Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Saarbrücker

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Amtliches Anzeigeblatt für den Kreis Saarbrücken.
Mit der „Provinzial⸗Correspondenz“ als Beilage.

XNr. M.
Bekanntmachung der Provinzial-Behörden.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht,
daß in Gemäßheit eines Beschlusses des 26. Provinzial⸗
Landtages ganze oder theilweise Freistellen bei der Auf⸗
nahme in die Provinzial-Taubstummen⸗Anstalten in Zukunft
nur unter den Bedingungen gewährt werden können, daß
1) die Anmeldung des betreffenden Kindes vor dem
vollendeten achten Lebensjahre bei dem Unterzeich—
neten erfolgt sein muß, und
die Eltern oder Vormünder sich durch Revers ver—
pflichten, den Zögling bis zur vollendeten Ausbildung
resp. bis zur Entlaffung durch die Anstaltsdirektion
in der Anstalt zu belassen, oder aber die Kosten der
genossenen Pflege und des Unterrichts dem Provin—
zial⸗Verbande zurückzuerstatten.
Dässeldorf, den 5. August 1879.
Der Landesdirektor der Rheinprovinz.
In Vertretung
Klein.
Landes⸗Rath.

Montag, 25. August

18578.

sehen, als wäre er mit Schimmel überzogen. Beim Zer⸗
drücken der Thiere entsteht ein rother Fleck; daher ihr Name:
Blutlaus.
Die Mittel zu ihrer Vertilgung sind sehr
einfach.
1) Im Herbst gegen Ende Oktober kriechen nämlich die
Weibchen an dem Stiamme herab, um in die Erde auf den
Wurzeln fitzend, zu überwintern. Streut man nun um die
Mitte Oktober einige Hände voll ungelöschten gepulverten
Kalks dicht an dem Fuͤße des Stammes auf die Erde, so
daß der Kalk einen geschlossenen Ring unmittel—⸗
bar um den Stamm herum bildet, so gerathen die
Weibchen beim Herabkriechen auf den Kalk und gehen zu
Grunde. Da geflügelte Weibchen nur im Sommer vor—
kommen, so können im nächsten Jahre auf demselben Stamme
nur neue Jungen entstehen, wenn etwa die eine oder andere
Laus in einem tiefen Riß am Stamme überwintert haben
sollte. Es empfiehlt sich daher, bei befallenen Bäumen das
Mitltel im zweinen und etwa noch im dritten Jahre zu wie—
derholen; in diesem Falle wird, wie die oft wiederholte Er—⸗
fahrung gezeigt hat, das schädliche Insekt gänzlich vernichtet.
2) Bei jungen Bäumen kann noch, ein anderes Mittel
angewendet werden, wenn diese dergestalt durch die Blut—
laus leiden, daß die Hülfe nicht bis zum Herbste aufge—
schoben werden darf. Man bepinselt bei diesen die meisten
leckigen Stellen auf den Aesten mit hochgradigem Spiritus
welcher die Läuse sofort tödtet.
Neben diesen Mitteln soll man jedoch nicht versäumen,
die Obstbäume regelmäßig zu kälken; es ist dies das beste
Mittel zur Erzielung gesunder Stämme. Die dadurch er—
zielten Vortheile sind folgende:
1) Die Rinde der Stämme wird vollständig von Moosen
und Flechten, sowie von den unter letztern zahlreich vor—
kommenden Insekten, deren Larven und Eier befreit.
2) Die dem Obstbaue so sehr schädlichen Frostspanner
kriechen an den gekälkten Stämmen nicht hinauf, um dort
ihre Eier zu legen.
3) Wenn der Kalkmilch etwas Blut beigemischt wird, so
ist der Anstrich das beste Mittel gegen Hasenfraß. In einer
Obstanlage des Kreises Bitburg wurden im verflossenen
Herbste die meisten Bäume damit bestrichen und zeigte es
uͤch, daß auch nicht ein einziger Baum von den Hasen be—
nagt worden war, wogegen zwei Reihen Bäume, die nicht
gecalkt waren, sehr stack durch Hasenfraß gelitten haben.
4) Ist der Kalkanstrich, wenn im Herbst ausgeführt, das
beste Vorbereitungsmittel gegen die Entstehung der Frost—
platten. Bekanntlich zeigen sich die Frostplatten nur an
der Südwestseite der Bäume und werden hevorgerufen, wenn
nach warmen Tagen im Februar und März in der Nacht
starker Frost eintritt. Die dunkle Rinde saugt nach Mittag

— — — —

Bekanntmachungen der Königl. Regierung.
Bekanntimachung, die Vertilgung der Apfelblutlaus sowie das Kälken
der Obstbäume betreffend.
In dem südlichen Theile unseres Bezirks wird über
das häufige Vorkommen der Blutlaus, wolligen Rindenlaus
(Aphis Schizoneura lanigira) geklagt, welche den Apfelbäumen
großen Schaden zufügt.
Das Thier ist sehr klein (etwa 8 m lang) meist honig—
gelb, zuweilen auch von dunklerer Farbe, aber stets mit
einem wolligen Ueberzug bekleidet. Sie bringt lebende
Junge und auch Eier zur Welt und vermehrt sich in ganz
außerordentlichen Maaße. Einige von den Thieren sind
ungeflügelt, andere aber geflügelt, um an andern Stellen
Colonien zu gründen.
Die Blutlaus sitzt nie an den Blättern, sondern stets
auf der Rinde. Sie durchbohrt die Rinde der zarten Zweige,
um den Splint auszusaugen, wodurch sich an der Rinde
Narben und grindige Auswüchse bilden. An Stämmen und
Aesten, wo ihr die Rinde zu dick ist, sucht sie Risse und
wunde Stellen auf und saugt sich dort fest.
Durch ihre enorme Vermehrung sind die Blutläuse im
Stande, selbft starke Bäume zu entkräften und endlich zu
tödten; sie gelten deshalb dort, wo sie stark ausgebreitet
sind, als der schlimmste Feind der Apfelbäume. Sie sind
indeß leicht zu erkennen, denn ihrer wolligen Oberfläche
wegen bekommt der Baum dort, wo sie sitzen, das Aus—
            
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