Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Erscheint Dinstag, Donnerstag and
Sonnabend. Bestellungen sind bei der
achften Post⸗ Anstalt oder in der Ez⸗
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zeile ober deren Raum 92 Pf.

9 —2 Der Abonnementt⸗Preis
3 9 3— —* vetraͤgt pro Quartal inel. Stempelstener
61 X — und Traͤgerlohn für Saarbrücken und
—5 b * St. Johann 12 Silbergrofchen.
7 7 — Fuͤr die durch die Post bejogenen Exen
vlare 158 Silbergroschen

fü

den Kreis Saarbrücken.

M II.

Donnerstag den 25. Januar

1866.

Die ad 1 und 2 Aufgeführten haben uns ihre Zeugnisse, falls
es nicht schon geschehen ist, sofort einzureichen. Hinsichtlich der
Vollständigkeit der Zeugnisse verweisen wir auf unsere Bekannt—
Bekanntmachun g. nachungen:
Prüfungen für das katholische Lehrer-Personal. a. der Examinanden ad 1 vom 1. März 1843, J. 3316. (Amts-Die
 Prüfungen für die katholischen Elementar-Lehrer und Leh— blatt S. 79);
rerinnen, für die Schulamtsbewerber und Bewerberinnen werden, b. desgleichen zu 2 vom 21. Mai 1852, J. 1445. S. 8 (Amtswie
 gewöhnlich, auch in diesem Jahre zur Osterzeit hier in Trier blatt S. 177).
tattfinden, nämlich: Die ad 3 und 4 zu Wiederholungs-Prüfungen erscheinenden
V Die Prüfung für die Schulamtsbewerber, welche sich außerhalb Lehrer und Lehrerinnen haben nur Zeugnisse der Herren Schulinspec—
des Schullehrer-Seminars genügend ausgebildet haben, am toren über ihre bisherige sittliche Fihrung und ihre Amtsthätigkeit
MNittwoch, Donnerstag und Freitag nach Ostern (den 4., und Leistungen beizubringen.
s. und 6. April). Die Gesundheits-Zeugnisse der ad 1 und 2 Genannten müssen
2) Die Prüfung der Schulamtsbewerberinnen am darauffolgenden einer Verfügung des Königl. Provinzial-Schul-Collegiums vom 24.
Dinstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag (den 10., November 1858 zufolge von dem betreffenden Königlichen Kreis—
I., 12. und 13. April). ohysikus, auf Grund persönlichen Erscheinens vor demselben in
3) Die Wiederholungs-Prüfung der bereits commissarisch angestell- dem Jahre, in welchem sich die Nachsuchenden zur Prüfung anmel⸗
en Lehrer aus den Kreisen Bitburg, Prüm, Daun, Wittlich, den, ausgestellt sein, sind aber stempelfrei.
Bernkastel und Trier (lints der Mosel), sowie derjenigen Lehrer Um der Unvollständigkeit der einzureichenden Atteste vorzubeugen,
der übrigen Kreise, welche von uns noch besonders einberufen wollen die Herren Schul⸗Inspectoren die Eraminanden ihres Bezirls
iind oder noch einberufen werden, noch besonders auf die betreffenden Vorschriften mit der Hinweisung
am Montag, Dinstag und Mittwoch (den 16., 17. und aufmerksam machen, daß sie sich im Falle der Nichtbeachtung derselben
18. April). —— die jedenfalls erfolgende Zurückweisung selbst zuzuschreiben haben
1) Die Wiederholungs-Prüfung der bereits commissarisch ange- würden.
tellten Lehrerinnen am Die Termine zur Abhaltung der Prüfung der Aspiranten zur
Donnerstag und Freitag den 19. und 20. April. Aufnahme in das katholische Schullehrer-Seminar zu Brühl werden wir
Alle Interessenten haben sich am Tage vor ihrer Prüfung Nach späterhin durch's Amtsblatt veröffentlichen.
nittags gegen 5 Uhr bei dem Mitgliede der Prüfungs-Commission, Trier, den 11. J 1866
derrn Lehrer Kettenhofen sen. zu St. Gervasius in Trier zu rier, den 11. Januar
nelden. I. 282 8. 8) Königl. Regierung.
