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Petrifft die Abhaltung des XIII. Drainage⸗ und Wiesenbaucursus
zu Birgel, im Kreise Daun.
Die Gemeinde Birgel, im Kreise Daun, beabsichtigt
im Frühling d. J. die Anlage einer Wiesenmelioration unter
der Leitung des Bezirkswiesenbaumeisters Hector zur Aus—
führung zu bringen.
Mit diesem Unternehmen wollen wir einen XIII. vierwöchigen
Kursus zur Ausbildung von Wiesenbau⸗ und
Drainage-Vorarbeitern verbinden, welcher am 11. März
beginnen und am 7. April d. J. geschlossen werden soll.
Die Zahl der Schüler, welche sich wegen ihrer An—
nahme baldigst an den Bezirks-Wiesenbaumeister Hector
hierselbst zu wenden haben, ist auf höchstens 15 festgesetzt.
Der Kursus bezweckt die praktischeund theoretische
Ausbildung der Schüler innerhalb der obenbezeichneten
Grenzen.
Die erstere soll durch persönliche Theilnahme der
Schüler an den Arbeiten auf der Baustelle an den Werk—
tagen, sowie durch praktische Uebungen im Nivelliren und
Feldmessen an den Sonntagen in der Zeit von 2—54 Uhr
Nachmittags, die letztere durch Anwohnung des gemein—
schaftlichen Unterrichts über die Hauptzweige des Wiesen—
baues und der Drainage erzielt werden. Dieser Unterricht
erfolgt in einem hierzu geeigneten Lokale zu Birgel an
Werktagen Abends von 7 —81 Uhr. mit Ausnahme jedoch
der Donnerstage.
Außerdem wird der Bezirks-Wiesenbaumeister Hector
an den Sonntagen Nachmittags von 4 bis 6 Uhr und an
den Donnerstagen Abends von 7 bis 9 Uhr in einem Ge⸗
meindelokale zu Birgel öffentliche Vorträge über Wiesenbau.
Drainage, Viehzucht, Futterbau ꝛc. halten.
Am Schlusse und zwar am Montag den 7. April findet
auf der Baustelle eine öffentliche Prüfung statt, bei welcher
GBelegenheit Prämien an die Zöglinge vertheilt werden sollen.
Trier, den 13. Februar 1879.
Die Gefahr, welche unserem Weinbau durch das Auf—⸗
treten der Reblaus, der Philloxera vastatrix, drohet, wird
noch immer nicht in vollem Umfange gewürdigt. Das In⸗
seet wurde im Jahre 18603 zuerst in Fraukreich, im Depar—
tement Gard in kleinem Umfange entdeckt und hat in den
14 Jahren bis Ende 1877 von der gesammten mit Wein
bestellten Fläche Frankreichs, welche damals rund 294 Mil-⸗
lion Hectare betrug, gänzlich vernichtet 289000 Hectare
oder 1100 und mehr oder weniger angegriffen 238000
Hectare oder etwa 90,0. Die letztgedachten Weinberge ver⸗
fallen nach den bisherigen Erfahrungen gleichfalls über kurz
oder lang der völligen Vernichtung.
Da Deutschland im Ganzen nur 123000 Hectare
Weinland besitzt, so sind in 14 Jahren in Frankreich mehr
als 4mal soviel Weinberge zerstört. als das deutsche Reich
überhaupt hat.
Diese Laudplage kommt uns mehr und mehr in eine
bedrohliche Nähe. Das Vorhandensein des Insects ist be—
reits festgestellt worden in Weinbergen und Rebgärten bei
Erfurt, bei Wenigerode am Harz, an 2 Stellen bei Ham—
burg, bei Stuttgart, in Coburg-Gotha, bei Glogau in
Schlesien, bei Bonn und in 2 Stellen des benachbarten
Reichslandes in der Baumann'schen Rebschule bei Boll—
weiler im Elsaß und in den Rebschulen der Gebrüder
Simon zu Plantièeres bei Metz. Dort war die Reblaus
aus der Rebschule hinaus in die benachbarten Weinberge
übergegangen und hatte bereits eine mit Wein bebaute
Fläche von 52 Aren oder mehr als 2 Morgen bedeckt.
