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»om Märzholz gefertigten dagegen 8 Maß. Unsere Voreltern schlu—
zen das Holz ihrer Bauten in den Tagen vom 1. bis 12. December
und die Gebäude, welche sie uns hinterließen, zeigen, daß sie die Zeit
des Schlagens richtig gewählt hatten. Die aus alter Zeit vorgefun—
»enen Hölzer haben, weil die Poren geschlossen sind, ihre Tragfähig—
eit dadurch gezeigt, das sie nicht getragen und gebrochen sind, wie
zie mit Saft gehauenen. Auch hat kein Wurm sie gefressen, da kein
tockender Saft diesen erzeugen konnte. In Gebäuden, wo zur un—
rechten Zeit gehauene Hölzer mit verwendet, haben die alten Hölzer
ich noch immer derber gezeigt, wenn die mit Saft geschlagenen Höl—
zer schon nach 30540 Jahren so oom Wurm gefressen sind, daß ein
seubau nothwendig wird.
Aus dem Vorstehenden ist die Wichtigkeit der richtigen Schlage
—
chont werden muß, welches in der Jetztzeit ohne allen Grund vergeu—
det wird.
Predigt der Garben.
Der heiße Erntetag war vorüber. Eine schöne Sommernach
hreitete sich über die schweigenden Gefilde. Da richtete sich eine Garbe
uuf und rief über den Acker hin: „Lasset uns dem Herrn ein Ernte
»ankfest halten unter dem stillen Nachthimmel!“ Und alle Garben rich—
eten sich auf, und von ihrem Rauschen erwachten die Lerchen und die
Wachteln, die in den Stoppeln umher schlummerten.
Die erste Garbe begann ihre Predigt: „Bringet dar dem Herrn
Ehre und Preis! Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und
eine Güte währet ewiglich. Er lässet seine Sonne aufgehen über
Böse und Gute. Er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Aller
Augen warten auf ihn, und er gibt ihnen Speise zu seiner Zeit.
Jahrtausende sind über die Erde gegangen, und jedes Jahr hat Ern—
ten gesammelt und Speise bereitet. Immer noch deckt der Herr sei—
nen Tisch, und Millionen werden gesättigt. Seine Güte ist alle Mor—
jen neu. Bringet dem Herrn Ehre und Preis!“ Da stimmte der
Thor der Lerchen ein Danklied an.
Und eine andere Garbe redete: „An Gottes Segen ist Alles ge
legen! Der Landmann rührt seine thätige Hand, pflügt den Acker
ind streut Körner in die Furchen: aber vom Herrn kommt das Ge—
)eihen. Viele kalte Nächte und heibe Sommertage liegen zwischen
dem Säen und Ernten. Menschenhand kann die Wolken nicht herbei
ühren, noch den Hagel abwehren. Der Herr behütet das Körnlein
mm Schooße der Erde, behütet die grünende Saat und die reifende
Aehre. Fürchtet euch nicht, er war mit uns. An Gottes Segen ist
Alles gelegen!“
Nun nahm die dritte Garbe das Wort: „Die mit Thränen säen,
verden mit Freuden ernten! Mit schwerem Herzen ging ein Sohn
zus, zu säen. Ach, der Vater war gestorben, und daheim weinte die
»erlassene Mutter; denn die harten Gläubiger hatten die Scheunen
zeräumt. Ein mitleidiger Nachbar lieh ihm den Samen; aber Thrä
nen fielen mit den Körnern in die Furchen. Nun erntet er hundert—
fältig; denn der Herr hat seine Ernte gesegnet. Die mit Thränen
zäen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und
ragen edeln Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre
arben·“··
Darnach fuhr eine vierte fort zu reden: „Wohlzuthun und mit⸗
zutheilen vergesset nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl! Könn—
en wir das hinausrufen in die Häuser der Reichen, die ihre Scheu—
ten jetzt füllen! Könnten wir's dem hartherzigen Manne zurufen, der
gestern die armen Aehrenleser vom Acker trieb! Wen der Herr geseg—
net hat, der soll auch seine milde Hand aufthun, daß er gleiche dem
redlichen Boas, der an der frommen Ruth Barmherzigkeit übte.
Wohlzuthun und mitzutheilen vergesset nicht!“ Und die Wachteln rie⸗
ien laut hinüber in's Dorf, als wollten fie die schlafenden Herzen
ꝛaufwecken.
Und also endete die fünfte Garbe: „Was der Mensch säet, das
wird er ernten. Wer kärglich säet, der wird auch kärglich ernten.
