Die Lebensdauer der Vögel.
Das Alter der Vögel soll, wie Einige meinen, nach der Form
des Schnabels geschätzt werden können. Die meisten derselben sind
chon nach einigen Monaten erwachsen. Im Verhältniß zu der ge⸗
eingen Größe ihres Körpers leben sie länger als Menschen und vier—
üßige Thiere, fünfzehn, zwanzig und dreißig mal so viel Zeit, als
je zu ihrer vollständigen Entwickelung bedürfen. Man schreibt ihre
ange Lebensdauer der Organisation ihrer Knochen zu, die viel zar—
er und leichter sind, länger porös bleiben, als die der Säuge.
hiere. Das hohe Alter des Adlers ist gewissermaßen sprüchwörtlich
Jeworden. Schriftsteller des Alterthums halten es für wahrscheinlich,
daß die Sage vom Phönix dem Adlergeschlecht entnommen worden
ei. Nach ihrer Meinung lebte der Adler bis in's Unendliche, oder
doch wenigstens 500 bis 600 Jahre. Einer erzählt sogar, daß ein
Adler 1461 Jahre gelebt habe. Diese Angabe ist indeß um nichts
zlaubwürdiger, als die Geschichte vom hölzernen Adler, der, von
Regimontanus (Müller) bei Nürnberg angefertigt, dem herannahen—
den Kaiser eine bedeutende Strecke entgegengeflogen sein soll.
Der gezähmte Habicht wird dreißig Jahre alt, der freie
oierzig. Die Lebensdauer des Geiers umfaßt beinahe ein Jahr—
hundert. Der kleine Kanarienvogel ist sehr langlebig. Man weiß
son einem solchen, der in seinem Bauer 26 Jahre hindurch von sei⸗
aer Herrin gepflegt wurde.
Die Nachtigall macht eine Ausnahme; sie lebt in der Gefangen⸗—
chaft länger, als in der freien Natur. Man hat Beispiele, daß eine
Nachtigall 25 Jahre gesund und frisch im Käfig zubrachte.
Der Rabe bringt sein Dasein freilich nicht, wie man im Alter⸗
hum behauptete, auf 600 Jahre, aber doch, wie Buffon versichert,
auf ein Jahrhundert. Eben so lange weilt die Krähe auf Erden.
Der Papagei hat ebenfalls eine ungemein lange Lebensdauer
Der Besitzer eines solchen Vogels fütterte ihn 32 Jahre hindurch,
nachdem ihn der frühere Eigenthümer bereits 41 Jahre im Käfig
zehalten hatte; das Thier lebte also in der Gefangenschaft 73 Jahre
ind war doch schon völlig ausgewachsen, als es nach Europa ge
zracht wurde. Ein Göttinger Professor versicherte, daß ein Papagei,
der 1633 aus Italien nach Frankreich kam, erst 1748 gestorben sei
Der Pfau lebt 20 Jahre und entfaltet seine Farbenpracht erst
niach Ablauf von 3 Jahren; Fasanen und Rebhühner leben 16, die
Ringeltaube 60, die Holztanbe nicht über 5256 und die Turteltaube
7 Jahre.
Hie Lebensdauer des Reihers umfaßt 60 Jahre, die des Kra—
uchs 24 und die der Rothgans 14 Jahre.
Dem Schwan schreiben Einige eine 100jährige, Andere gar eine
300jährige Lebensdauer zu. In Holland starb 1672 ein Schwan,
der auf seinem Halsbande die Jahreszahl 1578 trug. Solcher Bei—
spiele gibt es mehrere. Ein in einem Museum ausgestopfter Schwan
oll 200 Jahre alt geworden sein.
Der Pelikan hat den Ruf eines langen Lebens, ebenso auch die
Gans. In England besaß ein 50jähriger Mann eine gleichalterige
Gans. Doch versichern glaubwürdige Stimmen, Gänse im Alter von
70-80 Jahren angetroffen zu haben. (Was maag das für zarte
Gänsebraten geben?)!
neber das hohe Alter der Enten mangelt jede Angabe.
Der Strauß lebt, wenn man Berichten vdn Reisenden und Na—
rurforschern alauben darf, zwischen 20 und 30 Jahre.
Aus der Natur.)
Dies gilt indessen nicht vom Gurkensalat, der, auf die gewöhnliche
Weise (zuerst mit Salz, dann mit Essig und Oel) angemacht, seinen
zewürzhaften Saft, das beste an der Gurke, vollständig verliert uud
zu einem holzigen, mindestens aber ledernen Gericht wird. Die
Reihenfolge der Zuthaten muß daher umgekehrt, und zuerst das Oel,
danun der Essig und zuletzt das Salz zugethan werden. Auch ist ein
Unterschied in der Zeit des Zusetzens dieser Zuthaten zu beobachten.
