Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

am 11. März zum erstenmal wieder auf und zeigten sich vollkommen
gesund, während die dritte Kuh erst am 20. März zum Stehen kam
und im Vergleiche zu den beiden anderen Kühen wesentlich mage—
xer war.

Elephantenfleisch.
Ueber den Geschmack des seltenen Leckerbissens von Elephanten—
fleisch, der züngst in Bern zu haben war, berichtet der Redacteur der
„Sonntagspoft“ mit Humor und gastronomifschem Kennerblick: „Als
bie Kunde der Erschießung des Elephanten „Palm“ in Murten nach
Bern gedrungen war, eilte der Director des anatomischen Museums
Wenfalls dahin, begleitet von einem unternehmenden Bürger. Die—
ter kaufte den todten Elephanten, überließ die 73 Ctr. wiegende Haut
den Murtenern, das Skelett dem anatomischen Museum in Bern,
voselbst es zu einer Zierde desselben hergerichtet wird, und verkaufte
vie noch etwa 20 Ctr. brauchbaren Fleisches von dem gegen 70 Ctr
viegenden Thiere. i
Es interesstrt wohl Hausfrauen und Feinschmecker, wie dieses
Fleisch geschmeckt haben mag. Wohlan, wir können aus Erfahrung
reden. Voraus fei geschickt, daß unser Elephantenmahl in einer
durch gute Küche bekaunien Restauration unter wissenschaftlicher Lei—
ung bereitet war. Im frischen Zustande war das Fleisch so zähe
wie Leder, gewann jedoch durch die Beize eine ganz eßbare Weich—
Jeil. Zuerst erschien ein Salat vom Rüssel nach Art des Ochsen—
maulsalates, und er glich diesem auch außerordentlich; Unkundige
vürden ihn leicht für einen solchen genommen haben; nur die feine
ren Gaumen witterten etwas eingenthümlich, münzenartig heraus.
Letztere Eigenschaft trat ganz prägnant bei dem in Rostbeafmanier
bereiteten Schenkelstücke hervor und zeigte nahe Verwandtfchaft mit
dem Pferdefleisch. Referent hieb tapfer in das seltene Filet ein, be—
gann abet nach einer Weile ob der merkwürdigen Süßigkeit etwas
wie von beginnender Seekrankheit zu spüren und erachtete es für rath
jam, das gestörte Gleichgewicht durch ein Kirsch wieder herzustellen,
was von gutem Erfolge begleitet war. — Das gastronomische Resul⸗
sat ist, daß die an an dem Mahle theilnehmende Gesellschaft gehörig
gesättigt wurde, im Uebrigen aber es keineswegs bedauert, auf unsern
zrünen Matten das muhende Hornvieh statt der kreischenden Rüßler
heruumspazieren zu sehen. Wir neigen entschieden zum Geschmacke
des Grafen Rostoptschin, welcher Rindfleisch mit Meerrettig über Alles
iebte.“ (R. Bsl. 3.)

—

Pflaumen drei bis vier Monate lang,/ unbeschadet ihrer
Büte, im frischen Zustande zu erhalten.
Wenn man die Früchte über die ihnen von der Natur bestimmte
Zeit aufbewahren will, so müssen sie so viel als möglich vor dem
Andringen der Luft geschützt und auf folgende Weise dazu vorbereitet
werden. Wenn die Pflaumen reif sind, pflückt man sie, noch ehe sie
sich vom Stiele lösen, ohne Beschädigung und mit ihren Stielen an

zinem trocknen Tags ab, bringt sie in eine luftige Kammer, breite
ie daselbst aus und läßt sie so zwei bis drei Tage ausdünsten
Dann legt man sie schichtenweise zwischen Weizenmehl in Fäßchen,
o daß keine die andere berührt und eine jede vollkommen mit Mehl
imgeben ist. Nachdem die Gefäße voll sind, verdeckt man sie aufs beste,
—BDD——
Kammer.
Will man nun einige dieser Pflaumen als etwas Seltenes auf
zie Tafel bringen, so nimmt man sie aus dem Gefäß heraus, wäscht
)as Mehl rein ab, legt sie in ein Sieb und hält sie über den Dampf
yon kochenden Wasser, jedoch stets in einer solchen Entfernung, daß
ie von dem Dampfe nur wenig berührt werden können. Sie bekom—
nen dadurch nicht allein ihre Güte, auch ihre völlige natürliche Schöu—
jeit, den blauen Dunst, wieder, so daß sie den vom Baume abgenom—
nenen Pflaumen fast gleich kommen.

