Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

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Erscheint Dinstag, Donnerstag und
“onnabend. Bestellungen sind bei der
ichsten Post-Anstalt oder in der Ex⸗
pedition des Blattes zu machen.
Anzeigen portofrei einzureichen.
insertions Gebühren für die Garmond⸗
zeile oder deren Raum 8 Pf.

* 9— —27 Der Abonnements⸗Preit
— — * X setraͤgt prs Quartal inel. Stempelstener
X JI * F. und Traͤgerlohn für Saarbrücken und
— . — 2 4— St. Johann 12 Silbergrofchen.
—52— 9— * — Fuͤr die durch die Post bezogenen Exen
vlare 15 Silbergroschen.

fü

den Kreis Saarbrücken.

439.

Sonnabend den 20. Januar

1866.

Auctlichee.

Zeit Landbriefträger-, Postboten- und Eisenbahn-Packetträger-Stellen
mit Löhnungen bis zur 15 Thalern monatlich zu besetzen.
Versorgungsberechtigte Militär-Personen, welche im Stande sind,
eine Caution von 50 Thalern in inländischen Staatspapieren zu
eisten, und welche auf eine solche, gegen vierwöchentliche Kündigung
zu verleihende Stelle reflectiren, werden aufgefordert, sich zur Noti—
rung bei der Ober-Post-Direction persönlich oder schriftlich zu melden.
Es bleibt den versorgungsberechtigten Militär-Personen, welche
dergleichen Stellen übernehmen, unbenommen, sich außerdem um eine
Anstellung als Post-Unterbeamte zu bewerben.
Trier, den 9. Januar 1866.
Der Ober⸗Posi-Direector.

— —

—— — — —.

XÆXE— —

Unter Bezugnahme auf das durch Verfügung vom 11. Juni
861 mitgetheilte Ober-Präsidial-Rescript vom 831. Mai ej. a. wird
das Königliche Landraths-Amt hierdurch benachrichtigt, daß nach einer
Mittheilung des Vorstandes des Dombau-Vereins zu Xanten vom
7. d. Mts. mit der Abhaltung der diesjährigen katholischen Haus—
collecte zur Restauration der Kirche in Xanten
1) Johann Rittel aus Coblenz,
M) Johann Endres sen. aus Tellig,
3) Johann Endres jun. aus Tellig
hbeauftragt worden sind.
Trier, den 11. Januar 1866.
Königliche Regierung, Abtheilung des Innern,
v. Gärtner.

