denschaft zu Bausendorf im Kreise Wittlich zum Zwecke der Errich—
ung eines Bethauses durch Erlaß vom 24. April cr. Nr. 3034 be⸗
villigten Hauscollecte bei den israelitischen Glaubensgenossen der
Regierungsbezirke Trier und Coblenz bis Ende December cer. ver—
ängert, was wir hierdurch im Verfolg unserer Bekanntmachung
bom 4. Mai cr. J. 3032 zur allgemeinen Kenntniß bringen.
Trier, den 13. August 1866.
J. 5015. 8. 2.) Königl. Regierunga.
Bekanntmachung.
Nach 8 11 der Vorschriften für die Königliche Bau-Akademie
Ueber den Anbau einiger Gemüsepflanzen.
1. Der Kümmel.
Der Kümmel gehört zu den einträglichsten Erzeugnissen der
Landwirthschaft und man muß sich sehr wundern, daß derselbe in
uinserer Gegend nicht mehr angebaut wird, da Klima und Boden
iich sehr gut dazu eignen. In Sachsen, in der Gegend von Leipzig
und Merseburg, dann von Halle nach Delitzsch, von Landsberg nach
dützen und andern Orten mehr, wird er gar häufig angebaut, vor—
züglich von den kleinern Gutsbesitzern, die dadurch eine hohe Boden—
ernte erzielen. Hin und wieder ist es wohl auch der Fall, daß grö
zere Gutsbesitzer ihn nicht selbst anbauen, sondern dieses armen Fa—
nilien überlassen, die dafür die Hälfte des Ertrages erhalten. Meist
nachen sie noch dabei ein gutes Geschäft, indem sie vom Morgen
hne Mühe und Kosten gewöhnlich 36—40 Thlr. einnehmen. Auch
die Arbeiter stehen sich gut dabei. Wenn eine armeFamilie in drei
Wochen, denn mehr Zeit braucht sie nicht zur Verrichtung aller beim
stümmelbau nöthigen Arbeiten, — von einem Morgen 35—-40 Thlr.
derdient und ihr die übrige Zeit zu anderen Arbeiten noch bleibt, so
dilden diese eine schöne Beisteuer zum Haushalte. Möchten doch auch
hei uns recht viele Landwirthe die Armen auf diese Weise unter—
dützen! Doch nun zu unserem Thema.
Der gemeine Kümmel, Feldkümmel, ist ein allgemein bekanntes
Zewächs, welches häufig in den Wiesen wächst, durch Kultur indeß
bollkommener und gewürzreicher wird. Er gehört zu den zweijähri—
zgen Pflanzen, d. h. von der Aussaat bis zur Reife der Frucht, wo—
mit das Absterben der Pflanze verbunden ist, verfließt ein Zeitraum
von zwei Jahren. Er wird zu Johannis oder kurz darnach gesäet,
iber nicht an Ort und Stelle, sondern in den Gärten oder auf ein
zutes Plätzchen in's Feld. Man braucht keinen großen Raum zur
Frziehung der auf einen Morgen nöthigen Kümmelpflanzen, weil der
Samen dick oder dicht gesäet wird. Wenn man auf eine halbe Qua—
dratruthe 1-1*/2 Quart guten, reifen Kümmel säet, so wird man so
obiel Pflanzen bekommen, daß man einen Morgen damit bepflanzen
kann. Das Land dazu wird gehörig gegraben, dann etwas mit dem
Rechen unter die Erde gebracht. Sollte große Trockenheit nach dem
Säen eintreten, so begießt man das Beet einigemal, damit der Same
zald aufgeht und die Pflanzen recht stark werden. Später ist weiter
naichts zu thun, als die Pflanzen vom Unkraute rein zu halten.
Wenn die Kümmelpflanzen ein Jahr alt sind, werden sie dahin
zepflanzt, wo man Kümmel ernten will. Es geschieht, wie schon
angegeben, kurz nach Johanni, wenn es geregnet hat oder der Boden
etwas feucht ist. Das Land wird zur Aufnahme der Pflanzen, wie
dei Kohl- und Runkelrüben zubereitet.
Die langen Wurzeln werden, nachdem die Pflanzen mit dem
Spaten ausgehoben sind, auf 3—4 Zoll verkürzt und das Kraut
twas abgeschnitten, die Wurzeln in einen Brei von Mißjauche, Erde
and kurzem Mist getaucht und dann in Reihen, die etwa 8210
Zoll von einander abstehen, in derselben Entfernung von einander
nit dem Pflanzenstocke eingesetzt. Es kommt hierbei besonders darauf
an, daß die Wurzel vollständig in die Erde gebracht wird. Ist der
Iberste Theil, worauf das Herzchen sitzt, von Erde entblößt, so ver—
rocknet dieser Theil sammt dem Herzchen und die Pflanze bleibt aus,
weil der Küummel zu denjenigen Pflanzen gehört, welche nicht aus
den Seiten der Wurzel Triebe hervorbringt, sondern stets nur aus
dem Kopfe. Um nun ganz sicher zu gehen, lasse man auch das
Herzchen noch flach mit in die Erde bringen, was besonders noch in
zu Berlin vom 18. März 1855 muß die Meldung zur Aufnahme in
diese Anstalt bis zum 8. October c. schriftlich bei dem unterzeichneten
Director erfolgen, und die Befähigung zugleich durch Einreichung
der im 8 12 resp. 14 gedachter Vorschriften, sowie in dem Nachtrage
vom 1. November 18859 geforderten Zeugnisse und Zeichnungen nach
gewiesen werden.
