gende Bitte, sich dieselben von den nächsten Militär-Lazarethen bal
digst überweisen zu lassen.
Dadurch wird es möglich werden, in diesen Lazarethen die
Schwerkranken und Schwerverwundeten räumlich besser zu placiren
und ihnen eine sorgsamere Pflege angedeihen zu lassen. Sämmtliche
Militär-Lazarethe sind zur Abgabe derartiger Kranken und Verwunde—
ten von hier aus angewiesen.
In gleicher Weise ist die schleunige Herstellung der von Gemein—
den, Vereinen und Genossenschaften in Aussicht genommenen Vereins
Lazarethe wünschenswerth. Die Provinzial-Intendanturen sind ange
wiesen, in fördersamster Weise bei Gründung derartiger Lazarethe
entgegen zu kommen. Wer zweckmäßig helfen will, helfe bald.
Berlin, den 1. Juli 1866.
Kriegs-Ministerium. Militär-⸗Orkonsmie-Departement.
Bekauntmachung.
Die Erwartungen, welche das unterzeichnete Depar tement ar
seinen Aufruf zur Mitwirkung bei der Einrichtung von Reserve-La
‚arethen für die Feldarmee vom 15. v. Mts. knüpfte, erfüllen sich au
das glänzendste.
Kommunen, Vereine und Privat-Personen wetteifern in opfer
willigem Patriotismus, entweder ganz selbstständig Lazarethe flü
Kranke und Verwundete der Feld-Armee zu errichten, oder die staat
Der Hüttenbetrieb im Regierungs-Bezirk Trier
im Jahre 1865.
Unter den im Regierungs Bezirke Trier blühenden Industrie⸗
zweigen war von jeher die Eisen-Industrie von großer Bedeutung;
das Vorhandensein reichlicher Eisenerze, ausgedehnter Holzbestände
und vieler Wasserkraft in den Gebirgsthälern, sowie die Nähe der
Steinkohlen war derselben sehr förderlich. In den letzten Dezennien,
seitdem die Steinkohle ein so bedeutender Factor in jeder industriellen
Entwickelung geworden ist, hat sich das Verhältniß der Eisen-Indu—
strie im Bezirk insofern geändert, als die Holzkohle meist durch die
dilligere Steinkohle und die Wasserkraft fast überall durch Dampf—
kraft ersetzt wurde, und diejenigen Werke, welche wegen ihrer ungün
stigern oder entferntern Lage von dem, durch, die enorme Steigerung
seiner Production für die gesammte Industrie des In- und Auslan
des so wichtig gewordenen Saarbrücker sohjubcen sowie von den
Eisenbahnen, die Steinkohlen nur mit erheblichen Transportkhosten
beziehen, sowie auch ihre Producte nur mit erheblichen Kosten ver
senden können, gegen die näher gelegenen Werke in großen Nach.
theil geriethen. Während daher die Ausdehnung der vorhandenen
Betriebs-Vorrichtungen, die Verarbeitung ausländischer Eisenerze und
die Production bei den größeren Hüttenwerken der Kreise Saarbrücken,
Ottweiler und Saarlouis und auf der Quint immer mehr und zwar
in sehr bedeutendem Maaße zugenommen hat, war dies bei den mei
sten andern Hüttenwerken, wenigstens in dem Grade nicht der Fall
und hat sogar die so alte Eisen-Industrie in der Eifel eine Vermin
derung gezeigt; einige Werke haben sogar momentan den Betrieb
ganz eingestellt.
Im Jahre 1865 waren im Regierungsbezirk Trier im Ganzen
26 Werke im Betrieb, von denen jedoch die größern z. B. das Neun
kircher Eisenwerk, das Burbacher Hüttenwerk, das Quinter Eisen—
werk, die Dillinger Hüttenwerke, die Mariahütte u. a. mehrere Zweige
der Eisen-Fabrikation gleichzeitig umfassen. Nach den einzelnen Pro—
ductionszweigen lieferten:
Roheisen in Gängen und Masseln:
die Asbacher Hütte (Kreis Bernkastel), Weilerbacher Hütte (Kreis
Bitburg), Jünkerather-Werk (Kreis Daun), Neuntkirchener Eisenwert
— ——
Saarbrücken), Bettinger Hütte (Kreis Saarlouis), Quinter Hütten
werk (Landkreis Trier), Maria-Hütte (desgl.)
Roheisen in Gußstücken (aus Hohöfen):
die meisten der vorstehend genannten Werke.
