Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Aushebungs⸗Geschäftes wird mit Geldbuße bis zu 15 Mark
ober entsprechender Haft bestraft.
Die Herren Bürgermeister und Ortsvorsteher wollen
für mehrmalige ortsübliche Publication dieser Bekanntmach—
ung und namentlich auch dafür Sorge tragen, daß Nie—
mand für irgend eine Unterlassung im Termine Unwissen⸗
heit vorschüten kann.
Gleichzeitig wird hierbei bemerkt, daß die Herren
Bürgermeister an sämmtlichen Geschäftstagen im Ter⸗
nine zu erscheinen haben, falls nicht deren vorherige Dis—
hensirung hiervon durch den Unterzeichneten erfolgt ist.
Saarbrücken, den b. Juni 1884.

Unter Bezugnahme auf meine, das diesjährige Aus—
hebungsgeschäft betreffende Bekanntmachung vom heutigen
Tage, ersuche ich die Herren Bürgermeister, mir
1. ein Verzeichniß der bei dem Ober⸗Ersatz⸗Geschäfte
gleichzeitig concurrirenden Brüder und
eine Nachweisung derjenigen Gestellun gspflichtigen,
welche entweder in Untersuchung befindlich sind, oder
die über sie verhängte Strafe noch nicht verbüßt
haben, mit Angabe des betreffenden Urtheils und der
Dauer der erkanuten Strafe
spätestens bis zum 20. d. Mts. einzureichen.
Saarbrücken, den 8. Juni 1884.

*

Personal-Chronik.

Der Lehrer Friedrich Keller zu Hosterhof, im Kreise
Ditweiler, ist an die evangelische Schule zu Saarbrücken.
im Kreise gleichen Namens berufen worden.
Der Lehrer Jakob Schahn zu Malstatt Burbach, im
streise Saarbrücken, ist an die katholische Schule zu Dud—
weiler, desselben Kreises, berufen worden.

Auszug aus der Vacanzenliste
für MilitairAUnwärter.

Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
1) Laufende Nummer. 2) Vie Vacanz tritt ein: wann? wo? bei
welcher Behörde? 3) Nähere Bezeichnung der Stelle. 4) Bezeichnung
— DDDV—
der etwa der Anstellung vorangehenden Probezeit. 6) Ob die An—
ttellung auf Lebenszeit oder auf Kündigung erfolgt. 7) Betrag der
zu bestellenden Kaulion und ob dieselbe durch Gehaltsabzüge gedeck!
verden kann. 8) Einkommen der Stelle. 9) Ob Aussicht auf Vere
heijerunagen vorhanden. 10) Bemerkungen.
1. 2) sofort, Bensberg, Kommando des Kndettenhauses,
3) Aufwärter, 4) Bewerber muß zuverlässig, nüchtern, kör⸗
perlich noch rüstig und verheirathet sein, 5) 6 Monate, 6)
quf Zmonatliche Kündigung, 7) —, 8) 600 . jährlich
neben freier Mohnung, Feuerung und Erleuchtung, 9) ja,
das Gehalt steigt bis 840 M.
2. 8) sofort, Büllingen, Königl. Steuerkasse Amel zu
Büllingen, 3) Vollziehungsbeamter, 4) körperliche Rüstig—
keit, Nüchternheit, gute Schulkenntnisse und Kenntniß der
wallonischen Sprache, 5) 6 Monate, 6) auf Zmonatliche
kundigung, 7) 150 bis 300 M, die ausnahmsweise successive
durch Einbehaltung von Exekutionsgebühren gedeckt werden
kann, 8) zwischeu 400 und 500 MA, 9) nein, 10) Bewer
hungen sind an das Landrathsamt Malmedy zu richten.

3. 2) 1. August 1884, Cöln, Armendeputation, 8) 2
Diãtare bei der Sparkasse, 4) körperliche Ruͤstigkeit, schöne
Handschrift und große Gewandtheit im Rechnen, 5) 6 Mo—
nate, 6) auf 3moͤnalliche Kündigung, 7) —8) je 900 M,
9 ja, 10) Bewerbungen sind bis 185. Juli 1884 einzu—
reichen.