Die Vorschriften vom 18. März 1855 sind bei dem Kanzlei
Rath Röhl im Bau-Akademie-Gebäude käuflich zu haben.
Berlin, den 11. August 1866.
Der Geheime Ober-Baurath und Director der Königlichen
Bau-Akademie. Busse.
IJ. 4299. 8. 3)
em Falle sehr zweckmäßig ist, wenn ein starker Schlagregen auf das
Auspflanzen folgt, wodurch der obere lockere Boden niedergedrückt
ind der Kopf der Pflanze von Erde frei wird. Sollte die Pflanze
eim Setzen auch größtentheils mit Erde bedeckt sein, so mache man
ich deshalb keine Sorge, sie bricht schon durch.
Das Pflanzen geht sehr schnell, wenn man etwas eingeübt ist.
Zar Viele machen mit dem Pflanzholze ein Loch, halten die Pflanze
jinein, füllen das Loch mit Erde und klopfen nun mit dem umge—
ehrten Pflanzholze die Erde fest. Dieses Verfahren ist falsch, denn
zie Pflanze wird dabei sehr leicht verletzt, der untere Theil der Wur—
el nicht gehörig angedrückt und mit Erde versehen, der obere Boden
u fest und zu viel Zeit versäumt. Besser und einfacher ist es, man
zrückt die Spitze des Pflanzholzes so tief in den Boden, als zum
ingekrümmten Einbringen der Wurzel nöthig ist und drückt beim
Zerausziehen das Loch etwas länglich, damit es nicht wieder voll—
äuft und dann hält man die Pflanze gehörig tief in das Loch, setzt
ie Spitze des Pflanzenholzes etwa einen Zoll seitwärts und drückt
zie Erde nach der Pflanze zu, wodurch das Loch verschwindet und
ie Erde gehörig an die Wurzel gebracht wird. In das letzte Loch
üllt man dann etwas lockere Erde. Dieses Verfahren geht bei ei—
niger Uebung sehr schnell, so daß man in einer Minute wohl 12-16
Zztück anpflanzen kann, mithin in einem Tage “ Morgen.
Sollten wegen ungünstiger Witterung die ausgezogenen Küm—
nelpflanzen auch einige Tage liegen bleiben, so schadet dieses so
ehr nicht, wenn sie nur an einem kühlen Orte aufbewahrt werden.
Außer dem Auflockern und Reinhalten des Bodens ist in diesem
Jahre nicht viel zu thun. Das erste Behacken geschieht meist gleich
iach dem Setzen, damit der festgetretene Boden wieder locker werde,
ind das zweite im August. Etwa im halben Oktober kann man das
zümmelkraut abschneiden und zur Fütterung benutzen. Haben sie
uur wenig getrieben, so läßt man sie ruhig wachsen. Die Pflanzen
rtragen, ungeachtet ihrer Zartheit, den härtesten Winter. Da die
dasen das Kraut sehr lieben, muß man sie von den Kümmelfeldern
nöalichst abzuhalten suchen, wozu es verschiedene Mittel gibt.
Sobald das Land im Frühjahr etwas abgetrocknet ist, wird es
ibermals behackt, um die durch vie Winterfeuchtigkeit entstandene
rruste aufzulockern und das sich noch vorfindende Unkraut auszu
cotten.
Fängt der Kümmel an sich braun zu färben, so ist die Zeit der
zrnte nahe. Die Stengel werden nach und nach gelb, die Kerne
iemlich fest und hart. Man muß dann mitunter nachsehen, um den
ichtigen Zeitpunkt der Ernte zu treffen. Man lasse ihn indeß eher
»twas zu reif werden, als daß man ihn unreif einerntet, die weni⸗
zen ausgefallenen Körner werden durch die Größe, die Schwere und
ie größere Gewürzhaftigkeit der völlig reif gewordenen Früchte reich—
ich ersetzt. Wiederholt angestellte Versuche und aufmerksame Beo—
vachtung sind dabei erforderlich, besonders in den ersten Jahren des
dümmelbaues; später gehts schon leichter, denn Uebung macht den
Meister.
Will man nun zur Ernte schreiten, so werden die Pflanzen in
der Morgenstunde mit der Sichel abgeschnitten, auf einem großen
Tuche, damit der Same nicht verloren geht, in Bündel gebunden und
»azu aufgestellt, damit sie durch Luft und Sonnenschein völlig aus⸗
rocknen. Ist dieses erfolgt, so wird er, wie Raps und Rübsen, auf
dem Felde ausgedroschen oder in großen Tüchern nach Hause ge—
rahren. Man thut wohl, ihn nicht ganz abzuladen, sondern nur so