diese Abänderung der Zersetzungsprozesse viel Gewicht, und hält für
sehr wahrscheinlich, daß diese Abänderung auch die Entwickelung des
besonderen Infektionsstoffes der Cholera und seinen Uebergang in die
duft verhindern werde. Es ist abzuwarten, welchen practischen Erfolg
man von diesem Standpunkte aus erreichen kann. Nicht selten benutzt
man auch ein alkalisches Desinfektionsmittel, den Chlorkalk, ja manch—
mal kombinirt man Eisenvitriol mit Chlorkalk, die sich dann nutzlos
zegenseitig zersetzen und neutralisiren, wenn nicht eins davon in
bedeutendem Ueberschusse angewendet wird. Hierbei kann es leicht
borkommen, daß man gerade so viel Chlorkalk in eine durch Ei
envitriol bereits saure Grube wirft, daß sie wieder alkalisch wird,
wodurch die ammoniakalische Zersetzung des Inhalts nur unterstützt
wird.
Wichtige Vortheile bei dem Melken. Vor dem Melken
werden die Euter der Kühe mit lauwarmem Wasser gereinigt; dann
werden sie einige Secunden mit beiden Händen gewalkt, worauf mit
dem Melken der Anfang gemacht wird. Will die Kuh die Milch nicht
gehörig spinnen, so wird das Melken unterbrochen und wieder gewalkt
Junge Kühe bekommen bei solchem Verfahren große Euter und wer
den sehr milchreich. Das Melken selbst geschieht am vortheilhaftesten
solgendermaßen: Mit der einen Hand wird ein Strich der linken
Seite des Euters, mit der anderen Hand ein Strich der rechten Seite
erfaßt und gemolken, aber nicht die beiden Hinter- und Vorder—
riche zugleich sondern über das Kreuz, also der linke Hinter
und der rechte Vorderstrich, dann der rechte Hinter- und der linkte
rVoderstrich zusammen. Das Melken darf weder zu langsam
noch zu schnell geschehen, sondern gleichmäßig schnell ohne Ueber—
eilung.
streue ich kurz vor dem Säen Ruß auf dem Boden aus und verar—
deite ersteren möglichst mit letzteren. Sobald die jungen Pflanzen
einige Zoll aus der Erde sind, schützt sie leichtes Bestreuen mit Ruß
an thauigem Morgen oder kurz vor sanftem Regen vor Verwüstungen
und trägt gleichzeitig zu ihrem Wachsthum bei. Beim Verpflangen
schütze ich die Wurzel durch eine Mischung von Bodenerde und Ruß,
welche ich zunächst trocken vornehme. Demnächst erst mache ich daraus
durch Zuguß von Wasser einen dünnen Brei und tauche in diesen
die Wurzeln der zu versetzenden Pflanzen. Manche Pflanzen vertragen
den Ruß nicht. Von wohlthätigen Folgen aber ist er bei Turnips
Mohrrüben und Petersilie.
Scheu gewordene Tauben einzufangen. Wenn die
Tauben in Folge des Eindringens eines Raubthieres in den Tauben—
cchlag denselben meiden, so kann man sie wieder hineinlocken, wenn
man folgendermaßen verfährt. Man leiht ein Taubenpaar und setzt
26 in den Schlag unter ein Sieb, der Täubert girrt viel unter dem
Siebe, und dadurch angelockt, eilen die scheu lauernden Tauben hin—
ein. Der Schlag wird nun schnell zugezogen und die Tauben werden
bei gutem Futter 8 Tage gefangen gehalten.
— — ——
Tauben in dem Schlage zu erhalten. Man besprengt
mit einem Gemenge von Anisöl und Weingeist alle 2—383 Wochen das
Taubenhaus im Innern, streicht auch jeder Taube eine Wenigkeit da—
von unter die Flügel.
Vergiftung der Hühner zu heilen. Man gibt den Thie—
ren saure Milch oder öffnet den Kropf, leert denselben aus und näht
ihn wieder zu.
