6. Compagnie.
Bei Helmstadt am 25. Julic.
Musketier Jacob Jung II. aus Völklingen. Schwer verwun—
det. Schuß in den Kopf. Musketier Joh. Ph. Blatt aus Gers
weiler. Schwer verwundet. Schuß in den rechten Oberschenkel
7. Compagnie.
Bei Helmstadt am 25. Juli c.
Musketier Ludwig Nuß aus Saarbrücken. Schwer verwundet
Schuß in die rechte Hüfte. Musketier Joh. Hettinger aus St.
Arnual. Schwer verwundet. Schuß in den rechten Unterschenkel.
Bei Mädelhofen am 26. Juli c.
Unterofsizier Joh. Werron aus Püttlingen. Schwer verwun—
det. Schuß in die beiden Unterschenkel. Musketier Jacob Brenner
aus Burbach. Leicht verwundet. Streifschuß an der rechten Wange.
Musketier Ludwig Kempf aus St. Arnual. Schuß in den linken
Unterschenkel.
Saarbrücken, den 10. August 1866.
Der Königliche Landrath,
v. Gärtner.
Lotterie.
Bei der am 8. Aug. fortgesetzten Ziehung der 2. Klasse 134.
Königl. Klassen-Lotterie fielen ferner:
42 Gewinne zu 50 Tolr. auf Ne. 333 759 3135 8077 11,155
15,314 17,766 17,878 19,243 21,644 24,645 25,809 25,884
26,410 29,815 34,187 37,453 38,771 40, 459 40,497 44,590
Verwerthung landwirthschaftlicher Produkte.
Von großer Wichtigkeit für den Landmann ist es, in welcher
Form er seine Produkte verwerthet. Der Eine hat große Wälder,
er kann aber das Holz nicht verkaufen, weil sein Territorium zu
weit von dem schiffbaren Wasser entfernt ist, auf welchem eine vor—
theilhafte Versendung des Holzes allein ermöglicht werden kann. Er
legt deßhalb Fabriken an, die eine große Menge Holz consumiren,
z. B. Glasöfen, und sendet in der sabrizirten Waare seine Wälder
in die Ferne. Ein Anderer besitzt umfangreiche Wiesen, aber der
Verkauf des Heues ist nicht möglich, weil die Verschickung bis zu
den Märkten, auf welchen ein Absatz erfolgen kann, zu kostspielig
wird. Er ist also angewiesen, das Heu durch Vieh consumiren zu
lassen, und es mit diesem oder mit den von ihm gewonnenen Pro
dukten: Butter, Käse, Wolle, auf die Märkte zu schicken. Die Be
fitzung eines Dritten liegt von den Verkehrsstraßen so fern, daß die
Versendung seiner Landprodukte zu theuer zu stehen kommt, er muß
deßhalb nach Fabrikationen greifen, durch welche er dieselben in
solche Gegenstände verwandelt, deren Versendung weniger kostspielig
ist. Er greift zur Zuckerfabrikation, zur Brennerei, zur Stärkefabri—
dation u. s. w. und sendet seine Felofrüchte, als Zucker, Spiritus,
Stärke u. s. w. auf die Märkte. Die viele Tausende von Centnern,
welche seine Feldfrüchte wiegen, schwinden bei der Umwandlung in
Fabrikate auf ein Minimum zusammen und die Transportkosten be—
fragen vielleicht nicht den zwanzigsten Theil.
Aeber die Transportfähigkeit der landwirthschaftlichen Produkte
gewinnt man ein Bild, wenn man berechnet, wie hoch der Versen⸗
dungs-Aufwand für 100 Ctr. auf 100 Eisenbahnmeilen, bei einem
Frachtsatz von 8 Pf. pro Ctr. und Meile, im Vergleich zu dem Werthe
des versandten Produktes sich beläuft.
Diernach ist bei dem Preise für der Frachtbetrag
100 Pfd. von in Procent.
bei Runkelrüben -Thlr. 6 Sgr. 4,16
„Zuckerrüben 198, 2,50
Stroh 2,50
Kartoffeln ,66
Hafer 4,2
Gerste, Roggen 3.23
Weizen 2,5
Spiritus ß 13,9
Del 12 6.9
Butter 26 3,8
„Wolle 756 — 1,1
Aus dieser Tabelle ergibt sich, daß der Landwirth, der seine
*
48,079 48,782 49,687 62,223 36,853 58,192 67,948 68,401
71,865 74,391 76,0601 76,157 79,875 81,713 84,699 85, 588
88,787 88,800 89,628 89,971 94,807.