Rationelle Viehzucht nach Guénon. hheute noch durch die große Zahl der über ganz Deutschland verbrei—
Aus Oberschwaben wird der „Allg. Ztg.“ geschrieben: Es sind teten landw. Vereine alljährlich Hunderttaufende für Prämien meist
etzt etwa fünfundzwanzig Jahre her, daß der Franzose Guénon von uutzlos verausgabt, und oft Thiere mit den ersten Preisen bedacht,
dibourne seine Wahrnehmungen und Erfahrungen in Betreff der Fä- die den Ctr. Heu kaum mit 15-18 kr. (.-5 Sgr.) verwerthen,
zigkeit des Milchviehes aus einer gegebenen Menge Futters ein ver. deil man, von Uebereilung oder auch andern menschlichen Schwächen
zältnißmäßiges Quantum Milch zu erzeugen in einer kleinen Bro— ibgesehen, die hie und da mit unterlaufen mögen, nur die gewöhn⸗
hüre veröffentlichte, und dieß durch beigefügte lithographirte Abbil- lichen Merkmale, als: weite Milchgruben, starke gewundene Milch—
zungen verschiedener Formen des von ihm sogenannten „Milchspie, adern, feine Haut u. s. w. zu Rath zieht und als Maßstab anlegt.
gels“ zu erklären suchte. Es gibt sich dieser Milchspiegel durch die Wenn nun auch diese Kennzeichen bei frischmelkenden Kühen oder
am Euter nach den Schenkeln und zum Theil an diesen hinten auf- kurz vor dem Kalben, wo die Organe der Milchsecretion, wie das
värtsstrebenden Haaren zu erkennen, sowie durch andere kleine Kenn- Venensystem die höchste Entwicklung zeigen, ziemlich gute Anhalts—
zeichen der Abnormitäten in der Milchsecretion, welche Guénon mit »unkte im Allgemeinen bieten, so macht nichts destoweniger selbst der
ungewöhnlichem Scharfblick und Fleiß festgestellt hat. Inzwischen draktische Kenner dieser Merkmale manchmal die Erfahrung, daß eine
zaben die widersprechendsten, zum Theil von den tüchtigsten Land. duh nach dem Kalben zwar Monate lang selbst sehr viel Milch ge—
virthen ausgegangenen Urtheile, sowie der Umstand, daß die Sache den kann und gibt, diese aber, bald nachdem sie wieder aufgenommen
eines sorgfältigen Studiums, nebenbei aber der Rücksicht auf die der hat (trächtig geworden), wieder fahren läßt, wie man zu sagen pflegt;
Structur der Thiere bedarf, gleich in den ersten Jahren kein rechtes daß also ein mit den landläufigen Kennzeichen versehenes und recht
Interesse für die von Guénon aufgestellten Grundzüge seines Systems zut milchendes Stück Vieh doch lange Zeit vor dem nächsten Kalben
aufkommen lassen, und so die an sich so äußerst werthvollen Kenn: versiegen gehen kann, und oft geht (trocken steht) ein Uebelstand, der
jeichen desselben ziemlich allgemeiner Vernachlässigung, ja der Ver- bei minder guten oder schlecht milchenden Kühen vier bis fünf Mo—
zessenheit fast zugeführt. Deshalb befinden sich auch die Landwirthe nate, ja noch länger währen kann. Handelt es sich aber um die
im großen Ganzen beim Kauf von Milchvieh, oder gar von Zucht- Beurtheilung von Zuchtstieren, die im Alter von 92512 Monaten
tieren zur Veredlung eines Viehschlags, bezüglich der Beurtheilung meist gekauft werden, so lassen einen diese gewöhnlichen Kennzeichen
des wirthschaftlichen Werths eines Thiers noch immer in derselben bei der geringen Körperentwicklung solcher junger Thiere in noch
Ungewißheit, wie seit undenklicher Zeit. In Folge dessen werden zrößerer Unsicherheit, da sie, von der ansprechenden Körverform ab⸗
            
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