Entgegen den bei früheren deutschen Küsstellungen eingehaltenen
Brundsähen, bei welchen die betreffenden Ausstellungscommissionen
zie Kosten für den Transport, die Auspackung / Aufstellung, Versiche
rung und Wiederauspackung der Waaren übernommen hatten, lieferte
die englische Ausstellungscommission den Ausstellern nur das leere
Zebäude unentgeltlich. Die Kosten für Transpoxt der Waaren, Wände,
Tische, Aufstellung ꝛc. hatten die Aussteller selbst oder ihre resp. Re—
gierungen zu tragen.
J Im Jahre 1852 wurde in Newyork eine internationale Ausstellung
Ibgehalten, bei welcher sich indeß nur wenige Aussteller aus Europa
— diel Londoner Ausstellung
zurückstand.
Die zweite großẽ internationale Industrieadusstellung in Europa
vurde im Jahre 1855 von der kaiserl. franz. Regierung abgehalten.
Die Gebäude bestanden in einem Steinpalast, welcher heute noch in
den Champs Elysées steht (Palais de l'industrije), und einem Anner
— schmal und mit dem Haupt
Jebaͤude in Verbindung gesetzt war. Der Annexr war aus Eisen, Glas
und Holz construirt und ist nach dem Schluß der Aufstellung abge
brochen worden. Die Grnndfläche des Gebäudes betrug 82,898
Quadratmeter (ca. 35 Morgen). Es betheiligten sich 24,000 Ausstell er
Mit der Industrieausstellung wurde zum erstenmal hier auch eine
Ausstellung von Werken der schönen Künste verhunden. Man trennte
dieselbe indeß räumlich ab, weil vielfach noch, namentlich in den
Zünstlerkreisen selbst, eine Abneigung gegen die Verbindung der Kunst
nit der Industrie in derselben Ausstellung bestand. Die Zahl der
einzelnen Besuche der Industrieausstellung betuug im ganzen während
der Dauer der Ausstellung 4,180,117 und die der Kunstausstellung
435,601 zusammen 5,115,718; also circa 1 Mill. weniger als bei
der Londoner Ausstellung von 1881. — Die Bedingungen für die
— günstiger gestellt als bei
der Londoner, indem die französische Regierung die Kosten des Trans
»orts der Güter innerhalb Frankreich uͤbernahm und die Herstellung
—DD0 Rechnung beforgte.
Die Pariser Ausstellung von 1885 hat ein bedeutendes Deficit in den
kinnahmen gegen die Ausgaben ergeben:
Die dritte große internationale Ausstellung wurde im Jahre
— E— diesmal wieder stand
Prinz Albert an der Spitze des Unternehmens, welches wiederum
nit Privatmitteln ins Leben gerufen wurde. Der leider kurz vor
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nehmen außerordentlich geschadet. Auch diesmal war ein besonderen
Palast in Stein, Eisen und Glas für die Ausstellung erbaut wor—
ʒen, welcher nunmehr wieder abgebrochen worden ist. Das Gebäude
enthielt eine Grundfläche von 95,215 Quadratmeter (ca. 40 Morgen);
in demselben, aber in besonderen Gallerien abgetrennt, waren auch
Werke der schönen Künste von allen Nationen aufgenommen worden.
Diese Ausstellung zeichnete sich dadurch von ihren Vorgängerinnen
aus, daß sie Producte der Kunst, Industrie und Landwirthschaft
außer Thieren) in einem Ausstellungsgebäude vereinigte. Die
Zahl der Aussteller betrug 26,199, darunter 6,164 Engländer, 2,321
Zdollvereinsländer, b,821 Franzosen und ca. 800 Desterreicher. Die
Zahl der Einzelbesuche betrug6,211, 103.
Mittlerweile haben auch Ausstellungen in Dublin und Oporto
tattgefunden (1868), zu welchen Erzeugnisse aller Nationen zugelas—⸗
sen worden sind. Gegen die Londoner Ausstellungen von 1851 und
1862, sowie gegen die von Varis 1865. waren dieselben indeß un—
hbedeutend.
Forksetzung folgt.)
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Vermischtes.
Vertilgung der Wanzen. 1) Man löst 1 Pfund grüne
Seife und 1 Otch. Spiköl in 21/, Quart warmem Wasser auf und
gießt die Mischung auf die Bettstellen und den Fußboden. 2) Man
quetscht faule Samengurken aus und streicht mit der Brühe wieder
holt die Bettfugen, Dielen und Thürpfosten an. 3) Man legt Kupfer—
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dunkelärüne Färhe angenommen hat. Damit streicht man die Fuger
er Bettstellen, Wäönde ꝛc. aus. 4) Blauer Vitriol, Alaun, weißer
pfeffer, von jedem ,, Pfund fein gestoßen und mit 19 Quart
stindsgalle vermischt. Man rührt gut um und streicht mit der Masse
nittelst einer Feder die Fugen aus. 5) Man nehme Betten, Ma—
ratzen, Strohsäcke aus den Bettstellen, schließe Thüren und Fenster
fest und räuchere früh mit 1 Loth Galbanum und 1 Loth Assa foetida
für ein Zimmer von 15 Quadratfuß. Die Oeffnung des Zim—
mers geschieht erst am Abend. Das Räuchern wird nach einigen
Tagen nochmals wiederholt. 6) Man samnelt die zarten Safttriebe
des Traubenhollunders, legt sie in einen Topf oder Kessel, gießt
Wasser darüber, bringt diesen Aufguß über Feuer und läßt ihn 2
Stunden kochen. Mit dem Absud bestreicht man alles Holzwerk.
