Full text : Saarbrücker Kreis-Blatt

Erscheint
leden Montag.

Saarbrücker

Insertions⸗
gebühren:

Abonnements⸗
vpreis:
Jährlich 2 Mark
sowohl hier als
auswärts bei den
Postanstalten.

Kreis—

die 4gespasten,
Vetitzeile
oder
deren Raum
10 pf.
den Kreis Saarbrücken.

Amtliches Anzeigeblatt für

Ar. 26.

Montag, 26. Juni

1876.

Bekanntmachungen der Königl. Regierung.
Phylloxera vastatrix (Reblaus) betreffend.
Auf Ersuchen des Präsidenten des Deutschen Wein—
bau-⸗Vereins Herrn Dr. Adolph Blankenhorn zu Carlsruhe
bringen wir die nachfolgende Mittheilung des Herrn Dr.
Moritz, das Auffinden der Phylloxera vastatrix an von
einer deutschen Rebschule bezogenen Reben betreffend, mit
dem Bemerken zur allgemeinen Kenntniß, daß nach Ansicht
des Herrn Blankenhorn in der Bekämpfung der Phylloxera
nicht energisch genug vorgegangen werden kann, falls die
Weinproducenten vor großem Unglück bewahrt werden sollen.
Nach den Berichlen über die neuesten in Oesterreich
gegen die Phylloxera ergriffenen Maßregeln (Siehe Nr. 10
des Weinbaues) ist in Deutschland mit verhältnißmäßig
geringen Kosten eine stärkere Infektion der Weinberge zu
verhüten, wenn die durch den deutschen Weinbau-Verein
angebahnte Organisation der Phylloxera-Bekämpfung (S.
Brosch. Blankenhorn und, Moritz S. 16) vo Ilständ'ig in
allen weinbautreibenden Gegenden durchgeführt wird.
Trier, den 22. Mai 1876.
Auffindung der Phylloxera vastatrix an
von einer deutschen Rebschule bezogenen Reben
(Weinbau Nr. 10).
Es ist bereits von mehreren Zeitschriften die Notiz
gebracht worden, daß sich an aus einer Rebschule in Erfurt
bezogenen Reben die Phylloxera vastatrix gefunden hätte,
und wir halten uns nunmehr auch für verpflichtet, den
Sachverhalt unsern Lesern mitzutheilen. Bekanntlich sind
von vielen Seiten die widerstandsfähigen amerikanischen
Rebsorten für den Fall einer Reblausinvasion als Ersatz⸗
mittel für die vitis vinifera vorgeschlagen worden und es
hat daher ein großes Interesse, dieselben unter den bei
uns herrschenden Verhältnissen beobachten zu können.
Von diesem Gesichtspunkte aus ausgehend ließ Herr
Dr. Blankenhorn von verschiedenen deutschen Rebschulen
amerikanischen Sorten angehoörende Würzlinge kommen, um
dieselben in seiner Rebschule Blankenhornsberg am Kaiser—
stuhl auzupflanzen; vorher wurden jedoch diese Reben im
Laboratorium zu Carlsruhe durch den Unterzeichneten einer
eingehenden Untersuchung ünterworfen. Diese Untersuchung
lieferte nun sehr bald das unerwartete und höchst unerfreu⸗
liche Resultat, daß die Reblaus in ziemlich zahlreichen
Eremplaren an den Wurzeln der aus Erfurt bezogenen
Reben gefunden wurde. Es fanden sich zwar meist todte
Jusekten, abgestreifte Bälge, sowie Eihüuen, allein auch
vollständig erhaltene Läuse fehlten nicht und es kann wohl
kaum einem Zweifel unterliegen, daß im Falle diese Würz—
linge gesetzt worden, die Reben von Blankenhornsberg —
und vielleicht des ganzen Kaiserstuhles überhaupt der Ver—
nichtung preisgegeben worden wären. Es Feiat diefer Fau

———üü

aber auf's Neue, wie dringend nothwendig es ist, daß
namentlich die Rebschule nicht nur eiumal untersucht, son—
dern einer ständigen Controlle durch Sachverständige unter—
zogen werden. Es liegt dies im Interesse der Rebschulen
selbst, sowie des gesammten weinbautreibenden Publikums
überhaupt.
Es bleibt uns nur noch zu erwähnen, daß von Seiten
Dr. Blankenhorn's und des deutschen Weinbauvbereins sofort
dem Reichskanzler-Amte dieser Fall mitgetheilt worden ist.
gez. Dr. Mo ritz.

Dem Directorium für die Jubiläums-Feier des München'er
Kunstgewerbe-Vereins ist durch Allerhöchste Ordre vom
3. d. M. ausnahmsweise gestattet worden, zu derjenigen
Lotterie von Kunst- und kunstgewerblichen Gegenständen,
sowie von Geldprämien, welche der qu. Verein mit der aus
Aulaß jener Feier im Laufe dieses Jahres zu veranstaltenden
Ausstellung zu verbinden beabsichtigt, auch in dem diesseitigen
Staatsgebiete Loose zu vertreiben, was wir hierdurch zur
zffentlichen Kenntniß bringen.
Trier, den 28. Mai 1876.

Die Großherzoglich Luxemburgische Regierung beab—
sichtigt eine Ergänzung der auf die beim Athenaͤum zu
Luxemburg bestehenden Studienstiftungen bezüglichen Stamm—
tafeln vorzunehmen.
Da ihr die Erreichung dieses Zweckes für die Stiftung
Johann Putz zu Adlersthurn fast zur Unmöglichkeit geworden,
weil die meisten Abkömmlinge der Familie Putz im dies—
seitigen Regierungsbezirke u. A. zu Cönen, Edingen, Ernzen,
Igel, Siersberg, Reinig, Soest, Tawern, Wasserliesch und
Wawern wohnen, so setzen wir die Interessenten von dem
Vorhaben der Großherzoglich Luxemburgischen Regierung
auf deren Wunsch hiermit in Keuntniß und fordern die—
selben auf, alle Actenstücke, aus welchen ihre Verwandtschaft
mit dem Stifter hervorgeht, unter Beifügung eines Stamm—
baumes und Augabe des betreffenden Wohnorts dem
Staats-Minister und Präsidenten der Großherzoglichen Re—
gierung, Herrn von Blochhausen zu Luxemburg zu über—
senden.
Trier, den 29. Mai 1876.

Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom 24. Jult
1874 J. B. No. 5872 (Amtsblatt No. 31) bringen win
hiermit zur Kenntniß, daß mit der Abhaltung der evan—
gelischen Hauscollecte zu Gunsten der Rheinisch-Westfälischen
Pastoralgehülfen- oder Diaconen-Anstalt zu Duisburg für
das Jahr 1876 der Diakon Carl Reichert beanftragt ut.
Trier, den 9. Juni 1876.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.