Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

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den Weinbau und würden brodlos werdeu, wenn es jetzt
nicht gelänge, die drohende Calamität abzuwehren. Abzu—
wehren ist sie aber nur, wenn Jedermann in der Provinz,
Besitzer wie Nichtbesitzer von Rebstöcken, Tafeltrauben oder
Wandreben seine Schuldigkeit thut, Niemand bei der großen
Gefahr unthätig oder gleichgültig zusieht, ein Jeder handelnd
mit eingreift, und zu ermitteln mithilft, wo und in wessen
Besitze sich Trauben aus der Handelsgärtnerei der Gebr.
Simon-Louis in Plantières bei Metz befinden, damit sie
unter strenge Controle der vom Reiche bestellten Aufsichtsorgane
 gestellt und nöthigenfalls unter Gewährung entspre—
chender Entschädigung mit aller Vorsicht vollständig vernichtet
werden können. Insbesondere sind die Winzer und deren
Angehörige und Gläubiger und die Weinhändler dabei
interessirt, daß hier das Nöthige geschieht und daß es recht⸗
zeitig und nicht zu spät geschieht. — Es darf darum wohl
erwartet werden, daß keine Rebe, welche aus der Handels—
gärtnerei der Gebrüder Simon-Louis zu Plantières bei Metz
herstammt, undeklarirt bleiben werde, und daß jedermann,
der von einer solchen Rebe und ihrem Besitzer Kenntniß hat
oder erlangt, nicht verabsäumen werde, davon seiner nächsten
Ortsbehörde oder dem Vorsitzenden der ständigen Aufsichts—
commission, Herrn Weinkauff in Kreuznach, Anzeige zu
machen. Von den Ortsbehörden muß erwartet werden, daß
sie solche Anzeigen sofort an Herrn Weinkauff weiter befördern
werden, — Die Kreis- und Lokalblätter der Provinz ersuche
ich, diesen Aufruf im Interesse der Sache gratis in ihre
Spalten aufnehmen zu wollen.
Lauersfort, den 22. November 1877.
Der Präsident des landwirthsch. Vereins für Rheinpreußen.
H. von Rath.

Auszug aus der Vacanzenliste
für Militair-Anwärter.
Die Liste enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen:
) Ort und Behörde, bei welcher die Stelle vacant ist. 2) Nähere
Vezeichnung der Stelie. 83) Einkommen der Stelle. 4) Ob die Un—
stellung auf Lebenszeit oder auf Kündigung erfolgt. 5) Betrag der
zu stellenden Kaution und ob dieselbe durch Gehaltsabzug gedeckt werden
kann. 6) Ob Aussicht auf Verbesserung vorhanden ist. 7) An—
lrüche, welche an die Bewerber gestellt werden. 8) Wohin die Be—
werhungen einzureichen sind. 9) Bemerkungen.
I) Geilenkirchen, Bürgermeister-Amt, 2) Feldhüter, 8)
390 6. Gehalt nebst freier Wohnung und Garten, 4) auf
3 monatliche Kündigung, 5) —, 6) ja, 7) ordentliche Hand—
schrift und Energie, 8) Bürgermeister-Amt zu Geilenkischen.

Ueber Spielwerke.

Im Inseratentheile unseres Blattes finden unsere verehrten
Leser und schönen Leserinnen wiederum, wie alljährlich, die Empfeh—
lungen der weltberühmten Spielwerke von Herrn J. 6. Seller n
Beru. Derselbe liefert diese so allgemein beüüebten Werke in einer ge
radezu staunenerregenden Vollkommenheit; wir können daher Jedermann
nicht warm genug empfehlen, sich ein Spielwerk anzuschaffen, und
hietet die bevorstehende Weihnachtszeit die schönste 33 hierzu
kein Gegenstand, noch so koftbar, erfetzt ein solches Werk!
Was kann wohl der Gatte der Gattin, der Bräutigam der Braut
der Freund dem Freunde Schöneres und Willkommeneres schenken
Denjenigen in vorgerückteren Jahren vergegenwärtigt es glücklich ver
lebte Zeiten; es tröstet den unglücklich Liebenden; es klagt, lacht und
hofft mit ihm; dem Leidenden, dem Kranken gewaͤhrt es die angenehmste
Zerstreuung; dem Einsamen ist es ein treuer Gesellschafter; es erhöht
die Gemüthlichkeit der langen Winterabende im häuslichen Kreise u. s. w
Hervorheben möchten wir noch ganz besonders die nur zu lobende
Idee vieler der Berren Wirthe, die sich ein foiches Weit zur n