Ind wer da söet im Segen. der wird auch ernten im Segen. Mas
vundert ihr euch daß Unkraut unter dem Weizen steht? Hättet ihr
en Samen gesichtet, ehe ihr ihn ausstreutet! Wer Unkraut säet, wird
Mühe ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird vom Fleische Ver—
erben ernten. Wer aber auf dem Geiste säet, der wird vom Geiste
»as ewige Leben ernten. Was der Mensch säet, das wird er ernten.“
Und alle Garben umher neigten sich und sprachen: „Amen!
Amen!“
Vermischtes.
Cannochiara. Das „Giornale di Agricoltura“ erzählt von
zinem merkwürdigen Aberglauben, der in der römischen Campagna
unter dem Namen Cannochiara vorkommt. Allgemein glaubt man
nämlich in diesem Landstrich, daß man keine landwirthschaftliche noch
gärtnerische Arbeit in den drei letzten Tagen des Februar und den
drei ersten des März vornehmen darf. Denn, behauptet man, an
jedem dieser Tage giebt es eine Stunde, eine einzige Stunde von
chädlichem Einfluß. Nimmt man in dieser Stunde irgend eine Ope—
ration an einem Baume oder irgend einer Pflanze vor, so geht diese
ßflanze später unfehlbar zu Grunde. Diese verhängnißvolle Stunde
heißt Cannochiara. Die Bauern dort sind so fest davon überzeugt,
daß sie während der sechs Tage weder ihren Weinstöcken, noch ihren
anderen Fruchtbäumen mit einem Instrumente nahe kommen, und
grade ist diese Zeit die güustigste Zeit zum Schneiden der Bäume,
oft sogar durch die Veränderlichkeit der Temperatur die einzige, die
ich zu dieser wichtigen Arbeit eignet. Es ist schwer zu sagen, woher
dieser Aberglaube stammt. Sein Ursprung verliert sich in die graue
Vorzeit; die Rohheit und Unwissenheit der Väter hat sich auf die
ꝛbenso rohen und unwissenden Söhne vererbt. Zum Unglüchk,
ügt das „Giornale di Agricoliara“ hinzu, kann man den Leuten
das Lächerliche und Thörichte ihres Aberglaubens nicht einmal durch
das Erperiment benehmen, denn sie behaupten dann, die Cannochiara
sei eben nicht die Stunde gewesen, in der das Experiment vorgenom—
men, und sie halten sich zu dieser Antwort um so berechtigter, da sie
der Meinung sind, ü den Signora reise auch des Nachts
Aehnliche Vorurtheile herrschen noch in anderen Theilen des Landes,
gegen die Erfahrung und Vernunftgründe bis jetzt nichts ausgerichtet
haben. Nur wenn der Bauer von Jugend auf gelernt haben wird,
daß Unwissenheit und Faulheit seine ärgsten Feinde sind, wird er
über die naive Leichtgläubigkeit seiner Väter lächeln.
Zwetschen bis Weihnachten frisch zu erhalten. Man
pflücke an einem sonnenreichen Tage Nachmittags von 224 Uhr
reife Zwetschen mit den Stielen von dem Baume in einen Korb.
Man wählt nur die schönsten, mit blauem Duft angelaufenen Zwet—
schen und schneidet alle Wurmstiche aus. Das Pflücken geschieht mit
Zandschuhen. Von den Stielen schneidet man über die Hälfte ab, setzt
)ann die Früchte in neue Töpfe, welche keine Schnepfe haben dür—
en und auf dem Boden mit frischen trockenen Zwetschenblättern be—
egt sein müssen. Jede Zwetsche stellt man auf den Kopf, den Stiel
iach oben, eine an die andere. Auf die erste Schicht Zwetschen
kommt eine Schicht Zwetschenblätter, und so wechselt man mit Früch—
ten und Blättern ab, bis der Topf voll ist. Die letzte Schicht muß
ꝛine Blätterschicht sein. Auf den Topf wird ein genau passeuder
jölzerner Deckel gelegt und dieser mit Papier luitdicht verkleistert
Ist der Kleister trocken, so begießt man den Rand des Topfes noch
nit Pech. Die Töpfe werden in den Keller gebracht, daselbst in
eine Grube gesetzt und feuchter Wassersand zwischen und über die
Töpfe gestreut, so daß sie 354 Zoll hoch damit bedeckt sind. Wird
der Sand trocken. so muß er mit Wasser angefeuchtet werden
Pflaumen lange frisch zu erhalten. 1) Man bricht
die Zweige mit den reifen Früchte ab und steckt das Bruchende in
die Höhlung einer Kellerwand. 2) Man pflückt die reifen Pflaumen,
zhe fie sich vom Stiele lösen, ohne sie zu beschädigen, mit dem Stiele
an einem trocknen Tage, legt sie in einer luftigen Kammer ganz
Jünng auseinander und Iaäht fie bdaselbs 95 Tage ausli⸗gen. danv