Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Der Körnerertrag zu mehren.
Sehr häufig begegnet man der Klage, daß die Halmfrüchte vor
Jahr zu Jahr einen geringeren Körnerertrag liefern. Es ist dies
leicht erklärlich. Die Körnerfrüchte entnehmen dem Boden fortwäh
rend gewisse Mengen von phosphorsaurem Kalke, die ihm durch den
Stallmist um so weniger ersetzt werden, als die oft stark betriebene
Jungviehzucht den phosphorsauren Kalk der Futterstoffe für die Kno—
chenbildung verbraucht. Bedenkt man nun wie sehr lange schon die
Felder der betreffenden Gegenden, auch schon in Folge des noch hin
und wieder herrschenden Dreifeldersystems dem Körnerfruchtbau dien
ten, so muß es einleuchten, daß nicht nur die Quantität der Körner
ernte, sondern auch die Qualität derselben in stetigem Sinken begrif
fen ist. Dem läßt sich unter den obwaltenden Verhältnisse nur durch
die Anwendung von Knochenmehlpräparaten wirksam begegnen. Die
Beweise hiefür liegen nahe; denn wo man bis jetzt im Körnerertragt
zurückgekommene Felder mit solchen Mitteln düngte, ergab sich ein
namhafte und gut rentirende Vermehrung des Ertrages und wie schon
in manchen Gegenden, namentlich in Rheinhessen, die Hebung des
allgemeinen Wohlstandes mit dem Verbrauche von Knochenmehl u.
s. w. Hand in Hand geht, so wird es auch da geschehen, wo man
über geringen Ausfall der Körnererträge Klage führt.

Bei der im Boden wachsenden Kohlrabi ist das Erweichen v
dem Einhobeln (Schäfen) nicht nothwendig, weil sie mehr Zuck
und Wasserstoff enthält, als die über der Erde wachsende Kohlrab
Die Aufbewahrungsweise dieses Krantes in Tonnen und Fä
sern ist dieselbe, wie beim Sauerkraute. Für kleine Haushaltun
gen, zumal in Städten, wo keine Keller zu Gebote stehen, leister
irdene, glasirte Töpfe dieselben Dienste und können in der Küch
füglich in jedem Winkel aufbewahrt werden. Ein kleiner Hand
hobel mit einfacher Vorrichtung macht jede weitere Ausgabe übe,
füüssig.
Bei der Einsäuerung etwas Weinessig und gebratene Kastani—
zugesetzt, macht, daß das Kohlrabikraut einen ausgezeichnet angenet
men Geruch annimmt.

Ein leicht anzuwendendes, wirksames Mittel gegen
den Erdfloh.
Im Nassauischen, am Fuße des Wesierwaldes wendet man scho
seit einigen Jahren Sägemehl (Sägespäne), gleichgültig von welche
Holze, mit dem besten Erfolge gegen den Erdfloh an. Alsbald na
der Saat wird das Sägemehl so dick gestreut, daß es den Bode
oollständig bedeckt. Ich fand ohnlängst dieses Mittel in dem Gar
ten meiner Mutter, in welchem seither alljährlich die Erdflöhe groß
Verheerungen anrichteten, in Anwendung gebracht und ich war nich
im Stande, auch nur ein einziges Pflänzchen aufzufinden, welche
von einem Erdfloh beschädigt gewesen wäre. Das Sägemehl, desse
spätere Beimischung zum Boden nur vortheilhaft sein kann, übt aud
noch insofern einen wohltätigen Einfluß aus, daß es bei Regenwette
die Bildung der so nachtheiligen Bodenkruste verhindert. Dr. L
(Der Fränkische Landwirth.)

Kohlrabi wie Sauerkraut einzumachen.
Daß die Stoppelrüben, Turnips, und dergl. als Sauenkraut ein—
gemacht, schmackhaftes Gemüse abgeben, ist allgemein bekannt. Eir
noch schmackhhafteres Gemüse gibt indeß die Kohlrabi, sowohl die über
der Erde, als die im Boden wachsende. Die über der Erde wach
sende Kohlrabi wird wie zum gewöhnlichen Kochen von ihrer harten
holzigen Haut befreit, 10 bis 20 Stunden in frischem, reinem Brun
nenwasser eingeweicht und dann wie die weiße Stoppelrübe, zu Krau
gehobelt.

