Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Auch das im Herbst fallende Laub der Esche ist, wenn es gleich
zesammelt und getrocknet wird, gleichfalls ein gutes Schaffutter, nur
ist dieses nicht so kraftvoll wie ersteres

Das Renunpferd Gladiateur. — Der in Frankreich ge⸗
ogene Vollbluthengst Gladiateur, von dem Hengste Monarque und
»er Stute Miß-Gladiator abstammend, gehört dem Grafen v. La—⸗
zraage, es gewann beim Derby-Rennen zu Epsom 10,000 Guineen
uind nach Paris zurückgekehrt, den großen Preis der Stadt Paris
von 100,000 Franken. Der Athem dieses Rennpferdes ist ausge⸗
eichnet und keine Spur von Schweiß nach vollbrachtem Laufe an
»emselben zu bemerken. — Von Gl. wird hervorgehoben, daß er groß
tark und sehr symetrisch gebaut sei, leichten Kopf, breite Brust un
iamentlich ein ungewöhnlich entwickeltes Hintertheil habe, seine Ver—
vendung zur Zucht wird sehr gewünscht. Gourdon warnt jedoch da—
vor, Rennpferde, welche nur durch thre Leistungen bei der Stoeple⸗
mase sich ausgezeichnet haben, zur Verbesserung der einheimischen
staken zu verwenden.

Ein Verfahren zur Vorausermittelung der Kartoffel⸗
Ernten.
Herr Administrator Teichmüller auf dem Rittergute Hohenziotz
hei Magdeburg hat ein einfaches Verfahren zur Vorausbestimmung
des Ernteertrags an Kartoffeln (wovon auf dem genannten Gute
300 Morgen gebaut werden), ermittelt, durch welches derselbe, sobald
das Wachsthum der Kartoffeln aufgehört hat (was im vergangenen
Jahre schon Mitte Juli der Fall war), mit ziemlicher Gewißheit
hestimmt, wieviel Kartoffeln auf einen Morgen, und demzufolge
wieviel in Summa geerntet werden. Es hat nämlich Herr Teich
müller gefunden, daß, bei ganz gleichmäßiger Pflanzung der Kar—
toffeln, 8 Loth des Gewichts der unter einer Kartoffelstaude befind—
lichen Knollen einen Wispel Kartoffeln per Morgen Ertrag geben.
derr T. nimmt nun von je 5 Morgen auf verschiedenen Stellen 5
Büsche auf, wiegt die Knollen derselben, und berechnet hiernach den
gefammten Ernteertrag. Im Jahre 1861“, bemerkt Herr T., „diffe—
rirte die Ermittelung durch das Probewiegen, welches, wie auch
1862, 8 Wochen vor der Ernte geschah, nur um 25 Wispel, 1862
aur um 11 Wispel gegen den wirklichen Ernteertrag von 600 Mor—
gen. Es ist doch immerhin angenehm, 6 bis 8 Wochen vor der
Frnte schon mit ziemlicher Gewißheit zu wissen, wie die Ernte aus—
fallen wird. (Kirchhof's landw. Vierteljahrsschrift.)

Thierärztliche Jurisprudenz. — Eine Stute, welche
zuf einem Pferdemarkte erkauft wurde, war mit Rot behaftet, der
Berkäufer hatte erwiesener Maßen Kenntniß davon und das Pferd
teckte einige andere Pferde im Stalle des Käufers an, eine Klage
jegen den Verkäufer wurde erst nach Ablauf der Gewährzeit anhängig
jemacht. Der Gerichtshof von Bordeaur fällte folgendes Urtheil.
derjenige, welcher auf dem Markte Thiere kauft, welche mit einer
ensteckenden, unter die Hauptmängel aufgenommenen Krankheit be—
jaftet sind, kann auch nach Ablauf der durch das Gesezz festgesetzten
Zewährzeit bei dem Civilgerichte Klage gegen den Verkäufer erheben,
venn der Nachweis geliefert werden kann, daß letzterer davon Kennt—
uiiß hatte, daß die verkauften Thiere von einer contagiösen Krankheit
nficirt waren.

— — —

Vermischtes.
Solingen, den 1. Juli. Hier ist eine Katze geboren worden,
velche 8 Füße und 2 Schwänze zeigt, und zwar befinden sich 2 Vor—
derfüße an gehöriger Stelle, 2 auf dem Rücken und 4 Hinterfüße sind
vorhanden. Diese Mißgeburt ist interessant genug, um öffentlich ver—
merkt zu werden. Einsender hat dieselbe in Gesellschaft vieler Herren
in Augenschein genommen. (Landw. Ct.Bl.)

