Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Belauntmachung.
Aenderung der Kreis-Bürgermeisterei- und Ge
meindegrenzen in den Kreisen Saarbrück u. Ottweiler.
Auf den Antrag der betreffenden Kreis-Bürgermeisterei- und
Gemeinde-Vertretungen haben des Königs Majestät mittelst Aller—
höchster Ordre vom 21. April er. die Abtretung
1) der Flur 5 der Katastergemeinde Friedrichsthal an die Ge—
meinde Sulzbach,
der Flur 10 der Katastergemeinde Landsweiler an die Gemeinde
Friedrichsthal und
3) der Fluren 19, 20 und 21 der Katastergemeinde Sulzbach an
die Gemeinde Scheidt, sowie
die Bildung eines besonderen Bannes für die Gemeinde Neu—
weiler aus den Fluren 16, 17 und 18 der Katastergemeinde
Sulzbach zu genehmigen und zugleich zu der durch die ad 2
gedachte Abtretung der Flur 10 der Katastergemeinde Lands—
weiler, Kreises Ottweiler, an die Gemeinde Friedrichsthal im
Kreise Saarbrücken bedingten Aenderung der Kreise Ottweiler
und Saarbrücken Allerhöchst Ihre Zustimmung zu ertheilen
geruht.
Trier, den 28. Juni 1866.
J. 3862. 8. 80 Königl. Regierung.

Bekauntmachung.
—vangelische Kirchen- und HauszCollecte für die
Rettungs-Anstalten zu Düsselthal und Overdyck
betreffend.

Die evangelische Kirchen⸗ und Hauskollecte für die Rettungs⸗
Anstalten Düsselthal und Overdyck wird für das laufende Jahr im
Monat September c. abgehalten werden. Wir empfehlen diese Collecte
wiederholt und angelegentlich mit dem Wunsche, daß derselben eine,

Mittel gegen die Knochenbrüchiakeit beim Nindvieh
Ein Vortrag des Apothekers Schüler in Nohfelden, gehalten im landwirth⸗—
jschaftlichen Casino zu Türkismühle am 12. November 1865.
(Schluß.)
Von diesen Kalktheilen enthält das Wasser in Wolfersweiler,
Hirstein ꝛc. zwar auch nicht so viel, wie in den Gegenden meiner
frühern Heimath; aber in Nohfelden, Gonnesweiler, Selbach ꝛc. ent
hält das bisher von mir untersuchte Wasser gar nichts der Art,
und Sie werden einsehen, wie nachtheilig dieses in Gemeinschaft mis
der starken Kartoffelfütterung wirken muß. Die doppelt⸗kohlensaure
Kalkverbindung, wie sie die Natur liefert, hat sich bisher noch nicht
künstlich darstellen lassen; sonst würde es am einfachsten sein, den
Leuten zu empfehlen, sie zum Auflösen unter das Wasser für die
knochenbrüchigen Kühe zu thun. Angestellte Versuche, den knochen
brüchigen Kühen direct Kalk oder Kalkwasser zur Heilung zu geben
haben mir das Resultat geliefert, daß sie die Lust zum Fressen ver
loren, indem Beides den Magen allzusehr beschwerte. Offenbar is
das hiesige Erdreich im Allgemeinen zu arm an kalkhaltigen Steinen,
und aus dem Grunde fleißiges Düngen mit Superphosphat, Guano
Gyps und Kalk zu empfehlen, namentlich wenn die Aecker Halm—
früchte oder Klee tragen sollen. — Von einer andern Seite ist in
richtiger Erkenntniß der Krankheit das Futterknochenmehl empfohlen
damit aber nach meiner Ansicht nicht das richtige Mittel. Denn
das Futterknochenmehl ist zwar leichter löslich, als gewöhnliche ge
pulverte Knochen; aber die Löslichkeit, die es, um gut zu wirken
haben müßte, hat es seiner chemischen Zusammensetzung wegen nicht
Ich habe eine Probe untersucht und bin der Ueberzeugung, daß die
Magen der Wiederkäuer viel zu wenig Magensäure enthalten, um es
auflösen und dadurch dem Blute zugänglich machen zu können. Ja,
hätten wir Hunde-Magen vor uns, die würden es mit ihrer vielen
Säure leicht fertig bringen.
Sie wissen, meine Herren, schon lange suchte man vergebens
nach einem wirksamen Mittel für die Knochenbildung. Es scheint
aber von den Suchenden vor mir keiner gewußt zu haben, daß ein
Arzt vor ungefähr 7 Jahren eine Verbindung von zwei Atomen

j dem wohlthätigen Zwecke und Bedürfnisse der Anstalten mögliek
entsprechende Theilnahme zugewendet werden möge.
Trier, den 5. Juli 1866.
(I. 3128. 8. 5. Königl. Regierung.

