Erscheint Dinstag, Donnerstag und
Sonnabend. Bestellungen sind bei der
naͤchsten Post⸗ Anstalt oder in der Ez⸗
pedition des Blattes zu machen.
Anzeigen portofrei einzureichen.
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zeile ober deren Raum 9 Pf.
9 —n* Der Abonnements⸗Preis
A h — — oetraͤgt pro Quartal inel. Stempelstener
— * E 6 V— und Tragerlohn für Saarbrucken und
g 4 AV St. Johann 12 Silbergroschen.
9 — * —8* Fur die durch die Post bezogenen Exem⸗
vlare 15 Silbergroschen.
für
den Kreis Saarbrücken.
M 84.
Sonnabend den 14. Juli
1866.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Vom 10. d. Mts. ab erhalten die nachbezeichneten Posten in
Folge des veränderten Ganges der Eisenbahnzüge folgende Abgangs—
zeiten:
1) aus Birkenfeld Stadt nach Birkenfeld Bahnhof, täglich 4 mal:
820 früh, 1130 Vorm., 220 Nachm. und 780 Abends,
von Birkenfeld Bahnhof nach Birkenfeld Stadt, täglich 4 mal
945 Vorm., 1286 Nachm., 320 Nachm. und 930 Abends;
M) von Baumholder nach Heimbach, täglich 2 mal:
740 früh und 720 Abends,
von Heimbach nach Baumholder, täglich 2 mal:
9415 Vor. und 925 Abends;
3) von Idar nach Oberstein, täglich 3 mal:
9 Vorm., 1220 Mittgs. und 8 Uhr Abendes
von Oberstein nach Idar, täglich 8 mal:
1030 Vorm., 315 Nachm. und 920 Abends;
) von Rhaunen nach Fischbach 48 früh;
von Fischbach nach Rhaunen 318 Nachm.
Trier, den 9. Juli 1866.
Der Ober-Post-Director,
Meyer.
Bekanntmachung.
Nachdem die Fahrpost-Verbindungen mit Südd eutschland in
Folge des gegenwärtigen Kriegszustandes unterbrochen sind, können
Fahr post⸗Sendungen (Gelder und Päckereien) nach sfüddeutschen
Staatsgebieten, insbesondere nach Oesterreich, Bayern, Württemberg,
Baden, Hessen (Großherzogthum), Nassau und Frankfurt a. M., so⸗
wie nach solchen außerdeutschen Ländern, welchen dergleichen Sen⸗
dungen bisher auf dem Wege durch Süddeutschland zugeführt wurden,
bis auf Weiteres zur Beförderung durch die preußischen Post-An—⸗
stalten n icht angenommen werden.
Die Uebermittelung der Brief⸗-Correspondenz nach Süddeutschland
ꝛc. wird — mit sehr bedeutenden Umleitungen — vorerst noch
ermöglichst.
Berlin, 4. Juli 1866.
General⸗Post-Amt: von Philipsborn.
Mittel gegen die Knochenbrüchiagkeit beim Rindvieh.
Ein Vortrag des Apothekers Schüler in Nohfelden, gehalten im landwirth⸗
schaftlichen Casino zu Türkismühle am 12. November 1866.
(Fortsetzung.)
Meine Herren! Diesen Thieren hat es längst, ehe ihre Eigen—
hümer etwas im Aeußern bemerken konnten, im Körper an den
Substanzen gefehlt, aus welchen die Knochenmasse besteht. Durch
hemische Untersuchungen ist längst festgestellt, daß unsere, so wie die
thierischen Knochen der Hauptmasse nach aus phosphorsaurem Kalke
vestehen, außerdem enthalten sie nur noch kohlensauren Kalk, Leim
und Fettmengen. Indeß ist diese Knochenmasse eine in Wasser und
berdünnter Säure unlösliche Verbindung, weil darin acht Atome
Kalk auf nur ein Atom Phosphorsäure enthalten sind. Bekommen
nun diese Kühe in ihren Saufen und unter dem Futter gar nicht,
oder in zu geringer Menge, Kalk und Phosphor-Verbindungen, so
erträgt dies ihr Körper wohl Monate lang ohne Schaden, weil sie
ausgewachsen, ihre Knochen also fertig gebildet sind und sie von
diesen Stoffen nichts abzugeben brauchen. Anders verhält sich aber
die Sache, wenn die Kühe ein Kalb tragen. Das junge Thier sol
doch mit vollständigem, wenn auch Anfangs noch weichem Knochen
gerüste zur Welt kommen. Nehmen nun diese Kühe in ihrer Nah.
