Heu zu liefern im Stande sind, um berechnen zu können, wie hoch
sich der Reinertrag per Morgen durch intensiven Futterbau steigern
läßt. — Dabei braucht der Körner- und Strohertrag der Wirthschaft
gar nicht abzunehmen, wenngleich die dem Getreidebau eingeräumte
Fläche verkleinert wird. Denn das ist ja eben der große Nebensegen
des Hackfruchtbaues, daß der Acker wegen der tieferen Bearbeitung
und kräftigeren Düngung, wozu der Rübenbau nöthigt, viel reichere
Erträge an Körnern und Stroh, die in der Notation folgen, bringt
(3. V. Rheinpreußen.)
Ein Wort über den Kartoffelbau.
„Die Kartoffel ist das Brod der Armen.“ Sie steht in manchen
Gegenden über dem Getreide; sie ist bereits ein Schutzmittel gegen
Hungersnoth geworden. Ihrem Anbau verdankt, nebst dem Kleebau
unsere Landwirthschaft den vortheilhaften Umschwung in den letzten
Jahrzehnten. Trotzdem wird ihre Kultur so verschieden, ja oft so
verkehrt betrieben, daß man sich darüber verwundern muß, wenn die
landwirthschaftlichen Schriftsteller diesen Gegenstand nicht öfter und—
wenn es auch noch geschieht, nicht mit mehr Nachdruck berühren
Gerade die ärmere Klasse ist auf die Kartoffel, als ihre Hauptnah—
rung, angewiesen. Jene hätte es doppelt nothwendig, auf ihren
Aeckern und Aeckerlein ergiebige Ernten hervorzubringen, und meist
ist es eben umgekehrt.
Ungemein wichtig bei dem Kartoffelbau ist die Auswahl des
Samens; denn von diesem hängt zum großen Theil die Ergiebigkei
der Pflanzung und die Gesundheit der Knollen ab. Die Zubereitung
des Samens findet auf sehr verschiedene Weise statt, Entschieden
vorzuziehen ist die Vermehrung der Kartoffeln durch ganze Knollen
Nur darf man dazu weder ganz kleine noch ganz große Knollen ver—
wenden, sondern eben mittelgroße. Die ganz kleinen sind zu unrei“
und haben zu wenzg Kraft; die großen sind zu ausgewachsen, um
gehörig Trieb zu haben. Bei dem Legen von ganzen Knollen ist
aber der Verbrauch an Saatgut so groß, daß man meist die Ver.
mehrung durch Stücke vorzieht, so sehr man sich darin auch irrt
Entweder wird da nur die Nase (Kappe, Haube) ausgestochen, oder
es werden die Knollen in Stücke mit je 223 Augen geschnitten
Ersteres Verfahren wird von dem Einen sehr gepriesen, von dem
Andern verworfen, indem sie behaupten, Nasenstücke haben im
Verhältniß zu viele Augen, treiben deßhalb viele, aber magere
Stengel und liefern kleinere Knollen. Jedenfalls ist die Art, wie
die Armen oft aus Noth ihren Samen zubereiten, indem sie je nur
dein Auge mit wenig Fleisch ausstechen, ganz verwerflich. Denn nich⸗
nur fehlen die nöthigen Keime zu den Stauden, sondern es fehlt dem
Keim auch die erste Nahrung.
Es ist äußerst wichtig, die für Saatgut zu verwendenden Kar—
toffeln nicht zu entkeimen. Genaue Versuche haben dargethan, daf
der durch das Entkeimen entstehende Schaden sehr bedeutend ist. Jedes
Keimauge der Kartoffel enthält drei Keime, von welchen der mittelste
der stärkste ist und zuerst zum Vorschein kommt. Kann dieser unge.
stört fortwachsen, so entwickeln sich gewöhnlich die Seitenkeime nicht
wird dieser aber abgebrochen, so brechen jene aus. Da sie aber vie
schwächor sind, treiben sie schwächere Stengel und liefern somit einen
geringern Ertrag. Es ist daher eine sehr wichtige Aufgabe für der
Kartoffelbauer, das vorzeitige Keimen der Saatkartoffeln zu verhü
ten. Eine 3—4 Zoll hohe Schicht Kohlen, als Unterlage in die Erd
ipfelbehälter gebracht, leistet hierin vortreffliche Dienste.
Das Zurüsten des Kartoffelsamens vor dem Anpflanzen hat keine
nachtheiligen Folgen für denselben, wenn die Stücke nicht 3—84 Zoll
über einander zu liegen kommen und an einem luftigen Ort aufbe—
wahrt, öfter umgeschaufelt werden. Das Abwelken des Samens soll,
wenn es an trockener Luft und ja nicht an künstlicher Wärme ge⸗
schieht, für das Gedeihen vortheilhaft sein. So viel wenigstens ge—
winnt man dabei, daß die Ueberbleibsel oder sog. Abrände zweckmäßig
verwendet werden können.