Soweit bekannt, ist es bisher durch die energischsten
Mittel noch gelungen, des Insects Herr zu werden; aber
ein unglücklicher Zufall, z. B. ein heftiger Wind, welcher
das kaum sichtbare, geflügelte Insect in größeren Massen
vor sich her treibt, kann genügen, um alle Vorsichtsmaß—
regeln zu vereiteln und entfernt liegende Weinberge an den
verschiedensten Stellen zu infiziren. Wird eine solche In—
fection nicht gleich beachtet und gewinnt das Insect Zeit,
sich einmal einzunisten, (eine einzige Reblaus soll nach ge—
nauen Forschungen bis 300 Eier legen und somit, da sechs
Benerationen im Jahre vorkommen, eine Nachkommenschaft
von vielen Millionen in einem Jahre erzeugen können), so
ist eine Rettung wahrscheinlich überhaupt nicht mehr, jedenfalls
aber nur durch die gänzliche Vernichtung und durch
das mehrjährige Brachlegen der sämmtlichen Weinberge
einer oder mehrerer Gemarkungen möglich. Daß ein solches
Unglück der gänzliche Ruin vieler unserer Mosel- und Saar⸗
gemeinden sein würde, liegt auf der Hand.
Es ist deshalb bei allen Winzern die äußerste Vor—
sicht nothwendig und zwar nach 2 Richtungen:
Einmal die genaueste Ueberwachung der Weinberge
nach den Zeichen, welche das Vorhandensein der Reblaus
berkündigen und welche Seite 301/802 des Regierungsamts⸗
blattes von 1877 angegeben sind, und die sofortige Anzeige
von verdächtigen Zeichen an die Behörde oder den Reichs—
commissar Herrn Weinkauff zu Creuznach und
zweitens bei dem Bezuge fremder Reben. Die Ein—
fuhr von solchen aus Frankreich ist zwar bei Strafe
verboten; nicht jedoch der Bezug derselben aus dem Reichs⸗
lande. Da aber Elsaß-Lothringen noch in nahen Bezieh—
ungen zu dem ersten im höchsten Grade von der Reblaus
infizirten Lande steht, da ferner in Elsaß-Lothringen selbst
schon 2mal das Inseet ermittelt ist, so kann man es nur
als den alleräußersten, geradezu unverantwort—
lichen Leichtsinn bezeichnen, wenn hiesige Winzer von
dorther Reben beziehen oder gar solche von Schiffern kaufen,
ohne sich vorher darüber Gewißheit zu beschaffen, aus
welchen Gegenden dieselben stammen. Und doch ist dies
im Vorjahre und in diesem Winter, wie wir erfahren, wie—
derum mehrmals geschehen! Wir können dagegen unseren
Winzern nur zurufen:
„Ziehe Jeder seine Setzlinge selbft, oder kaufe sie von
„bewährten Bekaunten, hüte sich aber, daß er durch
„fremde Setzlinge nicht sich und seine Nachbarn unglück—
„lich macht und passe dem Nachbarn auf die Finger,
‚damit nicht von diesem ihm ein Gleiches geschehe.“
Trier,. den 20. Zanuar 1879.
Bekanntmachungen anderer Behörden.
Königliche landwirthschaftliche Akademie Proskau in Oberschlesien.
Verzeichniß
der
Vorlesungen, Demonstrationen und praktischen Uebungen
im Sommer-⸗Semester 1879.
Beginn: 28. April 1879.
A. Vorlesungen.
I. Nationalökonomie des Ackerbaues Dr. Leo.
II. Landwirthschaftliche Disciplinen:
1) Allgemeiner Acker- und Pflanzenbau Dr. Grahl.
—AD
Rath Dr. Settegast.
3) Landgüter-Veranschlagung Dr. Dreisch.