1) Frelenberg, Bürgermeister, 2) Polizeidiener und
Feldyüter, 83) 300 Gehalt, und alle zwei Jahre eiue neue
Uniform, 4) auf Kündigung, *5) —, 6) bei guter Führung
Aussicht auf 60 A6. Verbesserung, 7) Versehung der Funk—
tionen als Polizeidiener und Feldhüter der Gemeinde Fre—
* mit 635 Seelen, 8) Bürgermeister-Amt zu Scherben⸗
eel.
1) Neuwied, Gymnasium, 2) Pedell resp. Schuldiener,
3) 600 A. Gehalt neben freier Wohnung und Feuerung,
4) zunächst provisorisch auf jederzeitigen Widerruf, 5) —,
1) Düren, Städtische Verwaltung, 2) Polizeisergeunt,
3) 900 4. Gehalt, 150 MA. Wohnungsentschädigung, 185 4.
Kleidergeld, 4) vorläufig auf einjährige Probe, demaächst
event. auf Lebenszeit, 5) —, 6) nein, 7) gute moralische
Führung und Nüchternheit, körperliche Rüstigkeit, ordentliche
klementar⸗Schulbildung und orthographische Handschrift, 8)
Bürgermeister Werners zu Düren“
6) —, 7) Gewandtheit und Ordnungsliebe, 8) Gymnasial⸗
Direktor Dr. Bardt zu Neuwied, 9 die Stelle wird zu Ostern
1878 vacant und sind Bewerbungen mit Zeugnissen und
Lebenslauf einzureichen.
1) Niederbreißig, Postamt 2) Landbriefträger, 8) 555 46.
Gehalt, 4) auf 4 wöchentliche Kündigung, 5) 300 MAb, kann
durch Abzüge gebildet werden, 6) ja, 7) körperliche Rüstigkeit,
Kenntnisse im Lesen und Schreiben, 8) Ober-Post-Direktion
zu Eoblenz.
1) Polch, Steuer- und Gemeindekasse zu Polch, 2)
Exekutor, 8) ungefähr 380 4 Gehalt, 4) auf 4 wöchentliche
Kuͤndigung, 5) — 6) nein, 7) Energie und Ausdauer 8)
Königl. Regierung zu Coblenz.
1) Saarbrücken, Betriebs-Inspektion J. zu Saarbrücken,
2) 7 Weichensteller, 3) je 810 A Gehalt, 4) auf 4 wöcheut⸗
tiche Kündigung, 5) keine, 6) bis 1060 M, 7) körperliche
GBewandtheit und Rüstigkeit, Lesen, Schreiben und Rechnen,
mit den 4 Spezies mit den ganzen Zahlen, 8) Betriebs—
Inspektion J. zu Saarbrücken, 9) der Wohnungsgeldzuschuß
ist nicht zum Gehalte zugerechnet.
1) Thalfang, Postamt, III., 2) Landbriefträger, 83)
450 6. Gehalt und 60 A. Wohnungsgeldzuschuß, 4) vor⸗
erst auf 6 Monate zur Probe, nach bestandener Probezeit
unter Vorbehalt 4 wöchentlicher Dienstkündigung, 5) 300 4.
in inländischen Staatspapieren, kann durch Abzüge von
monatlich mindestens 3 46. gebildet werden, 6) ja nach
Maßgabe des Dienstalters, 7) Kenntnisse im Lesen, Schreiben
und Rechnen, körperliche Ausdauer, 8) Ober-Post-Direktion
zu Trier, 9) vom 1. Februar 1878 ab zu besetzen.
Saarbrücken. 10. Dezember 1877. Der Kal. Landrath von Geldern.

haltung ihrer Gäste angeschafft. Die gemachte Ausgabe hat dieselben,
wie uns von mehreren Zeiten bestätigt wird, nicht gereut; es erweist
sich somit auch deren praktischer Nutzen auf's Evidenteste und möchten wir
allen Herren Wirthen rathen, sich ohne Säumen ein Spielwerk an⸗
uschaffen, da die Gäste stets dahin diederkehren. wo ihnen eine solche
Unterhaltung geboten.
Wir bemerken uoch, daß die Wahl der einzelnen Stücke eine fein
durchdachte ist; die neuesten, sowie die beliebtesten älteren Opern, Ope⸗
retten, Tänze und Lieder, heiteren und einsten Genres finden sich in
den Heller'schen Werken auf das Schönste vereinigt. Kurz, wir
können keinen aufrichtigeren und wohlmeinenderen Wunsch an die ge—
neigten Leser und Leserinnen unseres Blattes aussprechen, als den,
äch recht bald in den Besitz eines Heller'schen Spielwerkes zu setzen;
reichhaltige illustrirte Preiscourante werden Federmann franco zugesandt.
eWie wir vernehmen, werden von Händlern gewöhnlich an—⸗
dere Werke für Heller'sche angepriesen; jedes seiner Werke und
Dosen trägt seinen Namen; alle auderen sind fremde, auch diejenigen
mit geschriebenen Namen. 122
Wir rathen Jedermann, sich direkt an das Haus zu wenden.
            
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