Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Nach überstandener Krisis ist dem Patienten die sirengste Diät dim schwersten vollkommen bewährt. Der Fabrikant giebt folgende
anzurathen, namentlich müssen saure Speisen, frisches Obst, Gemüse, Notizen darüber: Der Pflug dient speciell zum Kartoffelausheben,
Bier ꝛc. vermieden werden. Jeder Diätfehler zieht fast regelmäßig Runkelnausackern, Saat- und Wasserfurchenziehen. Der Pflugbalken
, —586 it n Schmiedeeisen mit adeen 335*— von Guß,
9— ebenso eine Karre, die zum Hoch- un iederstellen mittelst einer
—. see * Schraube mit flachem Gewinde, sowie auch zur Seitwärtsstellung ein⸗
Müller, früher Wirthschafts-Inspection. zerichtet ist. Außerdem besteht der Pflug aus folgenden Theilen:
Sinem schmiedeeisernen Korbe mit Schar, zum Ausackern der Knollen
dienend; einem Streichbrett, deren zwei Stück dem Pfluge beigegeben
verden; einem Transportwagen zum bequemen Ueberlandschaffen des
Pfluges; aus Scharen, die in Stelle des Korbes mit Schar an den
körper befestigt, mit den Streichbrettern zum Wasserfurchenziehen, An—
däufeln ꝛc. verwendet werden.
Der Director der praktischen Abtheilung der landw. Versuchs—
tation zu Möckern bei Leipzig, Herr Bähr, welcher diesen Pflug im
derflossenen Herbst geprüft und während der ganzen Ernte benutzt hat,
iußert sich in einem Gutachten darüber: „Zum Kartoffelausackern ver—
wendet, leistet der Pflug so Vollkommenes, wie kein anderes hierzu
verwendbares Instrument, derselbe bedurfte nicht nur weniger Zug—
kraft, wie unsere Haken, er legte auch fast alle Kartoffeln frei zum
Ablesen auf den Acker und wurde durch das schmale Schar fast gar
eine beschädigt. Sodann zum Runkelnausackern benutzt, verrichtete
der Pflug diese Arbeit eben so gut wie die erstere; gleichfalls sehr
hrauchbar erwies er sich endlich zum Saat- und Wasserfurchenaus—
treichen.“
Dieser ganz in Eisen construirte Kartoffelaushebepflug kostet 30
Thlr.; nebst zwei Streichbrettern, drei extra Scharen und Tranusport—
wagen ist der Preis 40 Thlr.

Falsche Havanna⸗Eigarren.
Die „L'Europe“ bringt aus sicherer Quelle und gut unterrichtet
olgende Belehrungen über die Fälschungen, die in Europa mit dem
Tabak und den Cigarren vorgenommen werden, welche unter dem
Namen „Havanna-Cigarren“ berühmt sind.
Mit dem Tabak der Insel St. Domingo werden in Deutschland
die Cigarren verfertigt, welche man in Europa als Erzeugnisse von
Fuba verkauft und die in so hohem Grade dem Geschmack der Raucher
chmeicheln. Besonders haben die Städte Hamburg und Bremen,
welche den größeren Theil der Exportwaare empfangen, diesen eigen—
chümlichen Erwerbszweig ausgebildet. Die geübten Cigarrenarbeiter
bedecken mit einem schönen Blatte von St. Domingo die mittelmäßi—
gen Tabake aus Deutschland und den Ver. Staaten von Nordame.
rika, um ihnen das völlige Aussehen von Havanna⸗-Cigarren zu
derleihen. Sie geben ihren Fabrikaten alle bei den Rauchern be—
iebten Formen: Regalia, Imperial, Trabucos, Panetales ꝛc. Um
aber den Raucher noch mehr zu täuschen, werden aus der Havanna
die Cedernbreter bezogen, aus welchen dort die Kästen gemacht wer—
den, das Papier, womit man sie inwendig ausfüttert, die Bänder,
um die Packete zusammen zu binden, bis auf die kleinen Nägel,
welche die Deckel der kleinen Kisten befestigen. Man ordnet die Ci⸗
zarren auf gleiche Weise wie in der Havanna, man bringt auf die
Deckel die renommirtesten Namen, Gravuren und Marken.
Sobald sich nun ein Schiff aus der Havanna auf der Rhede von
Bremen oder Hamburg blicken läßt, tragen die Kaufleute Sorge,
diefe Tausende mit so vieler Sorgfalt gearbeiteten Cigarrenkisten an
Bord des Schiffes zu bringen, bevor es in den Hafen einläuft. Auf
dem Steueramt werden diese Kisten dann als Havanna⸗-Cigarren de—
larirt und als solche deponirt. Aus diesen Depots kommt die Mehr—
zahl der fälschlich für Havanna ausgegebenen Cigarren her, mit de
nen Europa überschwemmt ist.
Diesen Erwähnungen muß noch folgende wichtige Bemerkung
hinzugefügt werden. Es werden jährlich aus der Havanna nicht
mehr als 270 Millionen Cigarren exportirt. Diese Menge, die auf
den ersten Blick beträchtlich klingt, erscheint bedeutend geringer, wenn
man weiß, daß sie sich auf sämmtliche Raucher des Erdkreises ver—
theilt. Dann ist es wohl ersichtlich, daß diese Fabrikation kaum für
den allgemeinen Bedarf genügt, und daß der Ueberfluß, der sich in
allen Kreisen des Verbrauchs bemerklich macht, nur von der oben
angegebenen betrügerischen Fabrikation herrühren kann.

