Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Nr. 40.

Montag, den 23. Juli
Bekanntmachungen der Central-Behörden.
Auf den Bericht vom 19. Juni d. J. will Ich dem
wiederbeifolgenden, von dem Provinziallandtage der Rhein⸗
provinz zur Ausführung der 88 46 und 47 der Provinzial⸗
ordnung für die Rheinprovinz vom 1. Juni 1887 beschlos⸗
senen Provinzialstatute vom 17. d. M. hierdurch Meine
Genehmigung ertheilen.
Berlin, den 26. Juni 1888.
gez. Wilhelm R.
Für den Minister des Innern.
ggez. von Goßler.
An den Minister des Innern.
Statut
ur den Provinzialverband der Rheinprovinz zur Ausführung der
88 46 und 47 der Verinlictudnuna vom 1. Juni 1887.
Der Provinzial-Ausschuß der Rheinprovinz besteht
außer dem Vorsitzenden und dem Landesdirektor aus 18
Mitgliedern. 82.
Für jedes der 13 Mitglieder des Ausschusses wird ein
Stellvertreter gewählt, welcher im Falle der Behinderung
desjenigen Mutgliedes, zu dessen Vertretung er gewählt
worden ist, einberufen wird.
Ein einmal einberufener Stellvertreter bleibt für die
hetreffenden Sitzungstage Mitglied des Ausschusses.
So beschlossen in der Sitzung des Provinziallandtages
vom 17. Juni 1888.

1888

Bekanntmachung der Provinzial-Behörden.
Um die Angehörigen der Zöglinge der Königlichen
Schullehrer und Lehrerinnen-Seminare sowie
der Königlichen Präparanden-Anstalten in den
Stand zu setzen, die Unterhaltungskosten für die Schüler
bezw. Schületinnen ihren Verhältnissen und dem Bedürf—
niß entsprechend zu berechnen und abzumessen, bringen wir
solgende Zusammenstellung der für die Zöglinge in den
einzelnen Änstalten aufzuwendenden Kosten so vie den Durch—
schnittssatz der zur Verfügung stehenden Unterstützungen
aus Staatsfonds in Verfolg unserer Bekanntmachung vom
13. August 1886 — 6176 8. 0O. — zu allagemeiner
Kenntniß:
J. Regierungs-Bezirk Aachen.
1. In dem als Internat eingerichteten Seminar
zu Cornelimünster beträgt der zu zahlende Ver—
pflegungssatz fiür den Tag 1,02 Mk., die Erhebung
des Verpflegungsgeldes geschieht dreimal im Jahr
und zwar am 20. Dezember, am Donnerstag vor
Palmsonntag und Anfangs Auguft jeden Jahres.
Für Lehr- und Lernmittel sind beim Eintritt 60
Mk. in jedem folgenden Jahre 25 bis 80 Mik. auf—
zuwenden.
Der Durchschnittssatz der von der Anstalt ge—
währten Unterstützungen beträgt 90 Mk. für Kopf
und Jahr.
In dem Seminar-Externat zu Linnich be—
trägt der von den Zöglingen zu zahlende Pensions—
preis (für Kost und Wohnung) 89 bis 45 Mt. für
den Monat.
Die Aufwendungen für Lehrmittel betragen, wie
bei dem Seminar zu Cornelimünster, im Durchschniti
40 Mt. jährlich.
An Unterstützungen werden 140 bis 150 Mk. im
Jahr durchschnittlich gewährt.
II. Regierungs-Bezirk Coblenz.
. In dem Seminar-Internat zu Boppard
ftellen sich die Ausgaben für den einzelnen Zögling
a. für Kostgeld auf 285 Mk.,
b. für Lehr- und Lernmittel auf 28 Me. durchschnitt⸗
lich im Jahr.
Der Unterstützungssatz für Kopf und Jahr beträgt
im Durchschnitt 90 Mark.
2. In dem Seminar-Externat zu Münstermai—
feld beläuft sich der Verpflegungssatz für Kopf und
Jahr einschließlich der Aufwendungen für Heizung
und Licht auf durchschnittlich 373 Mk.
Der jaäͤhrliche Bedarf an Lehr- und Lernmitteln
beträgt für den Zögling etwa 50 Mk.

Postverkehr mit Deutsch-⸗Sudwest⸗Afrika.
In Otyimbingue, dem Sitz des Reichskommissars für
Deutsch-Südwest-Afrika, wird am 1. Juli d. Is. eine kai⸗
erliche Postagentur eingerichtet, welche unter den für den
Weltpostverkehr geltenden Bedingungen den Austausch von
gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefsendungen mit dem
südwestafrikanischen Schutzgebiet vermittelt. Die Beför—
derung der Sendungen im Verkehr mit der genannten Postanstalt
 erfolgt auf dem Wege über Capstadt und Walfischday.
 Es empfiehlt sich, die Briefaufschriften mit dem Zu⸗
jatze „via Capstadt“ zu versehen.
Für Sendungen aus Deutschland nach dem Schutzgebiet
beträgt das Porto
für Briefe 20 Pf. für je 15 8,
für Postkarten 10 Pf.,
für Drücksachen, Waarenproben nund Geschäftspapiere 5
Pf. für je 50 g, mindestens jedoch für Waarenpro⸗
ben 10 Pf. und für Geschäftspapiere 20 Pf.
Zu diesen Sätzen tritt u. U. die Einschreibgebühr von 20 Pf.
Berlhin W., 21. Juni 1888.
Der Staatsekretair des Reichs-Postamts.
von Stephan.
            
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