Die Anwendung von Ofenruß gegen Insecten ist
schon oft empfohlen. Im „Mark Lane Erpreß“ vom 7. Mai schreib
Baärtner John Hagne: Wenn ich Sämerei vor Insecten schützen will
77
—
— Ane
Ab Sonntag den 19. August
J. J.
tritt unser früherer Sommer-Fahrplan d. d. 1. Juni
d. J. wieder ins Leben, insbesondere also auch:
) der Pariser Tages⸗Schnellzug über die in⸗
teressante Rhein⸗Rahe⸗ Bahn
ab Frankfurt a. M. 528 Mgs., ab
Mainz 68 Mgs., ab Bingerbrück 720
Mgs., ab Creuznach 70 Mgs. in Pa⸗
ris 800 Abds.;
ab Paris 868 Mgs. in Creuznach
101 Abds., in Bingerbrück 102* Abds.
2) der Personenzug VI. ab Bingerbrück go Mgs
bis Trier Ank. 50 Nachm.
8) der Personenzug V. ab Trier 22. Nachm. bis
Bingerbrück Ank. 87 Abds.
Nur die Localzüge H. und 8S. Abends
zwischen Saarbrücken und Forbach, so⸗
wie Localzug XII. ab Bingerbrück
100 Abends in Creuznach 102* Abends
und A ab Creuznach 60 Morgens in
Bingerbrück 620 Morgens bleiben
aufgehoben.
Ab Luxemburg ändert Zug V. (28)
seinen Abgang auf 20 Nachmittags
erst ab 25. August und hat deshalb
bis dahin in Conz nur Anschluß bis
Trier (Ankunft 480 Nachm.) und an
Zug 6 bis Oberstein (1128 Abends).
Neue Fahrpläne sind demnächst auf allen Sta—
lionen zu haben.
Saarbrücken, den 12. August 1866.
RKönigl. EisenbahnDirection.
—
rieferung zweier Dampfmaschinen
mit Doppelpumpen und Dampf—
kesseln.
Die Lieferung zweier Dampfmaschinen mir
Doppelpumpen und Kesseln für die Königliche
Saarbrücker-Eisenbahn soll im Wege der öffent
ichen Submission vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen können in dem
Büreau des Unterzeichneten, sowie in den Bü
reaux der Maschinenmeister zu Saarbrücken
und St. Wendel eingesehen und von ersterem
auf portofreien Antrag in Abschrift bezoger
werden.
Unternehmer werden eingeladen, ihre Of
win versiegelt und mit der Aufschrift ver
ehen:
„Submission auf Lieferung zweier Dampf
maschinen mit Doppelpumpen resp. zweier
Kessel“
bis spätestens
den 20. August d. J.,
Vormittags 11/2 Uhr,
in dem Büreau des Unterzeichneten portofre
abzugeben, woselbst die eingegangenen Offerten
im Veisein der etwa erschienenen Submittenten
eröffnet werden.
Nicht rechzeitig eingehende Offerten, sowi
sachgebote bleiben underücksichtigt.
Saarbrücken, den 31. Juli 1866.
Der Obermaschinenmeister,
K. Schaäfler.
Fortschreibung des Guͤterwechsels.
Die Fortschreibung des Güterwechsels in der
Bürgermeisterei Sulzbach und Friedrichsthal
äindet zu Sulzbach statt:
1. für die Bürgermeisterei Sulzbach am 27
und 28. August ce;
2. für die Bürgermeisterei Friedrichsthal am
29. August c.:
und zwar Vormittags von 8-v12 Uhr und
Nachmittags von 223 Uhr.
Die Steuerzettel und die Erwerbs-Urkunden
müssen vorgelegt und Familientheilungen am
27. August c., Vormittags von 8ÿ9 Uhr, zum
Voraus angemeldet werden.
Sulzbach, den 11. August 1866.
Der Bürgermeister,
Ganns.
Bekanntmachung.
Zum Betriebe eines auf Grube „Gerhard
Prinz Wilhelm“ aufzustellenden Ventilators
soll im Submissionswege eine directwirkende
Dampfmaschine mit stehendem Cylinder von
12“ Durchmesser beschafft werden. Die Ab—
lieferung muß bis spätestens zum 4. No—
vember dieses Jahres erfolgen. Die Liefe—
rungsbedingungen liegen bei unterzeichneter
Stelle zur Einsicht offen und können gegen
Erstattung der Kopialgebühren in Abschrist
bezogen werden. Die Erdffnung der Sub⸗
3 findet Donnerstag den 30. d.
Mis. hierselbst statt und wird die Zuschlags⸗
ertheilung spätestens Samstag den 1. Sepe
tember erfolgen.
Louisenthal, den 7. August 1866.
Berginspection⸗Louisenthal