3) Gustav Israel & Comp. in Mülheim am Rhein und
19 Löhmer & Stoll in Löln, beide Agenten von Fabriken,
welche nicht mehr unter Controle des Vereins stehen.
Indem ich die Vereinsgenossen zu ihrer Information
auf den Artikel des Vorsitzenden des Curatoriums über
den Nutzen der Versuchsstation Seite 29 im Januarheft
unmd auf die im Februarheft erscheinenden neuen Normativ⸗
Bestimmungen derselbben ganz besonders aufmerksam
mache, bemerke ich nur noch, daß Jeder, welcher von einer
nicht unter Conttole stehenden Firma Waare kauft, des
Schutzes des Vereins, insbesondere in Bezug auf
Erslattung des gelieferten Minderwerthes und der kosten—
freien Änalyse der Versuchsstation verlustig geht.
Lauersfort, den 31. Dezember 1876.
Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins
für Rheinpreußen.
H. von Rath.
Zur Aufklärung.
In Nro. 12, Dezember 1876, findet sich folgende amt⸗
liche Bekanntmachung:
Mit dem letzten Dezember 1876 scheidet die Akt ien—
Gesellschaft für chemische Düngerfabrikation
zu Ehrenfeld bei Cöhn aus der Düngercontrole des
landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen aus, und
wird auf den einstimmigen, von dem Vorstande des Ver—
eins gebilligten Beschluß des Curatoriums für die chemische
Versuüchsstation ein neuer Control-Vertrag mit dieser Firma
durch den Verein nicht mehr abgeschlossen werden. — Gründe:
1) Die von dieser Firma gelieferten zur Untersuchung
gekommenen Dünger blieben im laufenden Jahr in 19 Fällen
uͤnter dem im Duͤngermarkte von ihr garantirten Gehalte
zurück. Hat sie den Empfängern dieser minderwerthigen
Waaren auch den Minderwerth zurückbezahlt, so fehlt
rücksichtlich der übrigen viel zahlreicheren Abnehmer von
Waaren derselben Herkunft, welche nicht haben analysiren
lassen, doch die Zuversicht, daß auch sie zu ihrem Recht ge⸗
kommen sind.
2) Wegen Minderlieferung von mehr als 300 Stickstoff
in einem an H. Frauenrath in Tenholt verkauften Ammo—
niak⸗Supperphosphat ist die Firma in die im Vertrage vor—
gesehene Conventionalstrafe von 30 Mark unterm 21. Juli
c. genommen worden. —
3) Während dem Abnehmer die entsprechende Entschädigung
geleistet wurde, zahlte die Firma die Strafe nicht, remon⸗
strirte aber auch nicht dagegen und fuhr fort, in den unten
bezeichneten Fällen wiederum 390 zu wenig an garantirten
Stoffen zu liefern.
Ant. Rieck in Bengen bei Ahrweiler
a) empfing in 10500 Kilo Superphosphat mit ga—
rantirtem Gehalt an wasserlöslicher Phosphorsäure
von 800 nur 4,5060,
in einer zweiten Lieferung von 1000 Kilo mit ga—
rantirtem Gehalt von 790 nur 1,800 *).
J. Mönch in Holzweiler bei Gelsdorf empfing in
5000 Kilo Superphosphat mit einem garantirte
Gehalt von 800 nur 4,50/0 wasserlösliche Phos—
phorsäure *).
Das landwirthschaftliche Casino zu Eidorf empfing
in einem Superphosphat mit garantirtem Gehalt
von 800 nur 4,600 wasserlösliche Phosphorsäure.
) Diese Minderlieferungen repräsentirten einen Werth von 330,75
301.50 — 632,25 Mark. ** Minderwerth 157 Mark 50 Pfq.
IT
4) Der mit der Firma abgeschlossene Vertrag bestimmt,
daß bei Beanstandung der Analyse der chemischen Ver—
suchs-Station der Vorsitzende des Curatoriums oder ein
bon ihm Delegirter die Schiedsanalyse vorzunehmen habe.
