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Finger an der linken Hand krumm; Ort der Herkunft: Ar⸗
esthaus resp. Hospital Saarbrücken; Bezeichnung der Legi⸗
timation: ohne Legitimation; Ursache der Ausweisung:
viederholte Bettelei.
Trier den 19. Mai 1881.
Unter Aufhebung meiner Bekanntmachung vom 31.
Januar 1879 N. 9080 bringe ich hiermit zur öffentlichen
Kenntniß, daß ich in Ausführung des Gesetzes, Maßregeln
gegen die Verbreitung der Reblaus betreffend, vom 27.
Februar 1878 resp. der Anordnung ad 8 und 4 der Be—⸗
flimmungen des Herrn Ministers für Landwirthschaft, Do—
nainen und Forsten vom 29. Oktober 1879 über die Or—
Janisation der in den Provinzen Rheinland und Hessen—
Nasfau zur Verhütung der Einschleppung oder Weiterver—
breilung der Reblauskrankheit zu bildenden Aufsichtsin—
stanzen Behufs Beaufsichtigung und Untersuchung der Reb—
tulturen und namentlich der zu einem Handelsbetriebe ge—
Jörigen Rebschulen
1) zu Aufsichts-Commissaren in Reblaus-Angelegen⸗
zeiten die Herren:
Butsbesitzer Gebert zu Temmels, Kreis Saarburg, für
den Stadt- und Landkreis Trier und die Kreise Saar—
burg, Merzig, Saarlouis, Saarbrücken, Ottweiler und
St. Wendel,
Bürgermeister Kunz zu Bernkastel für die Kreise Bern⸗
kastel, Wittlich, Daun, Prüm, Bitburg,
2) zu Sachverständigen in Reblaus-Angelegenheiten
die Herren:
Direktor der Ackerbauschule Kartels zu Saarburga für
den Land- und Stadtkreis Trier und die Kreise Saar—
burg, Merzig, Saarlouis, Saarbrücken, Ottweiler und
St. Wendel,
Lehrer Weber zu Trier für die Kreise Bernkastel,
Wittlich, Daun, Prüm, Bitburg.
ernannt habe.
Dieselben sind ermächtigt, bei den anzustellenden Er—⸗
mittelungen und Untersuchungen auch ohne Einwilligung
der Verfügungsberechtigten jederzeit den Zutritt zu jedem
mit Weinreben bepflanzten Grundstücke in Anspruch zu
nehmen. Während außerdem die Aufsichts-Commissare be—
rechtigt sind, Untersuchungen an den Rebpflanzen vorzu⸗
nehmen, soweit solche ohne Verursachen von Schaden aus—
führbar sind, steht den Sachverständigen das Recht zu,
zuch die Entwurzelung einer dem Zwecke entsprechenden
Anzahl von Rebstöcken zu bewirken, und die entwurzelten
Rebstöcke, sofern sie mit der Reblaus behaftet sind, an Ort
und Stelle zu vernichten.
Sämmtliche Behörden werden ersucht, den Genannten
bei Ausführung der von ihnen zu bewerkstelligenden Er—
mittelungen und Untersuchungen die erforderliche Unter—⸗
stützung zu Theil werden zu lassen.
Der —— der Rheinprovinz.
.V.:
von Neefe.
Vorstehende Bekanntmachung wird unter Hinweis auf
die Seite 228 des vorigjährigen Amtsblatts abgedruckten
Bestimmungen hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen
Kenntniß gebracht, daß die Localcomissionen von allen, in
den Weinbergen, Gärten oder Rebschulen beobachteten ver—
dächtigen Erscheinungen nunmehr entweder dem Herrn
Gutsbesitzer Gebert zu Temmels oder dem Herrn Bürger⸗
meister Kunz in Bernkastel Anzeige zu machen haben, je
nachdem der betreffende Weinberg in den Kreisen Trier,
Saarburg, Merzig, Saarlouis, Saarbrücken, Ottweiler und
ADDD
dezirks belegen ist.
Trier, den 2. Mai 1881.
Bekanntmachung anderer Behörden.
Steckbrief.
Gegen den unten beschriebenen Nikolaus Lersch,
Toakser aus Fischbach, welcher flüchtig ist, ist die Unter—
uchungshaft wegen Körperverletzung verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und an das
öniqliche Amtsgericht zu Saarbr ücken abzuliefern.
Beschreibung.
Alter: 28 Jahre 4 M.; Größe: 1,68 m; Statur:
chlank; Haare: dunkelblond; Stirn: hoch; Bart: ohne;
Augenbrauen: dunkelblond; Augen: braun; Nase: propor—
tionirt; Mund: proportionirt; Zähne: gesund; Kinn: spitzig;
Besicht: länglich und mager; Gesichtsfarbe: gesund; Sprache:
zeutsch; Kleidung: dunkelbrauner Tuchanzug, seidene Mütze;
desondere Kennzeichen: etwas hinkenden Gang.
Saarbrücken, den 28. Mai 1881.
Der Königliche Erste Staatsanwalt
Pattberg.
Steckbrief.
Gegen die unten beschriebene Emilie Hussa, ohne be⸗
annten Wohn- und Aufenthaltsort, angeblich zu Coblenz
Jeboren, welche flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen
Diebstahls verhängt.
Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das
Justizarresthaus zu Saarbrücken abzuliefern.
Beschreibung.
Alter: 18 Jahre; Statur: kurz dick; Haare: kurz
chwarz und über die Stirne hängend; Augen: braun; Nase:
ick; Mund: gewöhnlich; Gesficht: rund; Gesichtsfarbe: ge—
und; Sprache: deutsch; Kleidung: ein braunes Tibet—
dleid, trägt einen gelben Messing⸗Gürtel um den Leib und
hat einen gewirkten Shawl mit roth und schwarzen Streifen
‚ei sich; besondere Kennzeichen: Auf der rechten Hand eine
Brandwunde, welche noch nicht geheilt ist und am rechten
Vorderarm ein längliches Muttermal.
Saarbrücken, den 27. Mai 1881.
Der Koönigliche Erste Staatsanwalt
Pattberg.
Der von mir am 2. März ds. Is. gegen den Schreiner
dudwig Homburger von Bommersbacher Mühle erlassene
Steckbrief wird als erledigt zurückgezogen.
Saarbrücken, den 25. Mai 1881.
Der Köonigliche Erste Staatsanwalt
Pattberg.
Steckbrief.
Gegen den Jacob Kraus, geboren am 13. Januar
1868 zu Spießen, ohne Stand, Sohn des Bergmannes
dZeinrich Kraus daselbst, welcher flüchtig ist, ist die Unter—
uchungshaft wegen Diebstahls verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das
Justizarresthaus zu Saarbrücken abzuliefern.
Saarbrücken, den 80. Mai 1881.
Der Königliche Erste Staatsanwalt.
Pattberg.