4. M) 1. August 1884, Ktrauchenwies, Postamt, 8)
Landbriefträger, 4) Lesen, Schreiben, Rechnen, körperliche
Rüstigkeit, 5) 6 Monate, 6) auf Kündigung, 7) 200 M.,
in einer Summe oder durch monatliche Abzüge, 8) 510
Gehalt und 60 A. Wohnungsgeldzuschuß, 9) 750 M
Meistgehalt nach längerer Dienstzeit.
5. 2) sogleich oder bald, Altenkirchen (Westerwald),
Postamt, 3) 3 Posthilfsboten im Bahnpostdienste, 4) gute
Elementarschulkenntnisse und körperliche Rüstigkeit, 5) —,
6) auf sofortige Kündigung, 7) 200 M, kann durch Abzüge
gebildet werden, 8) je 23 6. Tagegelder und außerdem
Fahrtgebühren nach feststehenden Sätzen, 9) nein
6. 2) nach erfolgter Meldefrist, Hechingen, Magistrat,
3) Waldschütze, 4) gute Gesundheit und besondere Energie,
sowie einigermaßen Kenntniß von der Forstwirthschaft, 5)
6 Monate, 6) vorläufig auf 6 Monate Probezeit, 7) keine,
8) 600 M, Neist ungewiß, 10) Bewerber, welche den Forst⸗
versorgungsschein besitzen, werden bevorzugt.
7. 2) 1. Juli 1884, Hermeskeil, Gefüngnisverwaltung,
3) Gefangenaufseher, 4) genügende Vorbildung durch Be⸗
suͤch der Elementarschule, 5) —, 6) auf Kündigung, 7) —.
8) Baargehalt 285 46, Wert der freien Wohnung 60 MbÊV
die jährliche Brutto-Einnahme aus der Gefangenverpflegung,
welche dem Aufseher event. vertragsmäßig übertragen wird.
beläuft sich durchschnittlich auf 1800 46., 9) nein.
8. 2) sofort, Mülheim (Rhein), Bürgermeisteramt, 3)
Kassierer der städtischen Rhein-Fähranstalt und Aufseher
des städtischen Werftes, 4) kräftige Körperkonstitution,
gründliche Kenntnisse des Lesens, Schreibens und Rechnens,
unbescholtener Lebenswandel, 5) 6 Monate, 6) auf 8mo—
natliche Kündigung, 7) 300 M, sofort in Baar oder sicheren
Werthpapieren zu hinterlegen, 8) vorläufig 900 M, 9) ja.
10) ehemalige Pioniere erhalten den Vorzug.
9. 2) 1. Juli 1884, Ottweiler, Bürgermeisteraut, 8
Polizei⸗Agent, 4) Erfahrung und Geschick im Polizeidienst,
gute Handschrift und die Fähigkeit, schriftliche Anzeigen ꝛc.
selbstsiändig auzufertigen; Zeugnisse und Lebenslauf sind
einzureichen, körperliche Rüstigkeit unerläßlich, 53) —, 6) au
wöchentliche Ründigung, 7) —, 8) 603 Mae außerdew
zwischen 400 bis 509 4. Privatverdienst, welcher auf et—
waige Pension nicht in Abzug zu berechnen ist, 10) be
guter und mehrjähriger Dienstleistung werden außerordent—
lche Remunerationen in Aussicht gestellt.
10. 2) 1. August 1884, Viersen, Bürgermeisteramt
3) Polizeisergeant, 9) kräftige Körperkonstitution und Fer—
ligkeit im Lesen und Schreiben, 5) 6 Monate, 6) auf Kün—
digung, 7) keine, 8) 1050 4 jährlich, steigend bei befrie
digender Dienstführung nach fünfjähriger, nach erfolgter
definitiver Anstellung zurückgelegter Dienstzeit um 75 —
nach zehnjähriger Dienftzeit um weitere 75 46, 9) sieh
unter Nr. 8.

Saarbrücken, den 9. Juni 1884.
Der Königliche Landrath Freiherr von Richthofen
            
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