rung die knochenbildenden Stoffe nicht hinreichend zu sich, so muf
der alte Körper zu Nutzen des Kalbes sie hergeben. Da es ferner
von der Schöpfung so eingerichtet ist, daß die jungen, von nichts
als der Muttermilch lebenden Thiere die zur Vervollkommnung oder
Stärkung ihres Knochengerüstes nothwendigen Stoffe mit der Mutter
milch einsaugen, so ist dieses die Zeit, wo die Knochenbrüchigkeit zu
erst im Aeußern als Lähmung sichtbar wird und, wenn keine Hülfe
geschafft wrrd, von Tag zu Tag zunimmt. Sie werden, meine
Herren, jetzt mit mir klar einsehen, warum die Knochenbrüchigkeit
am häufigsten bei hochträchtigen Kühen oder kurze Zeit nach dem
Kalben, fast niemals bei Ochsen oder Rindern vorkommt.
Ich will Ihnen nunmehr im Einzelnen auseinandersetzen, aus
welchen Ursachen die Krankheit entsteht, und werden Sie hierin zu—
gleich die Beantwortung der so wichtigen Frage finden: was ist zur
Verhütung derselben zu thun? Die Erfahrung hat gelehrt, daß die
Knochenbrüchigkeit sich am verderblichsten nach trockenen Sommern
einstellt, und hat der sehr werthe Herr Dr. Schneider hierauf die
Ansicht gegründet, daß der phosphorsaure Kalk, dieser knochenbildende
Stoff, aus Mangel an Regen in der Erde nicht genügend gelöst
wird, und daß deshalb alles Futter in solchen Jahren arm daran
list. Dieser im Stadt- und Land-Boten des Fürstenthums Birkenfeld
ausgesprochenen Ansicht habe ich damals vor Monaten in einer Weise
widersprochen, die leicht dem Leser die Ueberzeugung geben könnte,
daß Herr Dr. Schneider und ich über diese Sache sehr verschiedener
Ansicht wären. Meine Herren! Dies ist durchaus nicht der Fall
Wäre damals mein Heilmittel nicht noch ein Geheimniß gewesen, so
würde ich meinen Aufsatz ganz anders gefaßt und dadurch jeden Zwei—
fel vermieden haben. Denn in der Hauptsache sind wir einverstan⸗
den, daß nur durch den Mangel an knochenbildenden
Stoffen in der Nahrung sich diese böse Krankheit erzeugt. Der
einzige Unterschied in der Auffassung liegt darin, daß Herr Dr. Schnei⸗
der glaubt, die Futterpflanzen seien in nassen Jahren reicher, in
trockenen ärmer an diesen Stoffen. Ich aber glaube fest, dies wird
ich ewig gleich bleiben. Ist die Pflanze auf derselben Stelle
gewachsen, so enthält sie von diesen Stoffen einmal so viel, wie das
andere Mal. Aber die Pointe ist die: wie viele Pflanzen wachsen
in trockenen Jahren nicht, die bei günstigem Regen gewachsen sein
würden, wie manches Saatkorn geht gar nicht auf, wie mancher!
Wagen voll Heu und Klee wird weniger in die Scheune gefahren
Und wenn jeder einzelne Korn-, Gersten- und Haferhalm einige Zoll
ürzer wächst, so macht dies auf die Anzahl der Gebunde noch nicht
so viel, als auf den Gesammtausfall an Halmen aus. Die genann—
ten Stoffe, wie Klee, Gras, weiches junges Holz und Halme mit
den Früchten, machen aber das der ursprünglichen Natur der Wie—
derkäuer angemessenste Futter aus, wie wir an Hirschen und Rehen
sehen können. Mittelst derselben bilden sich in diesen Thieren sattsam
die zur Knochenbildung nöthigen Stoffe aus; denn das Holz, die
Brasarten ꝛc. enthalten viele Phosphor-Verbindungen, die in Ge—
meinschaft mit dem kieselsauren Kalk, der in den Halmen und Frucht
ülsen enthalten ist, im innern Organismus in die entsprechende Wech—
elwirkung treten und dadurch die Knochen fortwährend kräftig erhalten