Belkauntmachung.
Die diesjährige Fortschreibung des Grundgüter-Wechsels
Bürgermeisterei Kleinblittersdorf findet hierselbst statt:
Für die Gemeinde Kleinblittersdorf am 20. Juli ec.,
— — Auersmacher „21. Juli c.,
—W n Rilchingen-Hanweiler am 23. Juli c.,
und zwar jedesmal von 8 bis 12 Uhr und von 2 bis 3 Uhr Nac
mittags.
Steuerzettel und Erwerbs-Urkunden sind zur Fortschreibung vo
zulegen. Familien-Theilungen sind im Voraus hier anzumelden.
Kleinblittersdorf, den 18. Juli 1866.
Der Bürgermeister,
Ueberlèé.

Hülfeleistungen für die Armee.
Bekanntmachung.
Die für die Feld-Lazarethe bestimmten Lazareth-Reserve-Depots
besinden sich zur Zeit in Breslau, Dresden und Zittau. Die Depott
sind angewiesen, am Endepunkte der nach dem Kriegsschauplatze füh—
renden Eisenbahn — für Breslau — Waldenburg, für Dresden und
Zittau vorläusig Turnau, eins ihrer Mitglieder zu stationiren, wel
ches für die schleunigste Weiterbeförderung der den Depots zugewie
senen Lazarethbedürfnisse aller Art Sorge zu tragen hat.
Berlin, den 9. Juli 1866.
Kriegs-Ministerium. Militair-Oekonomie-Departement
J. V.: J. V.:
Kriens. Engelhard.

Kalk und einem Atom Phosphorsäure erfunden hat, die sich in war—
mem Wasser oder verdünnter Säure leicht im Magen auflöst, in Folge
dessen gleich in's Blut übergeht und zur Knochenbildung in hohem
Grade beiträgt. Dieses Mittel wurde vor meiner Entdeckung wenig be—
nutzt und nur in geringen Mengen auf Anordnung der Herren Aerzte
für kleine Kinder aus den Apotheken verabreicht, Kinder, bei denen
die Knochen aus mangelhafter Ernährung nicht hatten stärken können,
so daß sie im Alter von drei bis vier Jahren oft noch nicht gehen
und stehen konnten. Die guten Erfolge, die ich hierbei beobachtet
habe, brachten mich auf den Gedanken, hierin auch ein Heilmittel
gegen die Knochenbrüchigkeit zu suchen, und die erste Probe, die ich
bei einer Kuh in Nohfelden damit machte, fiel zu meiner großen
Freude glänzend aus.
Seit der Zeit habe ich sehr viele Kühe kurirt, und es ist ziem—
lich bekannt, wie leicht und schnell ich durch äußere Einreibungen das
Gliedwasser aus den Gelenken entferne. Dennoch geht den Meisten
die Kur nicht schnell genug, während doch jeder überlegende Mensch
einsehen muß, daß diese Krankheit nicht in 6 bis 8 Tagen zu kuriren
ist. Haben doch die Thiere, wenn sich eine Lähmung zeigt, die Krank⸗
heit, wie schon im Anfang erwähnt worden, längst im Körper getra⸗
gen, und ist daher bei dem Umfang einer Kuh, bis sich besseres Blut
im Körper gebildet und die Knochenmasse wieder ersetzt hat, die Ge—
nesung im günstigsten Falle erst in Wochen möglich. Bedenkt man
nun, daß das bei einer knochenbrüchigen Kuh zu gewinnende oder zu
verlierende Capital zwischen 20 und 70 Thlr. schwankt, so lohnt sich
gewiß das wochenlang fortzusetzende pünktliche Eingeben meines Heil⸗
pulvers schon der Mühe und stehen 224, höchstens 6 Thaler Kosten
in keinem Verhältniß zum entstehenden Gewinne.
Auch die Mühe des Eingebens ist nicht groß, da die kranken
Thiere, um ihre Knochen zu stärken, dieses Pulver mit demselben In⸗
stinkt begierig verschlingen, wie die Hühner und Tauben zur Zeit
des Eierlegens den Kalk von den Wänden picken, weil sie dessen zur
Bildung ihrer Eierschalen bedürfen. Aus diefem Grunde, meine
Herren, benagen die knochenbrüchigen Kühe sogar Holz und Steine,
indem sie instinktmäßig nach knochenbildenden Stoffen haschen.
            
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