Gleichzeitig wird Termin zur mündlichen Erörterung
der rechtzeitig erhobenen Einwendungen von mir auf
Militwoch den 25. September 1889, Morgens 9 Uhr
in meinem Amtslocale anberaumt mit dem Eröffnen, daß im
Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder des Wider—
sprechenden gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen
wird vorgegangen werden.
Sulzbach, den 29. August 1889.
Der Bürgermeister, beurl.
J. V.: Der J. Beigeordnete
Bekanntmachung des Kgl. Landrathsamtes.
Nachdem der seitherige Impfarzt, Herr Dr. Schütz von
Sulzbach verzogen ist, wurde Seitens des Kreisausschusses
durch Beschluß vom 29. August d. Is. dem Königlichen
Kreiswundarzt, Herrn Sanitätsrath Dr. Langguth zu Sulz⸗
bach die Aussührung des Impfgeschäfts in der Bürgermeisterei
Sulzbach unter Beibehaltung der bisherigen Impfstationen
übertragen, was hiermit zur öffentlichen Kenntaiß gebracht wird.
Saarbrücken, den 2. September 1889.
An der Landwirthschaftsschule zu Bitburg ist in Ver—
bind ung mit der schon bestehenden Ackerbauschule seit 8. No—
vember 1884 eine Obstbauschule eingerichtet, welche be—
zweckt, junge Leute in der Obstbaumzucht, wie auch im Ge—
müsebau theoretisch und praktisch auszubilden.
Das Hauptgewicht wird gelegt auf die praktische Aus—
bildung. Der theoretische Unterricht wird sich neben der
speciellen Fach-Disciplin nur auf solche Unterrichtsgegenstände
erstrecken, welche zum Verständniß und zur Begründung der
Obfst- und Gemüsebaulehre unbedingt nothwendig sind.
In der Obstbaumzucht wird vorzugsweise betont werden:
Anzucht, Anpflanzung und Pflege der Obstbäume, Sorten⸗—
kenntniß und rationelle Verwerthung des Obstes, sowie die
Erlernung sämmtlicher im Baumschulbetrieb vorkommenden
Arbeiten.
Es wird von jedem Schüler verlangt, daß er sich durch
eigene Thätigkeit mit allen Manipulationen und Arbeiten
vertraut macht, so daß er sie später mit Sicherheit und
selbstständig ausführen kann.
Auf diese Weise hat denn auch die Schule die Aufgabe,
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welche sie sich bei ihrer Gründung stellte, für den Regier—
ungsbezirk Trier eine Anzahl gründlich ausgebildeter Baum—
wärter zu gewinnen, soweit dies bei der Kürze ihres Be—
stehens möglich war, im Allgemeinen erfüllt. So haben
diejenigen Eleven, welche die Schule auf Grund von Staats—
sttipendien besuchten, zum größten Theil sofort nach ihrer
Entlassung aus der Schule eine Stellung als Obstbaum—
wvärter gefunden. Die schnelle Anstellung der ausgebildeten
Baumwaͤrter beweist einerseits, daß ein Bedarf an tüchtigen
Obstbaumwärtern im Regierungsbezirke noch besteht und
andererseits, daß das Publikum den an der Obstbauschule
ausgebildeten Baumwärtern Vertrauen entgegenbringt.
Bislang genossen die Vortheile der Obstbauschule aus—
scchließlich junge Leute des Eifelgebietes, denen der Besuch
derselben durch die von dem Herrn Minister für landwirth—
schaftliche Angelegenheiten in Höhe von 856 Mk. pro Jahr
und Schüler bewilligten Stipendien ermöglicht wurde.
Um auch hiesigen kreiseingesessenen jungen Leuten Ge—
legenheit zu geben, sich in der Obstbaumzucht und insbe—
sondere als Baumwärter genügend auszubilden, soll für den
diesseitigen Kreis versuchsweise eine Freistelle an der Obst—
bauschule in Bitburg eingerichtet werden, wofür die Kreis—
vertretung die erforderlichen Geldmittel im Betrage von 356
Mk. vorläufig auf ein Jahr bewilligt hat. Es erscheint diese
sKtreisbeihülfe im Hinblick darauf ausreichend, als der betref—
fende Schüler, welcher in Bitburg für Kost und Logis nach
den langjährigen Erfahrungen monatlich 33 Mk. oder für
den elfmonatlichen Cursus 363 Mt. und für Beschaffung
der nöthigen Geräthe (Scheere, Messer, Säge, Spaten,
Schauffel ꝛc) 22 Mk, sowie für Bücher, Hefte ꝛc jährlich
20 Mk., im Ganzen pro Jahr also 405 Mk. zu zahlen hat, in
den Freistunden noch Facharbeiten, für deren Vermittelung die
Schuldirektion bemüht ist, gegen Entschädigung ausführen kann.
Jene Freistelle, worüber der Kreisausschuß demnächst
beschließen wird, soll, wenn angängig mit Beginn des näch—
sten Wintersemesters besetzt werden.
Hierauf Reflektirende wollen ihre Meldungen schriftlich
unter Beifügung von Schulzeugnissen bis zum 22. Sep—
tember d. J. dem Unterzeichneten einzureichen.
Saarbrücken, den 83. September 1880.
Saarbrücken, den 2. September 1889.
Der Königliche Landrath Dr. zur Nedden.
Deffentlicher Anzeiger.
Kunslt-, Gewerbe-& Industrie⸗
J 2 0
Ausstellung in Trier,
verbunden mit einer historischen Abteilung kunst⸗
gewerblicher Gegenstände aus der romanischeit,
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gothischen und der Renaissance Zeit.
Vom 31. Juli bis 30. September. ⸗
Nach der Ausstellung findet eine
Verlosung
von Gegenständen der Ausstellung statt. Wert des 1. Haupt⸗
gewinnes 2000 Mark, der des geringsten Gewinnes 10 Mark.
Liehung spätestens am 15. Oktober d. J. Los zu
1 Mark, 11.Stück zu 10 Mark, in der Ausstellung und bei
Herrn Kaufmann Sehmitt- Tormes. Trier 56
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