Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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Saarbrücker

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den Kreis Saarbrückenn. —

Amtliches Anzeigeblatt für

I

Ar. 52.

Montag, 30. Dezember

I1878.

—

Berichtigung.
Die vorige Nummer war irrthümlich mit 852 statt mit
51 bezeichnet.

— 2———

Bekanntmachung der Königl. Regierung.

Im Anschluß an unsere Amtsblatt-Bekanntmachung
und Circular-Verfügung vom 18. Januar 1876, J. B.
18075 machen wir darauf aufmerksam, daß von der Fabrik
von Schulbänken und Kirchenstühlen zu Frankenthal in der
Pfalz, A. Lickroth und Comp,, kürzlich Schulbänke aus
eisernen Gestellen mit festen resp. beweglichen Tischplatten
für die Schule zu Salmrohr, Kreises Wittlich, geliefert
vorden sind und dort angesehen werden können.
Trier, den 27. November 1878.

ö——————— ———————————— — —

Bekanntmachung anderer Behörden.
Lehrplan für die Ackerbauschule in Bitburg.
Die mit der Vorschule der Landwirthschaftsschule ver—
bundene Ackerbauschule ist eine auf die Volks- resp. Fort—
bildungsschule bauende Fachschule, bestehend aus zwei theil—
weise combinirten Wintercursen. Dieselbe hat die Aufgabe,
den Söhnen solcher Landwirthe, welche auf eine tüchtige
Berufsbildung bedacht sind, die Berechtigung zum einjährigen
Militärdienst jedoch nicht beanspruchen, Gelegenheit zum Er—
werb der nöthigsten Kenntnisse zu geben, welche zu einem
rationellen den Zeitverhältnissen entsprechenden Betriebe der
Landwirthschaft erforderlich sind. Der Unterricht bezweckt
daher:
1) Weitere Fortbildung in den Elementarfächern,
2) Landwirthschaftliche Fachbildung,
Die Combination der beiden Curse findet in der Weise
tatt, daß ein Theil des Unterrichtsstoffes in den beiden
Wintern verschieden ist, und nur die Grundbegriffe in jedem
Winter vorkommen. Hierdurch wird ermöglicht, daß in
jedem Herbst eine Aufnahme stattfindet, und eine Repetition
der Grundbegriffe kann andererseits nur erwünscht sein.
Die Ackerbauschüler werden von den Schülern der
Haupischule getrennt unterrichtet, sind aber derselben Schul⸗
ordnung unterworfen.
Der Unterricht wird theils von Lehrern der Hauptschule,
insbesondere von den landwirthschaftlichen Fachlehrern, theils
don qualificirten Hülfslehrern gegeben.
Das Laboratorium und die Sammlungen der Anstalt
verden von der Ackerbauschule mitbenutzt. Am Schlusse
jsedes Cursus wird den Schülern ein Zeugniß über Fleiß,
Leistungen und Führung ausgestellt.
Unterrichtsgegenstände sind: Deutsch, Geschichte, Geo—
graphie, Rechnen, Geometrie, Feldmessen und Nivelliren,

Physik und Chemie in Anwendung auf die Landwirthschaft;
landwirthschafiliche Technologie, Botanik und Pflanzen—
produktionslehre, Zoologie und Viehbzucht. Betriebslehre und
Buchführung.
Wintersemester.
I. Cursus.

Religion: 1 Stunde.
Deutsch: 5 Stunden.
Lesen und Erklären poetischer und prosaischer Stücke.
Memoriren und Deklamiren von Gedichten. Orthographie
und Interpunktionslehre wird eingeübt an Dictaten und
beim Lesen. Briefe und Geschäfts-Aufsätze landwirthschaftlichen
 Inhaltes. Wöchentlich eine schriftliche Arbeit.
Geschichte: 2 Stunden.
Das Wichtigste aus der deutschen und preußischen Ge
schichte.
Geographie: 2 Stunden.
Erklärung der allgemeinen geographischen Vorbegriffe
die Weltmeere, allgemeine Kenntniß der einzelnen Welttheile
Geographie von Deutschland.
Rechnen: 4 Stunden.
Wiederholung der 4 Species in benannten Zahleun, ge—
meine und Decimal-Brüche. Regeldetri. Die Aufgaben
werden aus dem Gebiete der Landwirthschaft genommen.
Geometrie, Feldmessen und Nivelliren: 2 Stunden.
Die wichtigsten Begriffe, Sätze und Aufgaben aus der
Planimetrie, Flaͤchen- und Körperderechnung.
Physik, Chemie und Technologie: 3 Stunden.
Physitkt: Die allgemeinen Eigenschaften der Körper
Mechanik (einfache Maschinen), Hebel, Rolle, Wellrad,
communicirende Röhren, hydraulische Presse, Aäürometer.
Heber, Pumpen, Feuerspritze, Barometer.
Chemie: Einleitung, die wichtigsten Elemente (Sauer—
stoff, Wasserstoff, Stickstoff, Kohlenstoff, Schwefel, Phos—
phor, Chlor, Kalium, Natrium, Calcium, Aluminium, Eisen)
Die wichtigsten Verbindungen derselben.
Technologie: Das Wasser und seine Bestandtheile.
Die Verwendung des Wassers als Trinkwasser, zur Wäsche,
zur Dampfkesselspeise und zur Bewässerung. Seine Ver—
besserung für die einzelnen Zwecke. Brennmaterial und
Heizung (Holz, Torf, Steinkohle, Coaks, Holzkohle). Wahl
des Brenumalerials. Die Verbrennung und deren Be—
dingungen. Werthbestimmung des Brennmaterials, Heizung
Botanik und Pflanzenproduktionslehre: 5 Stunden.
Bau und Leben der Pflanzen. Bodenkunde (Boden—
bildung, Bodenbestandtheile und deren Eigenschaften). Boden—
bearbeitslehre (Urbarmachung, Melioration, Geräthe), Dün—
gerlehre (Theorie der Düngung, Stallmist, künstliche Dünge—
mittel). Wiesenbau und Drainage.
            
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