———

Vermischtes.

Obst, Behufs der Versendung zu verpacken. Die so
orgfältig als möglich gepflückten Früchte werden in große, runde,
lache Körbe gelegt. Der Boden jeden Korbes wird mit einer Lage
on Obstblättern bedeckt. Die Früchte werden in einem kegelförmigen
daufen bis zur Höhe der Henkel in den Korb gebracht, hierauf die
SZpitzen der vorher eingesteckten Kastanienzweige auf die Früchte nie—
dergebeugt und mit Bindfaden befestigt.

Französisches Obst zu bereiten. Man bringt die frisch⸗
gepflückten Früchte in kochendes Wasser und läßt sie so lange darin,
is sie weich sind. Hierauf legt man die weichen und geschälten
Früchte auf ein Sieb, unter dem eine Schüssel steht, welche den ab—
räufelnden Saft aufnimmt. Man reiht nun die abgetrockneten Früchte
zuf Backbretter und läßt sie in einen Ofen, in dem eben erst Brod
zebacken ist, 24 Stunden stehen; dann nimmt man sie heraus, läßt
ie erkalten, drückt sie mit der Hand breit, taucht sie in den abgelau—
enen Fruchtsaft, läßt sie, auf Siebe gelegt, in einer warmen Stube
rocknen und padtt sie zwischen Papiet in Schuchteln.

2 42

Das Eierlegen der Hühner im Winter zu befördern.
Man soll im Monat November den Fußboden der Hühnerhäuser 17.
Fuß hoch mit frischem Pferdedünger bedecken und denselben festtreten.
Dadurch werde eine Temperatur im Stalle hervorgerufen, bei welcher
as Federvieh nicht aufhören werde zu legen. Die Enten z. B.
ollen in so eingerichteten Stallungen schon um Neujahr wieder mit
degen beginnen. — Einen Fuß hoch über den eingebrachten Dünger
ichter man den Hühnern einen durchbrochenen Boden von 6 Zoll
reiten Brettern her, auf welchem sie ruhen können. Als Futter gibt
nan gekochte und gequetschte Kartoffeln mit Kleie und etwas saurer
Nilch gemengt.

——

In Styringen
wird ab Montag den 27. d. Mts. unser
rezaß VII. Abends 62 anhalten, sofern
 und so oft Passagiere dort abzu—
etzen oder aufzunehmen sind.
Saarbrücken, den 24. August 1866.
Königliche LisenbahnDireckion.

— — ——

Bau⸗Verdingung.
Am künftigen Freitag den 7. Sep⸗
tember d. J, Nachmittags 2 Uhr,
sollen im Hause des Gastwirths L. Martin

zu Sulzbach nachstehend verzeichnete Beduͤrf⸗
nisse zuum Bau einer Dampfkefsel-An—
age“ auf den Altenwalder Eisen—
ahnschächten öffentlich an den Mindest—
ordernden verdungen werden.
Aus - ꝙ
1) Erdarbeit, veranschlagt zu 240 — —
2 Maurerarbeit, desgl. 260 9 —
Zimmerarbeit, desgl. „ 62 911
5; Lieferung von 170 Kfß. Tannenbauholz,
5) desgl. „148358 D] *ge Tannen—
bretter.
Nähere Auskunft ertheilt Bauwerkmeister
Molz hierselbst resp. vom 1. Septemberc
ab Bauwerkmeister Pitz.
Sulzbach, den 24. August 1866.
rbaq e Vedebheister,
Uertens.

Bekanntmachung.
Die Anlieferung der erforderlichen Eisen—
cheile zur Einrichtung einer Seiltrans—
mission auf den Scalleyschächten der
Königl. Steinkohlengrube „Duttweiler-Jägersfreude
 soll
am Freitag den 14. September e.,
Vormittags 10 Uhr,
im Submissionswege verdungen werden.
Unternehmer wollen daher ihre desfallsigen
Offerten bis zu obigem Termine gehörig ver—
fiegelt und bezeichnet, portofrei auf dem Bü⸗
reau der unterzeichneten Berg-Inspection ab—
geben, woselbst die Bedingungen und Zeich⸗
— oder gegen
ẽrftaluung der Kopialien abschriftlich bezogen
verden koͤnnen.
Grube Duttwetler, den 24. Aug. 1866.
Königl. Berg-JInspection. IV.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.