Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

fluthet. Die neue Theorie liefert auch eine Erklärung für die unge
meine Dünnheit einiger Steinkohlen-Adern, welche fast nichts sind
als bloße dünne Häute über umfangreichen Flächen festen Gesteins
und die leicht durch eine ölige Flüssigkeit entstanden sein können,
welche den an der Oberfläche befindlichen Felsen überschwemmte, und
im Verlauf der Zeit theilweise verdunstete und theilweise sich verdich—
sete. Die Gestalt und die Ausdehnung vieler andern Kohlenadern
iind ebenfalls verträglich mit der Idee, daß die fraglichen Adern den
festen Niederschlag dessen bilden, was dereinst Oelseen waren, und
in der That ist die große Mehrheit aller Steinkohlenformationen
heckenartig, „mit langen und abhängenden Seiten, die bis zu einem
gemeinschaftlichen und tiefen Mittelpunkt hinunterreichen“, — eine
Thatsache, die gewiß mit großer Kraft für die neue Hypothese
spricht.

Die Kornähre.
Eine Volkssage.
Es war einmal eine Zeit, aber das ist schon undenklich langt
her, da trugen alle Kornhalme und auch die von anderem Getreide
volle goldgelbe Aehren herab bis auf den Boden. Da gab es keine
Armuth und keine Hungersnoth und das war die goldene Zeit. Da
konnten sich alle Menschen mit Wonne sättigen und auch die Vögel,
die gern Körner fressen, Hühner, Tauben und undere, fanden Futter
oollauf.
Aber da gab es unter den Menschen welche, die waren undank
bar und gottvergessen und achteten die schöne werthe Gottesgabe, das
liebe Getreide, für gar Nichts. Da gab es Frauen, welche mit den
vollen Aehrenbüscheln das Heerdfeuer nährten, Mägde, die damit
scheuerten, und die Buben und kleinen Mädchen jagten sich durch das
liebe Korn, spielten Verstecken darin, wälzten sich darauf herum und
zertraten es. Das jammerte den lieben Gott, der das Getreide den
Menschen zur Nahrung gegeben hatte und dem Vieh zum Futter,
aber nicht zum muthwilligen Verderben, und er dachte bei sich, das
er es anders machen wolle, und daß die goldene Zeit ein Ende neh
men solle.
Und da machte der liebe Gott, daß fortan jeder Halm nur eine
zinzige Aehre trug, einmal für die Menschen, damit sie das Getreide
besser schonen lernten, und einmal für die unschuldigen Thiere, damit
sie doch noch ihr Futter haben sollten, wenn guch die Menschen nicht
einmal die Eine Aehre werth wären.
WVon da ansist Hunger und Theuerung und Armuth in die Welt
gekommen. Nur zuweilen läßt der liebe Gott da oder dort einen
Wunderhalm mit vielen, vielen Aehren empqrwachsen und zeigt so
den Menschen, wie es einst beschaffen war um das Getreide und was
er vermag. Und es geht eine alte Prophezeiung unter dem Volke,
daß einmal nach langen Jahren, wenn das Engelswort sich erfüllt
haben wird: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden
uͤnd den Menschen ein Wohlgefallen,“ daß dann der Boden auch
wieder von Gott erweckt werden solle, solche Halme zu tragen, die
bis zur Wurzel voll Aehren sind. Unser keiner aber wird das
erleben.

Vermischtes.
Topfpflanzen von Insekten zu reinigen. Man stellt
den Topf mit der Pflanze in ein leeres Faß und deckt dasselbe dicht
zu. Ein mit heißem Wasser gefülltes Gefäß wird neben die Pflanze
zestellt und auf dieses eine Schale mit Spiritus. Die Dämpfe
müssen 6 Stunden wirken. Für einen gewmöhnlichen Wasserzuber
reicht ein Weinglas voll Spiritus aus.

Maulwürfe. Wenn man auch längst davon zurückgekommen
ist, in den Maulwürfen Feinde der Landwirthschaft und Gärtnerei
zu erblicken, da sie die eifrigsten Vertilger schädlicher Raupen und
Würmer sind, so machen die von ihnen aufgestoßenen Hügel doch manch—
mal, besonders bei der Gartenkultur, Schaden. Professor Belleroche
schlägt nun folgendes Mittel vor, die Maulwürfe von den Stellen
fern zu halten, wo ihre Gräbereien störend sind, ohne sie dadurch
zänzlich zu vertilgen oder zu verjagen. Wenn man das Entstehen
eines Maulwurfshügel bemerkt, so gräbt man ein Loch ungefähr ein
Fuß breit senkrecht in die Erde, um die entsprechenden Ausgänge sei—
nes Baues offeu zu legen und steckt in jeden Ausgang ein kleines
Bündel Rosenstockzweige, wo möglich von wilden Rosen, deren Dor—
nen besonders scharf sind und schaufelt das Loch wieder zu. In die
Umgebung dieser Stelle kommt der Maulwurf dann Monate lang
nicht wieder. Der Grund ist wohl der, daß der Maulwurf unerwar—
tet mit der Nase auf die Dornen stößt und die Erinnerung an dies
unangenehme Begegniß ihn von der Stelle fern hält. Im letzten No—
vember bemerkte Belleroche Maulwurfsspuren in seinem Garten, er
wandte das oben beschriebene Mittel an und bis zum März d. J. war
das Thier nicht wieder gekommen.