Bekanntmachung.

Freitag den 20. Juli e., des ung von und zum Bahnhofe wird in dieser
Nachmittags 2 Uhr, gesorgt sein.
in dem Wirthschaftslocale de 3— Trakehnen, am 12. Juni 1866.
zu Ensdorf öffentlich vergeben werden. Sie n ut⸗ 31
ind veranschlagt auf Thlr. 13385. Die Gestüt-Commission
Es kann die Lieferung der Materialien ge
trennt von der Arbeit übernommen werden.
Ensdorf, den 5. Juli 1866.
Der Schichtmeister,
A. Illing.

Zur Erbauung einer neuen Fördermaschinen
Anlage und Kessel-Einmauerung für den För
derpunkt Geislautern der Grube Kronprinz
— werden die ver
chiedenen Arbeitsleistungen
Freitag den 20. d. Mis., des
Nachmittags 2 Uhr,
in dem Wirthschaftslocale des Hrn. Groh zu
Ensdorf öffentlich vergeben werden.
Es kommen zur Ausbietung:
H die Ausführung der Maurerarbeiten,
 verschlagt zu 432 23 86
2) die Ausführung der Zimmer—
arbeiten, veranschlagt zu 378 13 6
3) die Ausführung der Dachdecker⸗
arbeiten, veranschlagt 7 14 20 —
4) die Ausführung der Tischler-,
Glaser- und Anstreicherarbeiten,
veranschlagt zu 111. 2 6
die Ausführung der Schlosser⸗
arbeiten mit Materiallieferung,
oeranschlagt zu 64 6—
Ensdorf, den 5. Juli, 1866.
Der Schichtmeister,
A. Illing.

Bei mir sind angekommen:
Handtke, Karte von Mitteldeutschland,
östlicher u, westlicher Theil à.
- Specialkarten von Ober-Italien:
Sektion Venetien...
„Lombardei...
der Minciolinie....
Pferd e⸗Auetion — dern von deg und Salrburg q
— 4i4si — sjf 7 .‚Postkarte von Deutschland, aufgek
im Königlichen Haupt-Gestüt Mui —— 5. miehengii —
— Eisenbahnkarte von Deutschland.
Trakehnen. 5 em 3 *8
3 Flemming, Mitteldeutschland .. —
Dinstag den 31. Juli d. J., Vormittags Kriegsschauplaß in Ober⸗Italien —
von 9 Uhr ab, —A — Karte v. Raͤhren —
llen hierse lbst circa 100 überzählige Gestüut — Karte von Böohmen.. ;-pferde,
 bestehend aus Landbeschalern, Multer Specicltari enn der Lombardei —
tuten (welchẽ von Hauptbeschalern gebeãt find), Specialkarte zn de 8
ljährigen Hengsten wid Stuten und einiges rr ombar Fi a Venedig
uͤngeren Fohlen, esden gegen Baarzah / er Umgegend von Venedig
lung verkauft werden. Reymann, Karte von Mainz, Mün—
ster und Trier à

Bekanntmachung.
nDie Dachdecker-⸗Arbeiten zum Umbau des
unteren Schlafhauses bei Schwalbach in Berg
mannswohnungen werden

Sämmtliche 4jährigen und älteren Pferde
sind mehr oder weniger geritten und werden
vom 25. bis 28. Juli cur., Morgens 8, bis
111/, Uhr auf Wunsch gezeigt. Die Curirzüge
halten in Trakehnen; für ersede eeu

Chr. Möllinger,
Vorstadt, dem Königl. Hau—
Zoll⸗ Amte gegenüboer.

derausgeber und Verleger: Chr. Möllinger, vormals Neumann'sche Buchhandlung in Saarbrücken. — Druck von A. Sonnenburg in Trier.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.