Berichtigung. In der Bekanntmachung des hiesigen Landraths-Amts vom
3. d. M. heißt es sub No. 3. „am Donnerstag den 18 August c. — muß
eißen: „am Dinstag den 28. Augustec

„beim Bau einer Maschinenanlage mit Zechen⸗
Jaufe, zur Aufstellung eines Guibal'schen Ven—
ators bei Stangenmühle“ vorkommende Ar—
heiten und Lieferungen, dem Mindestfordern
den öffentlich in Verding gegeben werden, und
war:
A. Arbeiten.
—
1) Die Erdarbeiten, angenommen zu . 70
2) „ Mauer- und Steinmegarbei⸗
den, angenommen zu . 770
3) „Zimmermanusarbeiten, ange⸗
— siommen zu.... 18386
4) „ Dachdeckerarbeiten, angenom. zu 26
5) „Tischlers, Glaser- und Anstrei⸗
cherarheiten, angenommen zu. . 145
6) „Schlosserarbeiten. 995
B. Lieferungen. Fortschrei 34.4
eibung de erwechse
7) beiläufig 80 Schrth. gewöhnl. Bruchsteine F sch a s Güterwech sels.
—W 108,„ auserlesene Sandbruch Die Fortschreibung des Güterwechsels in der
steine, Zürgermeisterei Sulzbach und Friedrichsthal
25000 ie e nfpchlleine indet zu Sulzbach statt:
0 Tonnen Metzer Ka z AM—
200 I— galk, 1. sür dig crei Sulzbach am 27.
259 Kummen Sand, und 28. ugust c.;
Cbfß. Sandsteinwerkstücke, 2. für die Bürgermeisterei Friedrichsthal am
Maschinen⸗Fundament⸗ 29. August c.
uaderu, und, zwar Vormittags von 8-12 Uhr und
188 Cosß. scharfkantiges Tannen⸗ Nachmittags von 2283 Uhr.
bhauholz, Die Steuerzettel und die Erwerbs-Urkunden
163 1826 Ifdfß. Dachlatten. nüssen vorgelegt und Familientheilungen am
Die Bedingungen sind auf meiner Amtsstube27. August'c., Vormittags von 829 Uhr, zum
ur Einsicht offgelegt. Voraus angemeldet werden.
douisenthal, den 20. August 1866. Sulzbach, den 11. August 1866.
Der Oberschichtmeister, Der Bürgermeister,
W. Posth. Ganns.

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Bekanutmachung.
Der Metzger Jacob Winter hierselbst be—
cbsichtigt, auf seinem sub Flur J. No. 888
des Catasters in der Vorstadtstraße gelegenen
Srundstück hinter dem Wohnhause ein Schlacht⸗
geal anzulegen. Wer gegen diese Anläage
Sinwendungen zu machen beabsichtigt, hat
olche binnen 14 Tagen auf hiesigem Bürger—
neisterei-Amte, woselbst die Beschreibung und
Pläne der Anlage zur Einsicht offen liegen,
inzubringen, wobei bemerkt wird, daß die vor—
ezeichnete Frist für alle Einwendungen nicht
rivatrechtlicher Natur präclusivisch ist.
Saarbrücken, den 18. August 1866.
Der Bürgermeister,
C. Schmidborn.

—

Für die zollamtliche Abfertigung der Eil⸗
und Frachtgüter im Verkehre mit Frankreich wer⸗
den ab 18. September e. die Gebühren nach un⸗
serem Binnen⸗-Tarif erhoben und tritt mit dem ge⸗
nannten Tage der Seite 26 des internationalen
Tarifheftes vom 1. August 1864 befindliche Zoll⸗
abfertigungs-Gebühren⸗-Tarif außer Kraft.
Saarbrücken, den 17. August 1866.
RKönigliche Eisenbahn-Direction.

Für die zollamtliche Abfertigung der Eil⸗
ind Fracht⸗Guͤter in unserm Binnen⸗-Verkehr
reten ab 1. September c. ermäßigte Taren ein.
8. 21 unseres Binnen-Tarifs wird daher durch
eine neue Gebühren-Taxe modificirt, welche auf un⸗
eren Güter-Expeditionen eingesehen werden kann.
Saarbrücken, den 17. August 1866.
Königliche Eisenbahn Direction.

Bekanntmachung.
Am Mittwoch den 29. August d. J—
Nachmittags von 2 Uhr ab,
jollen in der Behausung des Gastwirths Lud⸗
wig Michler hierselbst, die nachverzeichneten
            
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