Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

10 Gewinne zu 80 Thlr. auf No. 3920 41,734 46,648
50,251 51,799 52429 60, 234 65, 102 72, 218 809, 705.
28 Gewinne zu 60 Thlr. auf No. 417 5762 6301 11,309
12,497 13,591 13,904 15,770 15,944 16.192 18,015 23,008
25,267 26,990 31,600 37, 237 38 202 38 262 40,938 45,555
52159 57459 50,033 61,997 64,567 82,202 84,522 88,7 15.
101 Gewinre hlr. auf No. 1003 1237 2044 2088
2805 6416 6509 5 8356 8765 8856 9356 9483
40,609 10,791 14 183,537 19,069 21,097 22.020
22,241 23, 700 24, 4. 24.795 24,835 26,885 28

28,474 29,5342 29,943 30,911 31,060 31,401 34, 723 35, 282
37,211 385566 39,645 40,942 42552 42,765 48,013 44 102
44,345 45,678 47, 800 51,8346 51,567 51581 51,755 52 134
53,143 533, 716 34,697 54,921 56,867 57,162 57,983 60825
60,840 61,285 62,060 63, 203 66,004 66475 66, 929 68, 566
88,858 70,678 725514 73,245 73,477 75,911 74284 74822
74,902 75,437 77,446 77,592 78,973 79,600 79,831 80,812
31,054 82784 85,260 87, 218 83,338 89,096 89,349 89, 854
39,376 89.548 90,283 91,079 92,231 93,725 94,872

*

Ueber den Einfluß der Waldungen auf die Landes⸗
kultur und die klimatischen Verhältnisse.
Es ist eine bisher noch nicht genug gewürdigte Thatsache, daß
Deutschland seine vortrefflichen Ackerfelder und Wiesen, so wie sein
zünstiges Klima hauptsächlich seinen Waldungen verdankt, welche
nit wenigen Ausnahmen seine Gebirge bedecken und in mannigfachem
Wechsel mit Feld und Wiese seine Ebenen durchziehen. Wir finden
jast in keinem anderen Lande der Welt ein so glückliches werdaumnis
wischen Wald und Feld, wie in unserem Vaterlande; wir finden in
Begentheile entweder große Waldstrecken in meilenweiter Aufeinander
olge oder große Flächen ohne Baum, ja fast ohne Strauch, wi
Rußland und Amerika. Die westeuropäischen Länder und mit ihneß
Deutschland, haben die hohe Kultur dem günstigen Klima, das i
hnen herrscht, zuzuschreiben. Dieses Klima wird andererseits abe
vieder von dem Bestehen der Waldungen bedingt, die das Herein
brechen eines Continental-Klimas, wie es in Rußland, in Asien uns
Afrika, auch in Amerika vorhanden ist, verhindern. Wenn, trotz deß
Mangels an Wald in England ein so günstiges Klima herrscht, daß
es hinsichttlich seiner Kulturverhältnisse mit allen anderen Länderh
tivalisiren kann, so hat es diese Vorzüge einzig und allein seinen
insularen Lage zu verdanken, welche das Entstehen eines Continen
jal Klimas ganz unmöglich machen, selbst wenn die wenigen Reste
von Waldungen, die sich noch erhalten haben, verschwinden sollten.
Man kann den Wald mit Recht den Erzeuger des Wassers nen
nen, dessen ungeheurer Einfluß auf die gesammten Lebensverhältnisse
wohl nicht hier näher hervorgehoben zu werden braucht. Es würde
mit unseren Flüssen und Gewässern schlecht stehen, wenn wir nicht
die Waldungen als ihre Erhalter hätten. So ist der in den letzten
Jahren hervorgetretene Wassermangel nur allein in der Verringerung
der Waldbestände zu suchen.)
Betrachten wir uns einmal ein Waldgebirge näher, so sehen
wir, daß der niederfallende Regen in der aus Moos und Flechten
so wie dem abgefallenen Laub und den Nadeln gebildeten Boden
decke festgehalten und so in der Nähe der Baumwurzel gesammelt
wird. Das Wasser nun, welches nicht durch die letzteren aufgesogen
wird, sucht sich einen Ausweg und kommt als Quelle aus dem Bo—
den hervor, wird nach und nach ein Bach und so weiter ein Fluß
and Strom. Die Bodendecke verhindert den schnellen Abfluß des
Wassers und jorgt dafür, daß bei normaler Witterung die Quellen
and Bäche nicht versiegen. Ueberdies vermitteln die Laubkronen der
Bäume die Wasserverdunstung, welche eine Menge von Wasserdamp'
an die Luft abgibt und dadurch die atmosphärischen Niederschlägt
hervorruft. Denken wir uns dagegen dieses Gebirge abgeholzt und
tahl, so wird zunächst die Erde, der Humus, welche sich auf den
skämmen und Abhängen desselben im Laufe der Jahrhunderte gebil
det und dadurch den Wald hervorgebracht haben, von den davon
zerabströmmenden Wassern abgespült, die Moosdecke verschwindet,
der nackte Felsboden tritt hervor und alle Vegetation erlischt. Die
chrecklichsten Nachtheile für die austoßenden Thäler machen sich fühl
dar: Der Regen wird durch nichts aufgehalten, sonderu stürzt mit
aller Gewalt von den Wänden herab, überfluthet die ungeschützten
Thäler und bedeckt fie mit Schutt und Geröll. In trockenen Zeiten
sinwiederum herrscht in denselben eine unerquickliche Dürre; die
Quellen und Gewässer sind versiegt und früher lachende Gefilde
werden zur Einöde. Diese beklagenswerthen Folgen der Abholzung
in den Gebirgsgegenden lassen sich so leicht nicht wieder aufheben,