Eisengußwaaren (aus Flamm- und Cupolöfen)
die Asbacher-, Geislauterner-, Jünkerather-Hütte, das Neunkirchener
und Dillinger Hüttenwerk, die Burbacher Hütte, außerdem die Fisch—
bacher Hütte (Kreis Saarbrücken), das Goffontainer Stahlwer
lichen Lazareth-Einrichtungen durch Hergabe von Lokalen, Ausstattungs—
Begenständen und Uebernahme der Lazareth-Verwaltung im Ganzen
oder in einzelnen Zweigen theils ohne jede Entschädigung, theils geger
bestimmte Vergütungen zu erleichtern.
Zahlreiche Anerbietungen in dieser Beziehung gehen täglich dem
Kriegsministerium zu, müssen aber, da die Einrichtung der Reserve—
Lazarethe durch die Provinzial-Intendanturen erfolgt, an diese abge
geben werden.
Dies verursacht Zeitverlust, der jetzt, wo unsere Armee glänzende
Siege erringt, aber auch schneller Hülfe für die sich mehrende Zahl
ihrer Verwundeten bedarf, vermieden werden muß.
Wie deshalb der Königliche Kommissar für die freiwillige Krau—
kenpflege bereits das Ersuchen aussprach, alle Anerbietungen zur Pflege
von Rekonvaleszenten der Armee in Familien direkt an die in den
einzelnen Provinzen errichteten Reserve-Lazarethe zu richten, so wieder—
holt auch das unterzeichnete Departement seine am 15. v. M. ausge
sprochene Bitte, alle auf die Einrichtung von Reserve Lazarethen bezüg—
lichen Anerbietungen direkt den betreffenden Provinzial-Intendanturen
zugehen zu lassen.
Berlin, den 2. Juli 1866.
Kriegs⸗Ministerium, Militair-Oekonomie-Departement.
reis Saarbrücken), die Laeis'sche Eisengießerei und Maschinen
Fabrik zu Trier, das Quinter Hüttenwerk und die Mariahütte.
Stabeisen (einschließlich Eisenbahn-Schienen):
hdie Weilerbacher Hütte, die Mülleuborner Hütte (Kreis Daun),
der Schauerbacher Hammer (Kreis Daun), das Neunkirchener Eisen—
verk, das Halberger Werk (Kreis Saarbrücken), der Rentrischer
dammer. (desgl.), die Geislauterner Hütte, die Burbacher Hütte,
das Dillinger und das Quinter Hüttenwerk, die Eichelhütte (Kreis
Wittlich).
Schwarzblech (Sturzblech, Dampf-Kesselblechj und Weißblech
(verzinntes und verbleites):
das Dillinger Hüttenwerk im Kreise Saarlouis.
Rohstahl (ordinärer Cementstahl u. dgl. auch Puddelstahl),
Gußstahl und raffinirter Stahl MReckstahl):
das Stahlwerk zu Goffontaine im Kreise Saarbrücken.
Die Production des Hüttenbetriebs im Regierungsbezirke Trier
in den vorstehend erwähnten der Administration der Bergbehörden
nicht unterworfenen Werken hat nach den angestellten Ermittelungen
ür das Jahr 1865 folgendes Resultat ergeben:
— — —
Bezeichnung des Produkts.
Quautum Geld⸗ Zahl
der werth deren
J er 212
Broduetiongrolchetioꝛ der Wohester 38
n Centnerrt Thlr.
Eisen und zwar
1) Roheisen in Gängen und
Masseln.. ...
2) Roheisen in Gußeisen
(aus Hohöfen) . ..
Eisengußwaaren (aus
Flaͤmm- und Cupolöfen) 111,9761
2410 5116
n vorstehenden Zahlen mit
inbegriffen, außerdem noch
26 —*
desgl., außerdem noch
2401 419
n vorstehenden Zahlen thetl
weise inbegriffen, außer⸗
dem noch
1. 293,27513 806, 1081 15560 2428
u7uꝛꝛa0l 704, oSsoJ 356 —
431,08539 492 661
IGOs.853311.855,802
4) Stabeisen (einschließlich
Eisenbahnschienen) ..
5) Schwarzblech (Sturz⸗
blech, Dampfkesselblech)
6) Weißblech (verzinntes
und verbleites) ..
7) Rohstahl (ordinärer Ce—
mentstahl u. dgl., auch
Puddelstahß. ...
Gußstahl.. .4
Raffinirter Stahl (Reck⸗
stahl) — — usiol 25,4669 wie vorstehend.
Fawma. . 18, 305, 52274ß 6088 9369