Horn ans weißen Rüben.
Eine neue, höchst originelle Erfindung, nämlich aus weißen
Rüben künstliches Horn zu verfertigen, machte unlängst in der Schweiz
zroßes Aufsehen. Der Erfinder dieser Seltsamkeit ist der Bildhauer
saspar Schlee in Bern. Sein eigeunthümliches Verfahren ist bis
etzt ein Geheimniß, scheint aber nach den vorläufigen Mittheilungen
einfach und leicht ausführbar zu sein. Dieses Rübenhorn — wenn
man es so nennen darf — hält nach dem Berichte der deutschen
Gewerbezeitung in seinen Eigenschaften die Mitte zwischen dem ge—
härteten Kautschuck und dem ächten Horn. Elastischer und biegsamer
als dieses, ist es härter und fester als jenes und eignet sich trefflich
zur Herstellung oon Kämen, und sollen dergleichen Kämme, aus die—
em Material gefertigt, es an Dauerhaftigkeit mit solchen aus Horn
bollkommen aufnehmen können. Aber nicht nur Horn kann man
nach diesem Verfahren aus weißen Rüben machen, sondern auch
Becher und Schalen, Tassen und Teller, ja auch Lederpapier und
inderes dahin Gehöriges mehr. Sonderbarer Weise ist diese Erfin—
dung in der schweizerischen Ausstellung vom Jahre 1857 gänzlich
unbeachtet geblieben und ignorirt worden. Der Erfinder beabsichtigt
nun mit seinen Producten in der Weltausstellung in Paris 1867
aufzutreten, wo denselben, wie wohl zu erwarten steht, eine arößere
Anerkennung zu Theil werden dürfte.

Der Kartoffelaushebepflug.
Bon D. Magnus in Eutritzsch bei Leipzig.
Dieser Aushebepflug hat bei den Ausstellungen in Dresden und
Merseburg einen Preis erhalten. Die „Agron. Ztg.“ bringt über
diesen Pflug unter anderem Folgendes: Es ist dies eine sehr bedeu—
zende Verbesserung des Howard'schen Kartoffelpflugs, die sich in der
Praxis vollkommen bewährt hat und die aus vollster Ueberzeugung
empfohlen werden kann. Dieser Kartoffelaushebepflug hat sich auch

Vermischtes.
Leim wasserdicht zu machen. Man erweicht Leim in
Wasser, bis er eine gallertartige Masse bildet. In diesem Zustande
löst man ihn in einet hinreichenden Menge Leinöl bei gelinder Hitze
auf. Solcher Leim bindet sehr gut.

— —

Bekanntmachung.
Der Betrieb der Bahnhofs-Restauration auf
der Station Völklingen soll im Wege der
öffentlichen Submission vom 1. Nopember c
ib verpachtet werden.
Pachtlustige werden eingeladen, ihre Offer⸗
en mit der Aufschrift: „Offerte zur Pachtung
der Bahnkofs-Hestonrafien zu Naesfklinden“ hbist

zum 1. October er., Vormittags 104 Bemerkt wird noch, daß der jährliche Pacht
Ahr, im Büreau des Unterzeichneten auf'zins außer den Kosten für Heizung und Be
giesigem Bahnhofe versiegelt und portofrei leuchtung der Wartesäle auf 36 Thlr. festge—
ainzureichen, woͤselbst sie im Beisein der etwa setzt ist, und event. der Zuschlag ohne Rüuͤcksich
eneen —— geöffnet warden auf höhere Gebote erfolgen wird.
Bedingungen für die Verpachtung können auf, I
der Slation Voͤltlingen, X inr Reinen Trier, den 14. Sept. 1866.
Büreau hiersebst eingesehen, auch von hier Der Eisenbahn Bau-Anspector
1u8 durch vortafreie Gosishe hernden merder 1 Navor
            
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