2) Wenn die ganze Höhe des Kreises Saarburg von Tawern uͤber Fisch, Merz⸗
sirch, Münzingen, Borg und Efft mit Wald bestanden wäre, würde in den Ort—
chaften des Gaues gewiß kein so groker Wasiermangel sein, welcher so häufig zur
vahren KCalamität wies

denn es erfordert fast übermenschliche Mühe und Sorgfalt und in
mit ganz unverhältnißmäßigen Kosten verknüpft, dieselben wiederuw
mit Wald zu bedecken.
Den“ besten Beweis für diese Behauptungen geben uns di—
Züstenländer des mittelländischen Meeres. Es ist geschichtlich nach
gewiesen, daß die Gebirge dieser Länder in alten Zeiten mit Wal—
dungen bedeckt gewesen sind. Der ihre Wichtigkeit nicht ahnende
Unverstand der alten Bewohner hat sie abgeholzt und so wider Willen
die traurigen Folgen, die so eben angegeben wurden, herbeigeführt
Das südliche Frankreich, Dalmatien, Spanien und Griechenland
nüssen noch heute für diesen Unverstand büßen. Aber auch die
neuere Zeit hat solche Waldverwüstungen aufzuweisen, so namentlich
ie franz. Revolutionszeit zu Ende des vorigen Jahrhunderts. Ein
Franzose, Blanqui, entwirft ein trauriges Bild von den alljährlichen
Verwüstungen der Regenströme in den damals entwaldeten Gebirgen
des südöstlichen Depart. von Frankreich. Er sagt: „Wer die Thäler
von Barcelonette, von Embrun, Verdun und das steinige Land der
Oberalpen, Devolny genannt, besucht hat, der weiß, daß keine Zeit
nehr zu verlieren ist, oder aber, daß binnen 60 Jahren Frankreich
oon Piemont getrennt sein wird, wie Aegypten von Syrien durch
zine Wüste. Die Ueberschwemmungen, welche in neuerer Zeit Lyon
und seine Umgebungen verwüsteten, scheinen ähnlichen Ursprungs zu
sein, und die Commission, welche Louis Napoleon niedergesetzt hat,
cheint gewissermaßen den Wald vor den Bäumen nicht zu sehen.
ndem sie ein System von Deichbauten empfiehlt.“
Aehnliches, was Blanqui für Frankreich fürchtet, ist in einem
anderen Lande schon lange eintgetreten, in Palästina nämlich. Die—
ses Land, wo früher Milch und Honig floß, ist jetzt größtentheils
eine wasser- und baumlose Wüste, wo kaum etwas Viehzucht statt⸗
inden kann, während nachweislich früher ein blühender AÄckerbau
detrieben wurde.
Die Nachtheile der Abholzung treten aber nicht allein in den
Zebirgen, sondern auch in den Ebenen, namentlich der Küstenstriche,
hervor. Die südrussischen Steppen, welche sich von der Küste bis
jundert Meilen landeinwärts erstrecken, waren in alten Zeiten mit
mächtigen Wäldern, besonders Buchen bedeckt, von denen man noch
die Wurzeln im Boden findet.
Die durchziehenden Völker haben die Wälder verwüstet und jetz
hat der Sturm das Uebergewicht erhalten, der Alles ohne Wider⸗
derstand vor sich niederwirft, wenn er über die Fläche braust. Jetz!
ist die Steppe eine traurige Einöde ohne Baum und Strauch, hat
stellenweise sogar sehr fruchtbaren Boden, eignet sich im Allgemeinen
aber mehr zur Viehzucht als zum Ackerbau. Im Frühjahr, wenn
der Schnee geschmolzen ist, bekleidet sich dieselbe größtentheils mit
dem schönsten Grün und den würzigsten Kräutern und gewährt so
einige Monate hindurch den Anblick der lachensten Gefilde. Anders
vird es aber bei vorrückender Sommerzeit, wenn die Sonne höher
teht und vom ewig heiteren Himmel herablächelt; dann versengen
von der ungeheuren Hitze, welche durch nichts gemildert wird, die
Gräser und Kräuter, zerfallen in Staub und Asche, welche sich bei
jedem Windstoß erheben, die Lust verfinstern und schwer athmen
machen. Aehnlich ist es im Winter, wenn die Schneestürme hausen.
A Menschen und
wird auch niemals, trotz ihrer stellenweisen außerordentlichen Frucht⸗
barkeit, sich zu dem Grade von Kultur erheben, welcher selbst nur
in den übrigen Theilen von Rußland zu finden ist, es sei denn, daß
ꝛs den Bewohnern gelänge, den Wald in dieselbe wieder hineinzu⸗
aubern. Wäre das der Fall, und daß es nicht ganz unmöglich ist
sehen wir an den deutschen Colonisten, welche zum Erstaunen der
Fingebhornen gelungene Versuche mit der Mieperhbemwaldung dves Ra—
            
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