Besetzt, der Gurkensalat sell zu einer Festlichkeit vorher bereitet wer—
den und dann mehrere Stunden lang auf dem Tische als Zierde
ieben anderem Eingemachten dienen, ohne dabei an seiner Güte zu
»erlieren. Zu dem Ende macht man den Salat nur halb fertig,
ndem man vorläufig das wegläßt, wodurch die Gurkenscheiben ent⸗
aftet und holzig werden, nämlich das Salz und den Eisig. Daher
kommen die Gurkenscheiben, reichlich mit Oel versehen, auf den für
sie bestimmten Platz, lindem man sie zuvor noch nach Belieben mit
Peterfilie, Schnittlauch, Estragon, Kresseblumen u. dgl. ausgeschmückt
hat. Daneben stellt man Essig, und zwar gesalzen (auf einen Schop⸗
den recht scharfen Essig ein Loth Salz), um ihn, wenn die Speise⸗
eit für den Gurkensalat gekommen, sogleich bei der Hand zu haben.
Er wird löffelweise (nach vorher erprobtem Verhältniß) hinzugesetzt,
chnell umgerührt, um nun sogleich die Runde bei den Gästen zu
nachen. Ein solcher Gurkensalat bietet wirklich einen Genuß, da die
Scheiben so frisch und saftig sind, wie eben geschnittene, indem die
Delschicht, in welcher sie, selbst stundenlang, verweilen mußten, ihnen
auch nicht die geringste Unbill angethan. Auch ist hierbei der vor—
her gesalzene Essig eine wesentliche Verbesserung, da sich das Salz
auf diese Weise am gleichmäßigsten vertheilen läßt. (Frauend. Bl.'
Vermischtes.
Vertilgungsmäittel der Mäuse in Häusern. 1) Man
ibergieße in einem Arzneiglase 8 Gran Phosphor mit 2Loth heißem
Wasser und schüttele den geschmolzenen Phosphor mit dem Wasser
o lange, bis das Wasser erkaltet ist und der Phosphor wieder fest
vird. Man erhält ihn dann als ein feines, im Wasser zertheiltes
Bulver; die Flüssigkeit rüuhrt man sogleich mit 6 Loth Roggenmehl
u einem Brei an und streicht denselben auf Speckschwarte. 2) Man
bermischt Maismehl mit etwas Butter, setzt 2 Tropfen Anisbl zu,
ormt Kügelchen daraus und steckt diese in die Mäusefalle.
Der Elephant im Pfluge. Die Engländer in Indien ge—⸗
hrauchen jetzt den Elephanten, um von ihm den Pflug ziehen zu
lassen, und hat sich dieses kriegerische Thier sehr gut als friedlicher
Arbeiter bewährt. Englische Schmiedemeister verfertigen sehr enorme
und sehr feste Pflüge, wie sie für solches Thier passen, und senden
iie durch das mittelländische Meer, den Isthmus von Suez, das rothe
ind indische Meer an den Ort ihrer Bestimmung. Jeden Morgen
»ei Sonnenaufgang faßt der Elephant seinen Freund, den Kornak,
»eim Gürtel, setzt ihn sich auf den Rücken und geht in's Feld. Zwei
anechte lenken die beiden Pflugsterze, und so lange die Sonne am
Himmel sieht, marschirt der Elephant immer zu, hinter sich einen
langen Hügel aufwerfend; er zieht nämlich Furchen von 4/0 Fuk
HBreite und 3 Fuß Tiefe.
Stärke und Güte des Leimas zu bestimmen. Man
weicht den Leim 24 Stunden lang in kaltem Wasser ein, um ihn in
Gallerte zu verwandeln. Nach der Consistenz und Festigkeit dieser
Zallerte kann man seine Güte, aus der Menge Wasser, welche er
zerschluckt. seinen Gehalt an Leimstoff bestimmen
Bemerkungen über die Zubereitung des Gurkenfalats
Ein großer Gastrosoph (Vaerst) hat gesagt: „Beim Anmachen
des Salats sei mit dem Essig ein Geizhals, mit dem Oel ein Ver—
schwender. mit dem Salz ein Weiser und mit dem Mischen ein Narr.“
VBekanntmachung.
bereits vorhandenen Fabrikgebäude eine Gas
bereitungs⸗Anstalt zur Beleuchtung der Räum—
desselben, zu errichten.
Etwaige Einsprüche gegen dieses Unterneh
men sind auf Grund des 3 des Gesetzes vom
. Juli 1861 innerhalb 14 Tagen auf dem
hürgermeisterei⸗Amte zu Sulzbach, woselbs
auch“ die Reschreihungen und Zeichnungen
offen liegen, anzubringen; wobei bemerkt wird
daß die vorbezeichnete Frist für alle Einwen
dungen nicht privatrechtlicher Natur präcluñ
disch ist.
Saarbrücken, den 20. Sept. 1866.
Der Konigliche Landrath beurl
Der Kreis Secretär.
rer. 2R. Tischer
Der Unternehmer Ludwig Zeitz zu Sulz—
hach beabsichtigt auf dem ihm zugehörigen
Frundstücke Flür 8 No. 273/66, 274/66 und
z4/ 66 des Katasters im Distrikte „am Schul—
warten“ dos Rannos von Sulaühach in dem