 4. Gehalt und 180 —
Wohnungsgeldzuschuß, 9) das Gehalt steigt bis 1500 4
jährlich, 10) Bewerbungen sind an die Ober-Postdirektion
Cöln (Rhein) zu richten.
6.2) sofort, noch unbestimmt, Königl. Eisenbahn-Bef
triebsamt Coblenz, 8) Stationsaspirant, 4) Bewerber dürfen
das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben und, müssen
sörperliche Rüstigkeit, namentlich auch normales Hör⸗ und
Sehvermögen besitzen; Befähigung zur Anfertigung eines
fehlerlosen deutschen Aufsatzes sowie zum Rechnen in den
dier Spezien und mit gewöhnlichen und Dezimalbrüchen
erforderlich; ferner muß Bewerber einige geographische
stenntnisse insbesondere von Deutschland und denan⸗
grenzenden Ländern besitzen, 5) 1 Jahr, 6) nach zurink⸗
jelegter 1jähriger Probedienstzeit zunächst auf 4wöchige
zündigung, 7) nach abgelegter Prüfung zum Stationsassiftenten
V00 Ab, welche durch Gehaltsabzüge gedeckt werden
tann, 8) zunächst 95.4 Monatsbesoldung und je nach dem
Stationsorte von 5 bis 154. monatliche Ortszulage; nach
Jahre 110 M. unter Ermäßigung bzw. Fortfall der Orts—
zulage; als Stationsdiätar nach 2 Jahren monatlich 120 4.
und nach 8 Jahren 125 M. Monatsbesoldung, 9) bei etats⸗
mäßiger Anstellung als Stationsassistent von 1600 bis
220046. Gehalt nebst Wohnungsgeldzuschuß oder Dienst⸗
wohnung; als Stationsvorsteher II. Klasse von 1800 bis
2600 MWN. Gehalt und als Stationsvorsteher J. Klasse von
2100 bis 8200 .4 Gehalt nebst Wohnungsgeldzuschuß bder
Dienstwohnung, 10) Bewerber müssen sich einer Nerpedsunn
anterziehen und nach beendeter Probedienstleistung die Prüfe
ung zum Stationsafsistenten und später eventuell diejenige
zum Stationsvorsteher ablegen; Befitz des Civilversorgungs⸗
scheins erforderlihh. —
7. 9) 1. August 1891, wird bei der Einberufung be—
stimmt, 8) Landbriefträger, 4) Elementarschulkenntniffe und
körperliche Rustigkeit, 5) 6 Monate, 6) auf 4wöchige Kün—
digung, 7) 200 MA. kann durch Gehaltsabzüge gebildet
werden, 8) 650 M. und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß,
9) ja, 160) Bewerbungen sind an die Ober-Postdirektion
Coblenz zu richten.
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Saarbrücken, den 1. Juni 18091.
Der Koönigliche Landrath Dr. zur Nedden.
Redaclion des nicht⸗amtlichen Theils. Druck und Verlaa von Gebrüder Hofer in Saarbrücken.