Lotterie.
Bei der am 7. Aug. angefangenen Ziehung der 2. Klasse
134. Königl. Klassen-Lotterie sielen:
1 Hauptgewinn zu 10,000 Iblr. auf Nr. 11,977. 2 Ge—
— —
600 Tbir. auf Nr. 32,929. 2 Gewenne zu 100 Thr. auf Nr.
51,748 90,050.
12 Gewinnge zu 80 Thlr. auf Nc. 2061 3113 11,116 22182
34,194 44,520 45,266 49,798 65,593 69,898 71, 463 92, 822.
19 Gewinne zu 60 Thlr. auf Nr. 1464 3775 81710 16,669
18,366 21,064 23467 25,4890 30.472 35,923 38.440 40,074
45, 468 57, 214 62838 68, 462 68,984, 71,792 92, 196.
38 Gewinne zu 50 Thlr. auf Ne. 187 851 3464 4571 8601
10,297 10,638 10,9606 24,000 266.322 27,596 31,353 32319
36392 39 378 42 400 441672 58.1614 60,230 62,300 63,171
69,649 69,948 70,228 73,127 73 331 76,463 77, 077 77,203
81,420 81,797 83.008 86,702 90,654 91,290 91, 359
116 Gewinne zu 40 Thlr., auf Nr. 256 1369 1667 3226
3541 4412 57320 3177 6878 8629 9105 9237 9958 10, 896
11,026 15 030 501 11,607 13. 158 13,.549 13,7250 18, 744
13,766 10 86 2 64976 1898 16,416 17,307 17, 824
17,879 26 308 83 017 541699 24563 26, 758
27,153 2524 77 z0 701 3t309 31,531
32,084 62,901 * 40,857 41,560
42,026 42,217 ⸗ 460 309 46, 323
46,334 47 02 .7 30967 51,028
51,037 51,414 98 975 54,736
56,134 56,263 . 22 22.1177 63,050
66,587 68,661 70, 209 72 74 365 75,802
75,618 76,276 76,762 3765 9 2977 79,871
80,983 83, 122 83,247 85, )37 36,260 4300 86,410 87,007
87,741 88671 90775 91,612 92,603 92,905.
Bei ver am 8. Aug. fortgesetzien Ziehung der 2. Klasse 134.
Königl. Klassen-Lotterie fielen:
IGewinn zu 4000 Tolr. auf Nr. 38,730. 1 Gewinn zu
2000 Tblr. auf Nr. 34,539. 2 Gewinne zu 600 Tolr. auf Ar.
D 81,607. 3 Gewinne zu 200 Thlr. auf Nr. 14,697 30,430
0,653.
5 Gewinne zu 100 Thlr. auf Nr. 21,492 41, 238 536,720
71,3601 76,912.
8 Gewinne zu 80 Tolr. auf Nr. 3267 23, 945 28,391 29,139
51,923 78,946 86,209 90,226.
23 Gewinne zu 60 Tblr. auf Nr. 5384 5659 7335 10,102
12,12 132401 12747 15,856 25,124 26,144 28,64 30,103
36,817 39,301 63608 68,924 71505 75,088 85, 608 87, 047
90,687. 93,708 93,34.

ααα

Bekanntmachung.
Für die Königliche Steinkohlengrube „Ger—
eee eine einfach wirkende
von 66
—8 Cylinderdurchmesser nebst zugehöriger
Drucksätzen von 15 Zoll und 7 Zoll Durch

messer bis zu einer Tiefe von 176 Lachter im
Wege des Submissionsverfahrens beschaff
werden.
Die Bedingungen und Zeichnungen liegen
bei unterzeichneter Inspection zur Einsicht offer
und können gegen Erstattung der Kopialgebüh
ren auch Kopie derselben bezogen werden.
Die Offerten sind spätestens bis zum 1

September e. versiegelt und mit der Auf—
Frift Wasserhatung fuͤr den Hohbergschacht“
an unterzeichnete Stelle einzusenden und zwar
igetrennt für die Maschine und für die Pum⸗
penfätze.
Louisenthal, den 18. Juli 1866.
Bergiuspection⸗Louisenthal
            
Waiting...

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