Dann räuchert man bei verschlossenen Fenstern und Thüren mit einem
heißen Absud des Hollunders. 7) Man bringt 100 Gewichtstheile
Wasser in einen Kessel, setzt 2 Gewichtstheile grüne Seife zu und
erhitzt dasselbe bis zum Kochen. Man nimmt die Tapeten von den
Wänden und erweitert mit einer Messerklinge die etwas zu engen
Risse in der Mauer, legt die hölzernen Bettstellen auseinander und
entfernt das Getäfel. Dann befestigt man einen großen Schwamm
nit Bindfaden an einen 1 Fuß langen Stock, taucht den Schwamm
in die siedende Seifenlösung und wäscht mit derselben zu wiederhol⸗
ten Malen von oben nach unten die Mauern, namentlich die Stellen,
wo Sprünge sind; auf gleiche Weise wäscht man die Bettstellen und
den Fußboden; auch erneuert man die Strohsäcke, wäscht die Ma—
ratzen in siedendem Wasser und verstreicht die Sprünge der Mauer
nit einem Kitt aus Kreide und Leim. 8) Man nimmt, wenn ein
Zimmer geweißt wird, eine starke Abkochung von Wermuth statt
Wasser zum Anmachen des Kalkes. Wenn der Kalkanstrich trocken
geworden ist, bestreicht man mit einem Pinsel Wände, Decke und
ille Ritzen an Thüren und Fenstern mit der Wermuthabkochung und
wiederholt den Anstrich nach einiger Zeit. Statt mit Stroh fülle
nan die Säcke mit Schilfrohr aus Teichen. 9) Man bestreicht alle
Fugen und Vertiefungen der Bettstellen mit heißem flüssigem Tischler⸗
leim. 10) Man streut in die Räume, wo sich Wanzen aufhalten,
getrocknetes Pfefferkraut oder frische Bohnenblätter. 11) Man räuchert
mit Erlenlaub. 12) Mun läßt die Wände abkratzen, macht Lehm
mit trocknem Kuhmist uhd Jauche an und bewirft damit die Wände
und weißt sie. 13) Man bestreicht die Wände mit Kienöl oder mit
einer Mischung von Scheidewasser, Vitriol und frischer Rindsgalle
zu gleichen Theilen oder mit einer Mischung von Delfarbe und etwas
Quecksilber. 149) Man bestreicht die Wände mit gelöschtem Kalk, den
man mit Vitriolwasser verdünnt. 16) Man bestreicht die Bettstellen
mit einer Abkochung vdn Wallnußblättern und Raute. 16) Man
bestreiche die Fugen der Vettstellen mit einem Pinsel mit folgender
Masse aus: stoßen1,, Pfund Alaun und erhitze denselben in!/2 Quart
Wasser unter beständigtm Umrühren auf Feuer. 17) Oder man
vende zum Ausstreichen der Bettstellen eine Abkochung von Colo⸗
puinten an und vermische damit Rosmarin-, Terpentin- und Wer—
nuthöl und starkes Seifenwasser. 18) Oder mit einer Mischung von
Fischthran und ungelöschtem Kalk. 19) Oder mit Maikäferspiritus.
20) Man überstreiche alle Ritzen, in denen man Wanzen vermuthet,
mit dünnem Leim. 21) Oder man bestreicht die Bettstellen mit un⸗
gesalzener Butter, wie sie aus dem Butterfasse kommt. 22) Man
gießt in die Fugen und Ritzen der Bettstellen eine mäßig starke Auf—⸗
lösung von salzsaurem Zinkoryd. 23) Man löst 1Pfd. grüne Seife
und 1 Qtch. Spiköl in 2!2 Quart warmem Wasser auf und gießt
diese Mischung auf die Bettstellen, die Wände und Fußböden. 24) Man
koche für 2u/, Sgr. spanischen Pfeffer in 4 Quart roher Seifensieder—
lauge, streiche damit alle Fuaen ein und dann dieselben mit Kalf aus
Den Wechsel des Haares bei Pferden zu befördern,
dasselbe schön und glänzend zu machen, sind Pulver aus Antimonium,
Salpeter und Schwefel, wovon jeden Abend eins im letzten Futter
gegeben wird, empfohlen. Ist das Wetter ziemlich warm und trocken,
ind wird das Pferd dabei nicht rauher Witterung allzuviel ausge⸗
setzt, so kann man auch Abends und Morgens ein Pulver, also täg⸗
lich zwei Pulver geben; nach zehn- oder zwölftägigem Gebrauch die⸗
es Millels wird das Haar einen bedeutenden höheren Glanz angerommen
haben.