Besonders verschieden sind die Ansichten über die Entfernung der
Pflanzen. Am vortheilhaftesten hält man diejenige von 1“2 Fuß
in's Geviert. Um die Bearbeitung zu erleichtern, zieht man es da⸗
gegen vor, die Reihen weiter auseinander zu halten und die Stöcke
näher an einander zu bringen. Wir haben vielfache Versuche in
diesem Punkte gemacht und sind endlich zu dem Resultate gekommen,
daß die Entfernung der Stöcke in den Reihen auf 11 Zoll angenom—
men die zweckdienlichste ist. Die Frühkartoffeln freilich kommen,
weil in der Regel kleiner, etwas näher zu einander stehen.
Ob der Same mit dem Dünger unmittelbar untergebracht wer⸗
den soll oder nicht, darüber waltet kein Zweifel mehr. In gutem
Boden ist die unmittelbare Berührung des Düngers mit den Knollen
schädlich. Am besten wäre es immerhin, wenn der Dünger im Herbst
schon auf dem auf's künftigste Jahr für Kartoffeln bestimmten Felde
untergebracht werden könnte. In Berggenden wird häufig gefehlt,
indem daselbst meist alter Rasen zu Kartoffeln umgeackert wird, wäh⸗
rend dieser zu Getreide und das Getreidefeld zu Erdäpfeln sich weit
besser eignen würde.
In Betreff des Behäufeln der Kartoffeln möchten wir den Häufel⸗
oflug mit 2 Streichbrettern dem Behäufeln mit der Hacke vorziehen
und ersteres jedem größerem Landwirthe empfehlen. Nicht nur wegen
zehnfach größerer Zeitersparniß, sondern auch wegen besserer Arbeit.
Denn leicht werden mit der Hacke Wurzeln abgeschnitten, während
dies mit dem Häufelflug nicht geschieht.
Besonders schädlich ist das Abschneiden des Kartoffelkrautes vor
der Reife der Kartoffeln, indem der Ertrag um desto geringer aus—⸗
fällt, je früher dasselbe vorgenommen wird. Vortheilhaft und rech—
nerisch lohnend dagegen ist es, die Kartoffelblüthen abzupflücken,
indem auf diese Weise die Entwicklung dieses Samens ve hindert
wird, und dadurch den Knollen mehr Kraft zukommt, diese somit voll—
kommener werden. Indessen muß nach vergleichenden Versuchen der
Hauptvortheil des Abpflückens der Kartoffelblüthen in der besseren
Qualität der Frucht gesucht werden. Und der Vortheil dieses Ver—
fahrens ist so groß, daß die durch die Arbeit verurlachten Kosten gar
nicht in Betracht kommen können, indem sich die Ausgabo reich be—
zahlt macht. L.
Vermischtes.
Sauerheu zu bereiten. Auf einem etwas hoch gelegenen,
trockenen Platze wird eine Grube ausgeworfen und der Boden und
die Seitenwände derselben mit Stroh belegt. Die frisch abgeschnitte—
nen Rübenblätter werden eingetreten, schichtweise mit Viehsalz be—
streut, die dachförmig gebildete Erhöhung mit Stroh, dann 2 Fuß
hoch mit Erde bedeckt und letztere festgeschlagen. Sowie sich Risse in
der Erdbedeckung zeigen, müssen dieselben sofort zugeschlagen werden.
Zu 10 Fudern Rübenblättern verwendet man Berliner Scheffel
Salz.
— —
Schaafweide⸗Verpachtung.
Am Mittwoch den 22. August e.
Nachmittags 2 Uhr,
wird in dem Wirthslokale der Wittwe Schrei—
ber zu Rilchingen die Schaafweide auf dem
Banne Rilchingen-Hannweiler auf die Dauer
von 3 Jahren, nämlich von Michaeli d. J
bis dahin 1869, öffentlich meistbietend ver
vachtet.
Kleinblittersdorf, den 11. August 1866
Der Bürgermeister,
Ueberlé.
Erstattung der Kopialgebühren in Abschrift
bezogen werden. Die Eröffnung der Sub—
misssonen findet Donnerstag den 30. d.
Zum Betriebe, eines auf Grube „Gerhar! Mis. hierselbst statt und wird die Zuschlags—
Prinz Wilhelm“ aufzustellenden Ventilators ertheiluͤng späteftens Samstag den“1. Sep
soll im Submissionswege eine directwirkendentem ber'erfolgen.
Dampfmaschine mit stehendem Cylinder vor
. aaen beschafft werden. Die pp Louisenthal, den 7. August 1866.
ieferung muß bis spätestens zum 4. No
vember dieses Jahres en Die Liefe Berginspeetion⸗Louifenthal
rungsbedingungen liegen bei unterzeichnete
jStelle zur Einsicht offen und können gege—
Bekanntmachung.