Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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XIII. Zur Hebung der Pferdezuchtim Kreise
sollen auch im Jahre 1884 den Pferdebesitzern des Kreises
Zuschüsse zu den Deckkosten bei Benutzung der Beschäl⸗
sttationen in Heusweiler und Schaafbrücke im Betrage von
je 6 Mark für jede Stute aus der Bürgermeisterei Lud—
weiler und von je 4 Mark 75 Pfg. für Stuten aus den
übrigen Bürgermeistereien mit Ausnahme der Städte Saar⸗
brücken und St. Johann gewährt werden.
Die Zahlung erfolgt aus dem Jagdkartenfonds bis
zum Betrage von den hierzu bewilligten 900 Mk., während
der etwaige Mehrbedarf von dem landwirthschaftlichen Ver—
ein nach dem Beschlusse des Vorstandes der Local-Abtheil⸗
ung Saarbrücken übernommen wird.
IV. Nachdem der Versammlung der Antrag des
Turatoriums der Königl. Gewerbeschule hierselbst vom 30.
August v. J. auf Bewilligung einer monatlichen Unter⸗
stützung von 12 M. 50 — jährlich 150 M. — an
den aus dem Dienste geschiedenen Gewerbeschul-Diener
Meyer ebenso auch die diesbezüglichen Beschlüsse der
Stadt-Verordneten-Versammlung zu St. Johann-Saar⸗
brücken vom 6. und 3. September v. J. zur Kenntniß ge—
bracht worden waren, beschließt die Versammlung, dem p.
Meyer vom 1. Oktober v. J. und zwar zunächst auf die
Dauer eines Jahres, diese außerordentliche Beihülfe in An—
hetracht der von dem Genannten zurückgelegten 27jährigen
Diensithätigkeit aus Kreisfonds in der Weise zu bewil—
ligen, daß dem Kreise 3 des vorbezeichneten Betrages al—
so 50 MA., (zahlbar vom 1. Oktober v. J. in monatlichen
Raten) zur Last fallen soll. Die Zahlung erfolgt aus dem
Jagdkartenfonds.
XV. Der von den Herrn Ministern der geistlichen,
Unterrichts- und MedizinalAngelegenheiten, sowie der Fi—
nanzen festgesetzte Etat der Königlichen Gewerbe—
schule hierselbst pro 1883/86 wird der Versammlung vor—⸗
gelegt und fand sich nichts dagegen zu erinnern.
Ausweislich dieses Etats betragen die Zuschüsse pro
Jahr:
Seitens des Kreises 5566 M. 88 5
„ der Stadt Saarbrücken 2788, 43,
. St. Johann 2783, 44,
Zusammen 11183 M 39
Nachdem hierauf der Vorsitzende über den Stand der
Angelegenheit, betreffend Umwandlung der hiesigen Königl.
Bewerbeschule in ein Real-Gymnasium, referirt und der
Versammlung Kenntniß von der bezüglichen Eingabe an
den Herrn Cultus-Minister vom 16. Vezember v. J. Nr.
1551 gegeben hatte, beschließt der Kreistag, aus seiner
Mitte eine Commission zu wählen, welche in Gemein—
schaft mit dem Königl. Landrath, bezw. unter dessen Vor—
sitz, alles Erforderliche zur Förderung des fraglichen Pro—
jectes der Umgestaltung der Gewerbeschule ꝛc. wabrzunehmen
daben wird.
In diese Gewerbeschul-⸗Commission wurden sodann
zewählt:
1) Herr Richard Vopelius zu Sulzbach,
2) „Naodbert Schmidtborn zu Friedrichsthal.
3) „Carl Schmidt zu Gersweiler.
Durch die Thätigkeit dieser Commission soll das den
Kreistags-⸗Abgeordneten Herrn Carl Stumm und Richard
Vopelius mittels Kreistagsbeschlusses vom 5. Januar v. J.
pos. XIII ertheilte Mandat in keiner Weise alterirt worden.
XVI. Die Ausführung des Impfgeschäftes
wird an Stelle der aus ihren Stellen ausgeschiedenen

