Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

*

Aufruf
zur
Unterstützung der Uehersarwmlen des Regierungsbezirks
rier.
Erst jetzt tritt voll in die Erscheinung, welch' außer⸗
zewöhnliche Bedrängniß die letzten Hochfluthen über die
Bewohner des Mosel- und Saargebietes gebracht haben.
In der Nacht zum 27. November schwollen die Gewässer
mit gewaltiger Schneb“keit, so daß sie in wenigen Stunden
den höchsten Wasserstand dieses Jahrhunderts nicht nur er—
reichten, sondern stellenweise sogar überstiegen. Tagelang
ttanden die an den Ufern gelegenen Ortschaften unter den
Fluthen, welche, selbst in die oberen Stockwerke der Häuser
rindringend, letztere nicht selten ganz oder theilweise zer⸗
stört, immer aber durchnäßt und gefährlich für Gesundheit
und Leben der Bewohner gemacht haben. Ueberall sind
die Winter-Vorräthe an Nahrungsmitteln für Menschen
und Vieh, sowie an Brennholz verdorben oder nebst zahl—
losen Acker- und Wirthschafts-Geräthen vom Strome fort—
getrieben worden. Dazu die Aussicht, daß die überströmt en
und noch jetzt in weiter Ausdehnung unter Wasser stehenden
Fluren für das nächste Jahr eine Ernte kaum erhoffen
sassen, wenn sie nicht gar durch Ueberschüttung mit Kies
und Gerölle oder — wie viele Weinbergslagen der Mosel
— durch Abschwemmung alles fruchtbaren Erdreichs dauernd
entwerthet und ertraglos geworden sind.
Die Noth der Betroffenen wird um so drückender, als
durch die lange Reihe mangelhafter Ernten, die vielen Fehl—
jahre, welche der Winzer zu verzeichnen hatte, und endlich
durch das völlige Mißrathen der diesjährigen Wein⸗ und
Kartoffelernte laͤngst ihre Ersparnisse aufgezehrt sind, und
vielfach auch ihr Credit erschöpft ist. Ohne Kartoffeln,
ohne Brennholz, sowie ohne Mittel sich solche zu beschaffen,
stehen sie dem langen Winter gegenüber, der bereits seinen
Einzug hält und der sie nicht allein mit Kälte und Hunger,
sondern auch mit Krankheiten aller Art bedrohet, sofern es
nicht gelingt, die verwüsteten und durchnäßten Wohnungen

ichleunigst wieder in wohnbaren Stand zu setzen. Sie
würden daher dem Elende und dem Verderben verfallen,
wenn die Hülfe ihrer Landsleute, welche an manchen Orten
sich bereits werkthätig gezeigt hat, ihnen nicht andauernd
zur Seite stehen würde.
Um diese vereinzelten Bestrebungen zu vereinigen, zu
kräftigen und zu leiten, sowie um eine Sammelsielle zu
bilden, auf welche in dem Aufrufe der Rheinischen Abge—
ordneten vom 1. d. M. hingewiesen wird, ist in hiesiger
Stadt ein Comitee zur Unterstützung der Ueberschwemmten
des Regierungsbezirks Trier gebildet und mit den Comitee's
innerhalb der einzelnen Kreise in Verbindung getreten.
Namens derselben wenden die Unterzeichneten sich an
Alle, welche für die Noth und die Bedrängniß ihrer Nach—
barn ein fühlendes Herz besitzen mit der Bitte um freudige
und freigebige Unterstützung, indem sie sich, insbesondere
Herr Kommerzienrath Louis Lautz als Cassirer des Co—
mite's, sowie sämmtliche Unterzeichnete zur Entgegennahme
von Beiträgen und Ertheilung von Auskunft bereit erklären.
Die geehrten Redaktionen der Zeitungen bitten wir um
möglichste Verbreitung dieses Aufrufs.
Trier, den 7. Dezember 1882.
gez. Eltester, Obristlieutenant a. D. C. Henke, Bischöf⸗
licher Generalvicar. H. Kerckhoff, Landgerichtsdirektor.
W. Klein, Superintendent. Ed. Laeis, Fabrikbesitzer.
Louis Lautz, Kommerzienrath. Lintz, Geheimer Re—
gierungsratd. Lohaus, Regierungsrath. Dr. med.
Mittweg, Stadtverordneter. Nasse, Regierungspräsi—
dent. de Nys, Oberbürgermeister. A. Pies, Leder—
fabrikant. Pünder, Landrichter. Val. Rauteustrauch,
Kommerzienrath. J. W. Schmelzer, Satdtverordneter.
Spangenberg, Geheimer Regierungs- und Landrath.
v. Wichmann, Generallieutenant und Divisions-Com—⸗
mandeur. Zillgen, Bürgermeister der Vororte.

Deffentlicher Anzeiger.

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53 s„

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Füchse!
Anleitung zum Fuchsfang ertheilt brieflich gegen Nachnahme oder
Einsendung von Mk. 3. Erfolg garantirt. e ⸗
98 Fr. Siebel, Ferndorf.
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Dr. Schwabe,
8pezialarzt für Augenkranke.
Bisb. 1. Assistenzarat der
Königl. Universitäts -Augen-Klinik
 zu Borlin.
dDröcken: vorstadtstr. 29.

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