Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Posidampferlinie im Mittelmeer vom 26. Januar ab, gemäß
des früher veröffentlichten Fahrplans, von Triest über Brin—
disi noch Alexandrien stattfinden. Die Abfahrt der Deut—
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wie bisher, Donnerstags, fondern Freitags früh, zum ersten
Mal am 28. Januar. Briefsendungen, welche diesen Post—
dampfern in Brindisi zugeführt werden sollen, müssen so
zeitig zur Einlieferung gelangen, daß sie spätestens mit den
Bahnposten in den nachbezeichneten Zügen versandt werden
können:
1. aus München an jedem zweiten Mittwoch um 10,45
Vorm. nach Kufstein (zum ersten Mal nach Ostasien
am 26. Januar, nach Australien am 9. Februar),
aus Frankfurt (Pain) an jedem zweiten Dienstag um
9,40 Abends nach Basel (zum ersten Mal am 285.
Januar bz. 8. Februar),
aus Straßburg (Elsaß) an jedem zweiten Mittwoch
um 3,47 früh nach Basel (zum ersten Mal am 26.
Januar bz. 9. Februar).
Die Absendung aus Berlin mnß hiernach spätestens
an jedem zweiten Dienstag um 8,0 Abends erfolgen (zum
ersten Mal am 25. Januar bz. 8. Februar).
Berlin W., 22. Janunar 1887.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamis.
von Stephan.
Belohnung.
Am Sonntag, den 28. November 1886, an welchem
Tage hier der 16er Commers gefeiert wurde, ist der Ar—
beiter Ferdinand Hillebrandt, der sich, von einem Tanzver—
gnügen aus der Wirthschaft von Schreiber (Viehmarkt) zu—
rückkehrend, in Begleitung seiner Schwester und einer Freun—
din derselben befand, Nachts zwischen 11 und 12 Ühr in
Dortmund in der Nähe der Herberge zur Heimath über
den Burgwall, den Schwanenwall, die Schwanenst aße und
die Weißenburgers- bis in die Körnebachstraße von 2 Wän—
nern verfolgt, von dem größeren derselben im Eingang der
Körnebachstraße erschossen und wahrscheinlich von beiden
Personen beraubt.
Am 2. Dezember 1886 ist der Handelsmann Ziphau—
sen von Aachen in angetrunkenem Zustande in die Weißen—
burgerstraße verschleppt, von 2 Männern seiner Uhr beraubt
und vor weiteren Rachtheilen nur durch das Dazwischen—
kommen eines Eisenbahnbeamten gerettet.
Ter an dem Morde am 38. November betheiligte
Hauptthäter wird als ein großer Mann (etwa 1,75 m) mit
kräftiger schlanker Statur geschildert. Er war mit einem
sehr langen feinen Ueberzieher bekleidet und trug einen
kleinen runden Hut und einen schwarzen Stock. Wahrschein—
lich ist er mit einem Manne identisch, der am 28. Novem—
ber Nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr auf der Brückstraße
in Begleitung von 8 anderen Männern mit einem Revol—
der in der Hand gesehen wurde und mit seinen Begleitern
in die Wirthschaft von Bieler ging. Dieser wird als ein
Mann mit rundem vollem Gesichte, frischer Gesichtsfarbe,
rothen Backen und kleinem blonden Schnurrbart beschrieben;
er war etwa 1,78 mm groß, trug einen sehr langen Ueber—⸗
zieher und auf einer Seite desselben einen weißen Tanzorden
 mit weißer Oese und rothem Bande.
Der Gehülfe bei dem Morde ist nicht näher bezeichnet,
er ist kleiner als der Hauptthäter (etwa 50 3“). und von
etwas gedrungener Statur.
Der an dem Straßenraube betheiligte Hauppthäter

3.

wird als ein großer Mann von etwa 1,78 m mit rundem
vollem Gesicht, ziemlich frischer Gesicktsfarbe, hellblondem
kleinem Schnurrbarte beschrieben, er scheint 26—27 Jahre
alt zu sein, trug einen kieinen runden Hut von dunkler
Farbe mit schmaler Krempe.
Der Gehülfe bei dem Raube ist etwa 5 Fuß groß,
hat ein bilasses hageres Gesicht, kränkliches Aussehen, scheint
30 — 32 Jahre alt zu sein und trug einen dunklen Vollbart,
seine Backenknochen stehen hervor. Er trug einen Hut,
ähnlich wie der Hauptthäter und einen flockigen Ueberzieher,
anscheinend von schwerem Stoffe.
Es wird vermuthet, daß beide Verbrechen von densel—
ben Personen verübt sind.
Die Königliche Regierung zu Arnsberg hat für die Er—
mittelung und Verhaftung des Hauptthäters eine Belohnung
von 500 (fünfhundert Mark), sür Ermittelung und Ergrei—
fung des Gehülfen eine solche von 150 Mark (einhundert
und fünfzig Markh) ausgesetzt.
Sosern ceide Verbrechen nicht von denselben Personen
begangen sind, ist für die Ermittelung und Verhaftung
jedes Hauptthäters eine Belohnung von 500 Mark und
für die Ermittelung und Verhaftung jedes der Gehülfen
eine Belohnung von 150 Meark ausgejetzt.
Soweit mehrere Personen an der Ermittelung und
Verhaftung der Thäter mitwirken, wird die Königliche Re—
giernug zu Arnsberg die Belohrung nach ihrem Ermessen
angemessen vertheilen.
Mittheilungen, welche sich auf die Ermittelung und
Verhaftung der Thäter beziehen, sind an die Staatsauwalt—
schaft, den Untersuchungsrichter oder die Polizeibebörde zu
richten.
Dortmund, den 27. Janvar 1887.
Der Erste Staatsanwalt.

Bei der am 9., 10. und 11. November v. Is. statt—
gehabten statutenmäßigen Neuwahl der drei Vertreter der
Vereinsgenossen im Knappschaftsvorstaode für die Wahlpe—
riode 1887 bis mit 1889 sind die bisherigen Väglieder
für den J. und II Wablbezirk, Knappschaftsältester Peter
Altmeyer 32. zu Riegelsberg und Obersteiger Jakob Jüsgst
in Dudweiler, wiedergewählt worden, dagegen fiel die Neu—
wahl im III. Wahlbezirke auf den Obersteiger Karl Schnei⸗
der zu Heinitz.
Weiter ist durch die Verfügung des Königlichen Ober—
bergamtes in Bonn vom 28. Dezember v. J. — J. 7078/86
— der Bergwerksdirektor Karl Lybold in Sulzbach an
Stelle des durch seine Versetzung ausgeschiedenen Oderberg—
rathes Breuer zum Vertreter des Werkseigenthümers im
Knappschaftsoorstande ernannt worden.
Der Knappschaftsvorstand hat sich darauf in seiner
heutigen Sitzung gemäß der Bestimmung in 8 64 des
Knappschaäftsstatuts vom 26. Juli 1872 neu constituirt und
zu seinem Vorsitzenden den Bergrath Hermann Prietze zu
Neunkirchen, sowie zu dessen Stellvertreter den Bergrath
Heinrich Zix in Ensdorf gewählt.
Saarbrücken, den 20. Januar 1887.
Der Vorstand des Saarbrücker Knappschaftsvereins.

Versonal-Chronik.
Der Regierungs-Assessor von Groote ist dem Regie—
rungs-Collegium in Trier überwiesen und am J1. d. Mis
in dasselbe eingeführt worden.
            
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