Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Saarbrücker

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Amtliches Anzeigeblatt für

Nr. 25.

Montag, den 21. Juni

ISSG.

Ausschnitt aus Nr. 22 (Hauptblatt) der Zeitung „Die Post“. Berlin,
den 23. Januar 1885. Verantwortlich als Redakteur Dr. R. Dietze.
F. Geheimmittel-Schwindel.
Unter dem Namen „Swagatin Zahnschmerz-Paste“
wird durch eine in sieben verschiedenen Sprachen gedruckte
Bebrauchsanweisung ein Mittel angepriesen, welches bei
hohlen Zähnen angewandt, jeden Schmerz sofort und für
immer beseitigen soll. Ein von einem Holzbüchschen um—
leidetes Gläschen mit diesem Präparat, welches zum Laden—
preise von 60 Pfg. auf polizeiliche Veranlassung in dem
Drogquen-Geschäft von Schwarzlose Söhne, Markgrafen—
straße 29, hier angekauft worden ist, enthielt, wie die che—
mische Untersuchung ergeben hat, „entwässerten Borax“ in
einer Quantität, deren Werth noch nicht einen halhen Pfen—
nig beträgt. Im Interesse und zur Warnung des Publiums
 sind wir in den Stand gesetzt, diese Thatsachen zu
oeröffentlichen.

Solches wird hierdurch zur Warnung für das Publiknm
zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Berlin, den 25. Mai 1885.
Königliches Polizei⸗Präsidium.
In Vertretung:
(gez.) Friedheim.

Ausschnitt aus Nr. 205 des Berliner Intelligenzblatts vom 3. Sept. 1885
Bekanntmachung.
Eine amtlich angeordnete sachverständige Prüfung des
von Richard Mohrmann, Hausvogteiplatz 8a, unter der
Bezeichnung „Zahnrenovator“ vertriebenen Mittels hat er—
geben, daß dasselbe als pfeffermünzölhaltige, mäßig starke
Salzsäure zu erachten ist.
Dieses Mittel ist nicht geeignet, die Zähne zu er—
halten, sondern zerstört dieselben.
Zur Warnung für das Publikum wird Vorstehendes
hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Berlin, den 31. August 1885.
Königliches Polizei⸗Präsidium.
In Vertretung:
(gez.) Friedheim.

Ausschnitt aus Intelligenz« Blatt vom 7. Mai 1885 Nr. 1085.
Bekanntmachung.
Die amtlich veranlaßte sachverständige Untersuchung
der beiden Geheimmittel, welche der Kellner Max Falken⸗
herg, hierselbst, Rosenthalerstraße 62, wohnhaft, gegen
Trunksucht in der Tagespresse empfiehlt und in zwei ungleich
zroßen Blechbüchsen zum Preise von zusammen 10 Mark
deckauft, hat ergeben, daß die größere Büchse 313 Gramm
Enzianwurzelpulver, die kleinere Büchse 6C6 Gramm Calmus-—
wurzelpulver enthält, und der Werth der Mittel nicht 10
Mark, sondern nur 61 Pfennige (52 Pfennige Enzian—
wurzelpulver und 9 Pfennige Calmuswurzelpulver) beträgt.
Da die beiden obenbezeichneten Mittel keinerlei Heilkraft
zegen Trunksucht besitzen, so wird solches zur Warnung
des Publikums hierdurch zur öffentlichen Kenniniß gebracht.
Berlin, den 1. Mai 1888
Königliches Polizei-Präsidium
(gez.) von Madai.

Bekanntmachungen der Central-Behörden.
Aufforderung zur Bewerbung um ein Stipendium der Jakob Saling'schet
Stiftung.
Aus der unter dem Namen „Jakob Saling'sche Stif—
tung“ für Studirende der Königlichen Gewerbe-Akademie
jetzt Fach-Abtheilung III und IV der Königlich technischer
Hochschule in Berlin begründeten Stipendien-Stiftung ist
vom 1. Oktober d. Is. ab ein Stipendium in Höhe vop
600 Mark zu vergeben.
Nach dem durch das Amisblatt der Königlichen Regie—
rung zu Potsdam vom 9. Dezember 1864 veröffentlichten
Statute sind die Stipendien dieser Stiftung von dem frü—
heren Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentlichen
Arbeiten und nachdem das rechnische Unterrichtswesen vom
1. April 1879 ab auf das Ressort des Ministeriums der
geistlichen ꝛc. Angelegenheiten übergegangen ist, von dem
Minister der geistlichen, Unterrichtss und Medizinal-Ange—
legenheiten an bedürftige, fähige und fleißige, dem Preußi—
schen Staatsverbande angehörige Studirende der genannten
Anstalt auf die Dauer von drei Jahren unter denselber
Bedingungen zu verleihen, unter welchen die Staats⸗Stipen—
dien an Studirende dieser Anstalt bewilligt werden.
Es können daher nur solche Bewerber zugelassen wer—
den, welchen, wenn sie die Abgangsprüfung auf einer Ge—
werbeschule abgelegt haben, das Praͤdikat „mit Auszeichnung
bestanden“ zu Theil geworden ist, oder, wenn sie von einer
Realschule oder einem Gymnasium mit dem Zeugniß der

Ausschnitt aus dem Intelligenz⸗Blatt vom 27. Mai 1885 Nr. 120.
In der Tagespresse wird gegenwärtig unter dem Namen
„Homeriana⸗-Thee“ ein angeblich gegen Lungen⸗, Halsleiden
und Asthma wirksames Geheimmittel angepriesen, welches
von dem Agenten A. Wolffsky, Alte Jakobstraße 983 hier—
selbst wohnhaft, in Päckchen mit 65 Gramm Inhalt bei
zinem Werthe von 5—6 Pfennigen für den Preis von 1,20
Mark verkauft wird und nach dem Ergebniß der amtlich
oeranlaßten sachverständigen Untersuchung lediglich aus
Vogelknöterich besteht, wie er auf allen Wegen und namentlich
 auch oft in wenig verkehrsreichen städtischen Straßen
wischen den Pflastersteinen wächst.
Eine spezifische Heilwirkung hat das oben genannte
ktraut nicht.
            
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