dens gemacht haben, dann könnten diese Länder zu den fruchtbarsten
und reichsten der Welt werden und wo jetzt 100-150 Menschen le—
hen, würden 4-6500 ihr reichliches Auskommen finden.
Schluß folgt.)
meiner Nähe so geschäftig zeigte und zwar ein ganzer Trupp. Mein
Augen späheten begierig nach ihrer Beschäftigung, und um sie darin
aicht zu stören, hielt ich mich so viel als möglich ruhig. Es ging
eben schon dem Abend zu, wo sie ihr Nachtmahl suchten. Es war
keine bloße Unterhaltung, welche die trieben; sie gingen wirklich nach
Brod und der Tisch schien für sie ziemlich reichlich gedeckt. An
den Bäumen und Sträuchern flogen, die Sperlinge auf und ab. ber
und hin und fanden immer etwas zu picken.
Wie lieb gewann ich da die Vielen so verhaßten Sperlinge.
Jetzt fiel mir erst ein, wie manche von den Sträuchern im Frühjahr
und Sommer vom Ungeziefer ganz abgefressen und verunstaltet wa—
ren. Das hatten die Raupen verschuldet. Vielleicht zehrten eben
jetzt die Sperlinge von den Puppen und Eiern dieser Raupen und ver—
tilgten Tausende derselben, wodurch sie Wohlthäter der Parkanlagen
vurden und wofür ihnen also die darin Lustwandelnden den größten
Dank schuldig sind.
Daß die Sperlinge auch auf den Obstbäumen während des Win—
ters ihre Mahlzeit aufsuchen, dürfte nicht zu bezweifeln sein. Man be—
obachte nur einmal den Sperling, wenn er Junge hat — und diese
hat erdmehrere Male im Sommer — wie er emsig ist, für seine Kin—
der Nahrung zuzutraͤgen. Und woraus besteht diese Nahrung? —
Meistens aus unbehaarten Raupen, Schmetterlingen und anderem
Ungeziefer.
Eine Freude istes, den Sperlingen zuzusehen, wenn sie im Mai
auf die herumfliegenden Maikäfer Jagd machen. Jeden Augenblick
haben sie einen solchen, der Landwirthschaft gefährlichen Feind, ge—
fangen oder getoͤdtet.
Wollten wir aber deswegen der Vermehrung der Sperlinge kei—
aen Einhalt thun, so würden wir diesen Nutzen sehr theuer bezahlen
müssen und zwar durch Plünderung der Früchte in den Gärten und
auf den Feldern.
Da der Sperling wenig natürliche Fein de hat und gegen diese
sich auch in den menschlichen Wohnungen genügend schützen kann, so
kommt es, daß er sich sehr bald, nicht etwa zu Hunderten, sondern
zu Tausenden vermehrt und dadurch außerordentlich schädlich wird.
Den oben angegebenen Nutzen können auch wenige Sperlinge gewäh—
cen, besonders wenn man Scheuern und Schüttböden sorgfälltig vor
ihnen verwahrt und sie zum Aufsuchen von Nahrung awingt, welche
wir von unseren Bäumen entfernt wünschen.
Diese Beschränkung der Vermehrung ist nicht mit großer Schwie—
rigkeit verbunden. Ihre Nester sind leicht aufzufinden und zu zer—
tören. Im Winter fängt man sie unter den Dächern, wo sie sich
zern aufhalten. Man geht in der Nacht mit einer Laterne unter das
Dach und stellt sich mit derselben in eine Ecke. Ein Anderer stört
die Sperlinge mit einer Stange auf. Alle Sperlinge kommen nach
dem Lichte geflogen, wo sie sich leicht fangen lassen.
(Stein's prakt. Wochenbl.)
Einiges über den Sperliug.
Von K. Fischer in Kaaden)
Kein Vogel hat von jeher so viele sonderbare, von einander ab—
weichende Urtheile und darauf gestützte Behandlung erfahren, als
der Sperling. Er ist der treueste Anhänger menschlicher Ansiedelun—
gen. Diese sind ihm im Winter ebenso lieb, wie im Sommer; viel—⸗
seicht noch lieber, weil er hier ein schützendes Obdach findet gegen die
ZStürme uͤnd Kälte des Winters; zugleich aber auch genügende Nah—
rung in der Nähe von Menschen und deren Hausthieren sich ihm
zarbietet, so daß er nicht leicht Noth zu leiden braucht. Sonderbar
st es dennoch, daß dieser Vogel dessenungeachtet so scheu gegen die
Menschen ist, da er doch fast beständig in ihrer Gesellschaft sich be—
findet, im Gegentheil sich vor den übrigen Hausthieren gar nicht
fürchtet, in deren Mitte sich drängt und auch das Futter vor ihren
Augen wegnimmt. Bekommt er auch deßwegen einen Verweis, so
tümmert ihn das nicht viel; er weicht nicht weit und ist gleich wie⸗
der da. Viele dringen auf gänzliche Ausrottung des Sperlings ob
des Schadens, den er an Garten- und Feldfrüchten anrichtet, daher
nuch die bekannten Verordnungen in manchen Gegenden, wo jedes
Haus eine bestimmte Anzahl von Sperlingsköpfen zu liefern hatte.