Impsfärzte unter den im Kreistags-Beschlusse vom 12.
Februar 1881 festgesetzten Bedingungen übertragen.
1) Für die Stadt Saarbrücken dem Dr. Mertz
hierselbst.
2) Für die Bürgermeisterei Sul zbach dem Dr.
Schütz in Sulzbach.
3) Für die Bürgermeisterei Sellerbach (welche fort—
an von dem Impfbezirk Püttlingen abgezweigt wird)
dem Dr. Jannes zu Riegelsberg und
4) Für die Bürgermeisterei Dudweiler dem Dr.
Röhrig in Dudweiler.
XVII. Auf Grund des 8 6 des Statuts der Kreis—
jparkasse und in Berücksichtigung des Vorschlags des Cura—
toriums derselben vom 2. d. Mts. wird zum Rendanten
der Kreissparkasse für einen ferneren Zeitraum von
drei Jahren der bisherige Rendant Ludwig Dettweiler hier⸗
selbst unter Beibehaltung der für die Vorjahre festgesetzten
Besoldung und Caution gewählt.
XVIII. Verschiedene Mittheilungen.
Saarbrücken, den 23. Februar 1884.

Personal⸗Chronik.
Güter⸗-Expedient Anton Krüger von Aachen ist am J.
März in gleicher Eigenschaft nach Grube Friedrichsthal ver—
setzt.
Der evangelische Lehrer Kley zu St. Johann ist ge—
storben.

Auszug aus der Vacanzenliste
für Militair⸗Anwärter.

Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
1) Laufende Nummer. 2) Die Vacanz tritt ein: wann? wo? bei
welcher Behörde? 3) Nähere Bezeichnung der Stelle. 4) Bezeichnung
der Anforderungen, welche an die Bewerber gestellt werden. 5) Dauer
der etwa der Anstellung vorangehenden Probezeit. 6) Ob die An—
stellung auf Lebenszeit oder auf Kundigung erfolgt. 7) Betrag der
zu bestellenden Kaution und ob dieselbe durch Gehaltsabzüge gedeckt
werden kann. 8) Einkommen der Stelle. Ob Aussicht auf Ver—
besserungen vorhanden. 10) Bemerkungen.
1. 2) 23. April 1884, Ehrenfeld, Bürgermeisteramt,
8) 2 Nachtwächter, 4) Nüchternheit und Ehrenhaftigkeit des
Charakters, sowie Fähigkeit, einen kleinen Rapport selbst⸗
ftändig zu schreiben, 5)* 1 Monat, 6) auf 1monatliche
Kündigung, 7) —, 8) je 650 M, 9) nein.
2. 2) 1. April 1884, Kreuznach, Amtsgericht, 8) 2
Lohnschreiber, 4) gute leserliche Handschrift und Befähigung
zur selbstständigen Ausfüllung von Formularen, 5) —, 6)
auf Kündigung, 7) —, 8) bei einer Vergütung von 5 bis
7 5 pro Seite, monatlich 50 bis 60 M., 9) nein.
3. 2) 1. April 1884, Grevenbroich, Amtsgericht, 3)
Lohnschreiber, 4) deutliche und saubere Handschrift, richtige
Orthographie und Fähigkeit, undeutliche Handschriften zü
lesen, s) —, 6) auf 4 wöchentliche Kündigung, 7) —, 8)
Kopialien bis 7 Hefür jede Seite des gelieferten Schreihb⸗
werks, 9) —.
4. 2) bald, Salz g, Postagentur, 83) Landbriefträger,
4) Elementarschulkenntnisse, körperliche Rüstigkeit, 5) 6 Mo⸗
nate, 6) auf 4 wöchentliche Kündigung, 7) 200 M, lann
durch monatliche Abschlagszahlungen von 6 M gebildet
werden, 8) 600 M. Gehalt, 60 M. Wohnungsgeldzuschuß,
9) ja.
            
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