121 Gewinne zu 40 Tolr. auf Nr. 1224 2791 4526 5617
6077 7610 7863 9769 10,019 10726 11,811 12,018 12,378
—43,094 13, 446 14, 083 14104 14,105 13,486 15574 16,275
—O
21,577 21,691 2. 350 7 334 23 7α 3.119 28,344 21,484
28,557 29,397 25 424 25795 30 274 32.380 28,208
33,649 34 226 no 980 38509
41.729 42,5682 407 48, 262
18. 351 48, 480 42 53,837
53,884 55, 957 J 58,262
58,506 59,481 34 154 64,503
65,962 66,420 6. 3096 69,806
70.029 70,093 979,009
80,024 80. 975 6. 7 83,301
84, 451 84, 461 86 000 od, 440 89, 308 89,4 14
39,572 91,308 94., 209 94, 747
Bei der am 9. Aug. fortgesetzten Ziehung der 2. Klasse
134. Kal. Klassen-Lotterie fielen:
1Gewinn zu 4000 Thlr. auf Nr. 49,741. 1 Gewinn zu
600 Thle. auf Nr. 66,877. 2 Gewinne zu 200 Tolr. auf Rr.
—8 75,578. 3 Gewinne zu 100 Thlr auf Nr. 25,518 80,481
„623.
5 Gewinne zu 80 Thlr. auf Nr. 44,537 54. 454 78, 155
89,018 983, 275.
8 Gewinne zu 60 Thlr. auf Nr. 538 19,094 25,680 50, 823
54,271 55,048 58,523 80, 851.
19 Gewinne zu 50 Thlr. auf Nr. 682 8510 8170 14,582
17048 22411 283189 28,580 28,885 31,021 31, 196 40336
44,383 47,515 53,201 58,395 61,469 62,681 64, 601.
Produkte weit zu versenden hat, diese am vortheihaftesten in Butter
oder Wolle verwandelt, weil bei diesen die Transportkosten am billigsten
zu stehen kommen. Er wird sich also, wenn er nicht die Verwerthung
seiner Produkte durch technische Gewerbe vorzieht, für die Schaf—⸗
oder Rindviehzucht entschließen müssen. Am leichtesten transportabel
ist die Wolle, auch macht ihre Gewinnung sehr geringe Arbeit gegen
die Herstellung der Butter.
Hiernach würde der Schafzucht der Vorzug zu geben sein. Aber
es kommt noch ein sehr wichtiger Faktor hinzu, indem man sich
darüber Gewißheit verschaffen muß,, wie sich am besten die Produkte
verwerthen, durch die Fütterung an Kühe oder an Schafe, wobei von
der besonderen Beschaffenheit der Landgüter, von denen sich die einen
mehr zur Rindvieh-, — die andern mehr zur Schafzucht eignen, ab—
gesehen werden soll.
Lassen wir deshalb Resultate sprechen und folgen wir hierbei
den Ausführungen des „Amtsblatts für die landwirthschaftlichen
Vereine im Königreich Sachsen.“
Es wird nicht behauptet werden können, daß ein edles Schaf
einen höheren jährlichen Brutto-Ertrag als 3 Thlr. liefert und daß
ses weniger als 12 Ctr. Heu konsumirt. Hierdurch verwerthet sich
1 Ctr. Heu zu 792 Sgr. Will man aber auch annehmen, daß der
vierte Theil des Futters durch Ausfressen von Streustroh, durch an—
derweit nicht zu benutzende Weide ohne allen Aufwand gewonnen
wird, so verwerthen sich die verbleibenden 9 Ctr. Heu zu 10 Sgr.
pro Ctr. (Es soll hier nicht gesagt werden, daß nicht dem Heu an⸗
deres Futter substituirt werden soll, aber dieses wird, nach Heuwerth
berechnet, immer dasselbe Resultat ergeben.)
Daß in der Aufzucht des Wolleschafes eine höhere Ausnutzung
des Futters sich ergibt, wird wieder nicht behauptet werden können.
Nur in einer energischen Mastung bei an sich mastfähigen Thieren
können feine Schafe das Futter noch verwerthen, aber das fällt nicht
unter Wolle-, sondern unter die Fleischproduktion und für diesen
Zweck hat man nicht nöthig, mit hohen Kosten solche Thiere aufzu⸗
ziehen und Jahre lang gehen zu lassen. Man kann die Thiere zur
Riaß kaufen. Der echte Wolleproduzent thut das Gegentheil, er
verlaun die Merze.
Diesem stellt die genannte sächs. Zeitschrift die Erträge des Kuh—
stalles zweier Güter gegenüber, deren eines die Milch? nach einer
großen Stadt verkauft, das andere unter günstigen Verhältnissen
buttert.
Auf dem ersten wurden von 24 während des ganzen Jahres ge—
molkenen Kühen für Milch 2347 Thlr., für Kälber 111 Thlr. ein⸗
genommen. Der Hausbedarf betrug 162 Thlr. In Summa war