Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

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für

den Kreis Saarbrücken.

48 10.

Dinstag den 23. Januar

1866.

Amtliches.

die Referendare Pieler und Jung zu Bergassefsoren, und
die Exspektanten Hüssener, Dittges und Sommer zu Bergreferendarien
uind Schnabel zum Bergeleven ernannt worden.
Die Bergreferendare Kalle, Becker und Haber sind aus dem Staatsdienste
rusgeschieden.
Bonn, den 6. Januar 1866. Königliches Oberbergamt.
Bekanntmachung.
Schluß der Jagd.
Der Schluß der Jagd erfolgt mit dem Ablaufe des 31. Ja
auars J. J.
Trier, den 9. Januar 1866.
I. 1. F.

Personal-Chronik.
Des Königs Majestät haben mittelst Allerhöchst vollzogenen Patents vom 27.
Dez. v. J. dem Knappschafts-Arzte Dr. Wirth zu Neunkirchen den Charakter als
Sanitäts-Rath beizuleden.

In dem Bereiche der unterzeichneten Behörde sind seit dem 20. Juli v. J.
olgende Personalveränderungen eingetreten:
Bei dem Oberbergamte ist
der Berginspector, Assefsor Max Nöggerath von Saarbrücken als Hülfsarbeiter
m Collegium nach Bonn versetzt worden.
Bei den Revierbeamten sind
die bisherigen Berggeschwornen Olligschläger und Joh. Schmidt zu Betzdorf,
Wilh. Schmidt zu Muͤsen, Gerlach zu Hamm und Pilz zu Trier zu Bergmei—
tern befördert;
die Berggeschwornen Liste von Düsseldorf nach Deutz, Kinne von Burbach nach
Siegburg und Ziegen meyer von Ründeroth und Burbach versetzt worden.
Bei der Bergwerksdirection zu Saarbrüͤcken ist
der bisherige Berginspector Bluhme zum Oberbergrath und Director ernannt;
der Berginspector Ha uchecorne als Hulfsarbeiter bei der Abtheilung V. im
zandelsministerium nach Berlin und
der Bergassessor Freund von Halle nach Saarbrücken versetzt worden;
der bisherige Communal⸗Baumeister Neufang ist zum Königlichen Baumeister
ei der Direction ernannt worden.
Ferner ist
der bisherige Salinenfactor Wesener zu Königsborn als Faktor nach Saar⸗
rũcken versetzt, und I
zer Kalkulator Bischof zum Faktor befördert worden.
Bei den Berginspectionen der Saarbruͤcker Steinkohlengruben ist
»er Berginspector Eilert zum Bergwerks-Director befoördert,
die Bergassessoren Adalbert Nösggerath und Blees zu Verginspectoren ernannt,
der Schichtmeister Winterscheid zum Oberschichtmeister befördert und
die Civilanwärter Degen und Fourmann zu jöchichtmeistergehüͤlfen ernannt
vorden.
Bei der Salinenverwaltiung zu Muͤnster am Stein ist
der 2. Salinenbeamte, Assistent Klaas gestorben,
der Factor Hähner bei dem vormaligen Hüttenamte zu Sayn ist aus dem
Staatsdienste ausgeschieden.
Ferner sind

Königl. Regierung.
Polizei⸗Verordnung.
In der Gemeinde Möhn, Landkreis Trier, ist unter den Schaaf—
heerden die Räude ausgebrochen. Es wird deshalb die Ortssperre
in der besagten Gemeinde für die Schaafe bis auf Weiteres angeord⸗
net, und verweisen wir auf unsere Verordnung vom 13. Dezember
1846 und vom 8, April 1849, indem wir bemerken, daß Zuwider—
handlungen gegen die Verordnungen nach g. 307 des Strafgesetzbuches
hbestraft werden.
Trier, den b. Januar 1866.
I.71 8. 5.

Königliche Regierung.
Bekanntmachung.
Anderweite Besetzung der Stelle des Rendanten der
Kreis-Sparkasse zu Saarbrücken.
Nachdem der Rendant Woytt auf seinen Antrag von der Ren—
)antur der Kreis-Sparkasse zu Saarbrücken entbunden worden, ist
die Seitens der Kreis-Stände auf den Notariats-Gehülfen Ludwig
Dettweiler gefallene Wahl für die gedachte Stelle von uns bestä—
igt worden.
Trier, den 12. Januar 1866.
Könial. Regierung.

—

Landwirthschaftliches Casino im Köllerthale.
* Heusweiler, den 7. Januar 1866.
Der Vorsitzende eröffnete die heute außergewöhnlich stark besuchte
zersammlung mit einigen geschäftlichen Angelegenheiten des Vereins
und ging dann zu der Frage über, „ob auch in diesem Jahre der
Ankauf von Knochenmehl und Superphosphaten, wie im verflossenen
Jahre, durch den Verein geleitet werden solle.“ Alle Anwesenden
waren für Beibehaltung dieser Einrichtung und wurde einstimmig
er Verkauf den Herren Puffay in Obersalbach und Raber in
Heusweiler übergeben. Um alle Fälschung und Täuschung zu besei⸗
tigen, wurde ferner beschlossen, daß jeder durch den Verein bezogene
Sack Knochenmehl ꝛc. mit dem Stempel des Vereins plombirt, oder
auf eine sonstige auffällige Weise bezeichnet werde, daß ferner diese
Zeichen durch die verschiedenen Tagesblätter zur allgemeinen Kunde
gebracht werden sollen.
Ferner wies der Vorsitzende auf den Vortheil des Samenwechsels
hin und erwähnte, daß namentlich im Köllerthal eine Auffrischung
er Gemüse-Samen durchaus erforderlich sei; er mache deshalb den
Vorschlag, nach dem vorgelegten Katalog von Küpper sel. Erben
in Köln a. Rh. Gemüsesämereien auf Vereinskosten zu beschaffen und

solche in der Versammlung am 4. Febr. c. unter die Vereinsmitglie—
der unentgeltlich zu vertheilen. Dieser Vorschlag wurde ebenfalls
zinstimmig angenommen und für ca. 10 Thlr. Gemüse-Sämereien
ezeichnet.
Ein dritter Vorschlag von Herrn Puffay in Obersalbach ging
»ahin, in der nächsten Versammlung, am 4. Febr. c., darüber abzu—
timmen, ob nicht auf Vereinskosten ein Untergrundspflug zu beschaf—
sen sei? Es würde dadurch der zwar noch sehr schwachen Vereinskasse
ein zu großes Opfer auferlegt, da der Pflug noch im Laufe des
Fahres, nachdem er als Modell gedient, zu ihrem Vortheil wieder ver⸗
iußert werden könnte. Auch dieser Vorschlag wurde allgemein ge⸗
zilligt und zum Beschluß erhoben.
Herr Koch von Bietschied brachte demnach die nachtheiligen
Folgen der Unkräuter, so wie deren Vertilgung zur Sprache. Er sagte:
dat der Landwirth sein Ackerfeld durch Pflügen, Eggen, Walzen und
durch Düngen zur Aufnahme der Saat gehörig vorbereitet und hat
er auch die Saatbestellung nach allen Regeln der Theorie und Praxis
ausgeführt, so hat er während der Vegetation der einzelnen Gewächse
»ennoch mit sehr vielen Hindernissen und Feinden derselben zu käm⸗
ofen. Unter Letzteren nähme das Unkraut gewiß nicht die geringste
            
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