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r⸗

Bekanntmachung.
An Stelle des freiwillig abgetretenen Schlossermeisters Herrn
Farl Müller zu St. Johann ist der Schlossermeister Herr Heinrich
Baum zu Saarbrücken von Königlicher Regierung zu Trier als
Mechanikus des Eichungs-Amts hierselbst ernannt worden.
Zur Vermeidung von Mißverständnissen mache ich dies mit dem
Bemerken bekannt, daß die betreffenden Gewerbetreibenden sich in
kichungs-Angelegenheiten nur an den ꝛc. Baum zu wenden haben,
velcher auch an den festgesetzten Eichtagen, Dinstag und Samstag,
Vormittags von 10—12 Uhr, auf dem Amtslocale im Rathhause zu
Saarbrücken anwesend sein wird.
Saarbrücken, den 9. Januar 1866.
Königliches Eichungs-Amt.
C. Benzel.
hon Mühlwerken benutzt, ohne sich über einen großen Erfolg erfreuen
zu können.
Ob die Römer Wasserkräfte benützten, wird vielfach bezweifelt;
der Hr. Verf. glaubt aber, daß die alten Römer eines über ein
Mühlrad laufenden Wassers kannten, weil die Beschreibung einer
Wasseruhr bei Vitruvius den Beweis hierfür liefert. — Was wird
n unserer Zeit nicht durch Wasserdruck ausgeführt; staunen wir die
draftentwickelung der hydraulischen Pressen von Bramah an, dieser
Zressen, welche bei Hebung der Röhren der Menaibrücke zur An—
vendung kamen; sie leisteten dort eine Kraftwirkung von 14,200 Pfer—
zen und hoben die Hälfte der Röhren, im Gewicht von 18,000 Ctr.,
angsam aber sicher bis zu 100 Fuß Höhe über den Wasserspiegel.
Die Luft ist zum Uebertragen von Kräften außerordentlich ge—
ignet, und wenn Sir W. Armstrong behauptet, die Luftmaschine
vird über die Dampfmaschine den Sieg davontragen, so kann man
siesem großen Manne um so mehr Glauben schenken, weil man außer—
Irdentliche Leistungen dieser Kraft bereits bei Ausbohrung des Mont
Tenis Tunnels, von Ingenieur Sommeiler angewendet, erreicht sieht.
die atmosphärischen Eisenbahnen waren schon einmal nahe daran,
»ie Locomotivbahnen zu verdrängen (7) und eben jetzt hat in der
dondoner unterirdischen Luftpost das atmosphärische Princip seine
praktische Anwendung gefunden.
Von allen neuen Erfindungen ist die Dampfmaschine offenbar
zie bedeutendste und doch ist sie in der Form, wie sie durch Watt
erdacht wurde nur wenig mehr als 82 Jahre alt. Ihr Vorzug be—
teht darin, daß ihre Kraftäußerungen beweglich sind. Nichts, was
»er Mensch bisher erdacht hat, kommt der Schöpfung eines Thieres

An
ämmtliche Königliche Landraths-Aemter
des Regierungs-Bezirks.
. 151 8. 5.

Abdruck sämmtlichen Herren Bürgermeistern des Kreises zur
—A
Saarbrücken, den 18. Januar 1866.
Der Königliche Landrath,
v. Gaärtner.

I1

Ro. 389.)

Bekanutmachung.
Im Bezirke der hiesigen Ober-Post-Direction sind von Zeit zu

Ueber die Fortschritte der technischen Leistungen in
unserm Jahrhundert.
Vom Stadtbaumeister A. Schabrock zu Alzey.
er Es schmeichelt immer der Eitelkeit des Menschen, sich sagen zu
»iekönnen, daß man einer großen Zeit angehöre, wenn man auch sonst
tkein anderes Verdienst hat, als Zuschauer großer Leistungen zu sein.
Lunser Planet ist uns nie so klein vorgekommen als jetzt, wo die Ge—
eischwindigkeit der Ortsbewegung zugenommen hat. Indien kann man
ndgegenwärtig in einem Monat, China und Australien in 6 Wochen
erreichen, und wenn ein Dampferdienst nach Aspinwall und mit An—
jichluß an die Panamabahn gegen Westen eingerichtet würde, so könnte
man jetzt die Erde mit VBequemlichkeit in 3 Monaten umschiffen.
Alle diese Fortschritte beruhen darauf, daß wir uns Naturkräfte
zu Dienstboten und Lastthieren gemacht haben. Die meisten dieser
Naturkräfte, wie Sir William Armstrong in seiner Eröffnungs—
cede sagte, stammen von der Sonne her und es sind Sonnenkräfte.
So benutzen wir als Dampf das Kapital von Sonnenkräften, welches
por Millionen Jahren in den Kohlenlagern aufgespeichert wurde.
Der Wind, welcher die Segel schwellt, ist auch ein— Erzeugniß der
Sonne, denn wenn die Sonnenwärme am Aequator die Luftschichten
nicht ausdehnte, auflockerte und zum Aufsteigen zwänge, würden in
„die Auflockerungsstellen die Passatwinde nicht einfirömen können und
uohne diese Passate gibt es keine rücklaufende Passate, folglich keine
Westwinde unter höheren Breiten. Die Sonnenwärme ist es also,
welche die Schiffe bewegt. Der Wind übt übrigens auf dem Meere
ohe Kraft aus, auf dem Lande hat ihn die Technik zum Betrieb
            
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