Dieser Bestimmung zuwider ersucht die Firma ihre Abnehmer,
wenn der Befund der hiesigen chemischen Versuchsstation
nicht mit dem garantirten Gehalte übereinstimmt, von dem
vorhandenen Dünger eine neue Probe zu entnehmen und
dieselbe zur Untersuchung einem anderen Chemiker oder einer
anderen Versuchsstation zu übersenden.
Bei solchen Vertragswidrigkeiten ist es dem Verein
nicht möglich, in einem Vertragsverhältniß zu bleiben, das
die Unterstellung zur Voraussetzung hat, daß der Mitcon—
trahent in seinem Geschäfte ebenso fähig als des Willens
sei, die übernommenen Verbindlichkeiten auf das Gewissen—
hafteste zu erfüllen, und dem Publikum niemals unterwerthige
Waaren zu liefern.
Lauersfort, den 9. Dezember 1876.
Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins
für Rheinpreußen.
H. von Rath.
In Folge dessen hat die Actien-Gesellschaft für chemische
Düngerfabrikation zu Ehrenfeld in einem Flugblatt den
Vereinsgenossen mitzutheilen für nöthig gefunden, daß sie
im Verein mit den oben sub 1 und 2 und 4 bis 8 ge—
nannten Düngerfabikanten gemäß Protokoll, datirt Bingen
den 27. Juni 1876, gekündigt, mit diesen Firmen gemein—
chaftlich am 1. Januar 1877 aus der Controle des land⸗
virthschaftlichen Vereins ausgeschieden sei, und daß die vor⸗
Jedruckte Bekanntmachung als eine Gehässigkeit seitens des
landwirthschaftlichen Vereins gegen die Ehrenfelder Firma
bezeichnet werden müsse.
Indem ich zur gründlichen Aufklärung auf den dem
Düngermarkte angeschlossenen Bericht der Versuchsstation
über die Ergebnisse der Controlanalhsen des Jahres 1876
besonders aufmerksam mache, erkläre ich es zunächst für richtig,
daß die Ehrenfelder Fabrik mit den sub 1, 2, 4, 5,7 und
3 genannten Firmen die mit dem Präsidium abgeschlossenen
Verträge zum 1. Januar 1877 gekündigt hat, falls der Verein
auf der Einführung der im Juteresse der Oekonomen ver—
schärften Controlbestimmungen beharre.
Das Motiv zur Veröffentlichung des Ausschlusses der
Ehrenfelder Firma aus der Düngercontrole schon im Dezem⸗
berhefte und des Austritts der übrigen Firmen erst im
Januarhefte ist aber nicht Gehässigkeit gewesen, sondern die
pfflicht, nach der entscheidenden Vorstandssitzung am 10.
November v. J., die Vereinsgenossen so rasch als möglich
davon in Kenntniß zu setzen, aus welchen Gründen Cura—
orium, Präsidium und Centralvorstand ein neues Vertrags—
verhältniß mit der jetzigen Ehrenfelder Düngerfabrik nicht
mehr einzugehen in der Lage ist. Diese Firma ist einfach
im Düngermarkte gestrichen und als unwürdig befunden
worden, unter den vom Vereine controlirten Firmen für—
der beibehalten zu werden. Die thatsächlichen Gründe zu
diesem Ausschlusse sind in vorstehend wiederholter Publika—
tion angegeben. Die Ehrenfelder Firma aber verschweigt
in ihrem Flugblatte de dato Ehrenfeld, den 1. Januar 1877,
welches die Aufschrift führt:
„Aufklärung wegen eines Artikels in der Zeitschrift
des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen“
ihren Kunden diese Gründe, weßhalb ich nochmals auf die⸗
selben hinweise, den bisherigen Kunden der Ehrenfelder