Dder Mittelweg ist auch hier der beste. Auch bein Sperling gilt das
Sprüchwort: „Allzuviel ist ungesund,“ d. h. allzuviele Sperlinge wer—
den überaus schädlich; was sie aber Gutes leisten, kann auch durch
eine geringere Anzahl derselben geschehen.
Von der Richtigkeit dieses Satzes überzeugte ich mich noch dieser
Tage an mehreren Orten. Immer sah ich zur Zeit, wo die Vögel
auf Futter gehen, nämlich früh, Mittags und Abends, mehrere Sper⸗
linge auf den Dächern und an den Gesimsen der Häuser herumflie⸗
gen; sie späheten nach allen Winkeln, Lücken und Spalten, pickten
mit ihren Schnäbeln und benahmen sich dabei sehr geschickt und flink.
Man konnte in einer Entfernung von 10 Schritten recht deutlich
wahrnehmen, daß sie nach Ungeziefer, dessen Puppen, Eier ꝛc. suchen,
welche sich dort häufig finden. Es sind bei diesem Aufsuchen jselten
nehr als 2 Sperlinge beisammen.
Als ich vor einigen Tagen bei trübem, kaltem Wetter in unse⸗
ren Parkanlagen wandelte, kam mir die Einsamkeit doch etwas zu
einsam vor. Kein Vögelchen ließ sich sehen oder seine Stimme hö—
ren. Doch auf einmal vernahm ich ein ziemlich starkes Zwitschern
ind ein Geräusch von Vögeln durch das Gesträuch. Ich fühlte plötz
lich eine ganz andere Stimmung in mir. Ich war nicht mehr der
Einsame, ich hatte Gesellschaft gefunden, welche meine Gedanken und
meine Gefühle belebten. Sogleich suchte ich zu erfahren, in welcher
Gesellschait ich mich besinde. Es war der Svperling, welcher sich ir
—— —Us
Bekanntmachung.
Betreffend Submission zur Lteferung der
Hrucksachen für die Königl. Regierung.
Die Lieferung der Drucksachen für die unter—
eichnete Regierung soll aus 8, 6, 9 Jahre
»om 1. Januar 1857 ab auf dem Wege der
Submission in Verding gegeben werden. Un—
lernehmungslustige wollen ihre Anerbieten ver
siegelt unter der Aufschrift „Submission zur
dieferung der Drucksachen für die Königliche
Regierung“ bis zum 1. October c., Abends
hr. auf unserer Botenmeisterei abgebeu.
Submissionsformulare, welche zugleich die
Lieferungsbedingungen enthalten, werden in
ʒer Botenmeisterei verabfolgt.
Trier, den 6. Sept. 1866.
KFKönialiche Regierung.
ssetzt ist, und event. der Zuschlag ohne Rücchr
se hoͤhere Gebote erfolgen wird.
Der Betrieb der Bahnhofs-Restauration au— Trier, den 14. Sept. 1866.
der Station Völklingen-soll im Wege der Der Eisenbahn Bau-Inspedor,
öffentlichen Submission vom 1. Novembere A Raver
ab verpachtet werden.
Pachtlustige werden eingeladen, ihre Offer
en mit der Aufschrift: „Offerte zur Pachtung
der Bahnhofs-Restauration zu Völklingen“ bis
um J. October er., Vormittags 10—
Ahr, im Büreau des Unterzeichneten au⸗
diesigem Bahnhofe versiegelt und portofre
einzureichen, woselbst sie im Beisein der etw
erschienenen Submittenten geöffnet werden. Dit
Bedingungen für. die Verpachtung können au
der Station Völklingen, sowie in meinen
Büreau 88 eingesehen, auch von hier
aus durch portofreie Gesuche bezogen werden
Bemerkt wird noch, daß der jährliche Pacht
ins außer den Koslen für Heizung und Be
euchtung der Wartesäle auf a6 Tülxr. festge
—3
Für den directen Güter-Equidbag?7
und Vieh-Ver kehr zwischen a us
Eisenbahn und den Stationen rtier Bah⸗
nen ist vom 1. September cr. ein neuer
Tarif“ aufgelegt wordenyn Verkaufs⸗
Fremplare à 8 Sgr. beben Stations-Kassen
zu haben sind.
Saarbrücker, den 4. Sept. 1866.
*Mialiche Fisenbabn- Direckion