Erscheint Dinsstag, Donnerstag und
Eonnabend. Bestellungen sind bei der
raͤchsten Post⸗ Anstalt oder in der Ex⸗
pedition des Blattes zu machen.
Anzetigen portofrei einzureichen.
Insertions Gebühren für die Garmond⸗
zeile oder deren Raum 9 Pf.
9 aͤ — Der Abonnements⸗Preit
* —F oetraͤgt pro Quartal inel. Stempelftener
— D — und Fraͤgerlohn für Saarbruͤcken und
3 5 MA 77 — St. Johann 12 Silbergroschen.
—— 5 — Fur die durch die Post bezogenen Exem⸗
—. plare 16 Silberqroschen.
für
den Kreis Saarbrücken.
78.
Sonnabend den 30. Juni
1866.
Einladung zum Abonnement.
Zu dem mit dem 1. Julic. beginnenden Abonnent des dritten Quartals auf das
Amtliche Kreisblatt für den Kreis Saarbrücken
erlaubt sich die unterzeichnete Erpedition ergebenst einzuladen.
Saarbrücken, im Juni 1866.
Die Exrpedition,
Oir. Mfölln gen,
gegenüber dem Haupt-Zoll-Amte.
Amtliches.
Armee an den Eisenbahn- und Wasserstraßen bis weit in das Innere
des Landes hinein stehende Lazarethe errichtet werden. Je wei—
ter die Vereinzelung der Verwundeten ausgedehnt wird, um so besser
läßt sich für ihre Pflege, für ihre Heilung sorgen.
Seitens der Militair-Verwaltung wird zwar auch für diest stehen—
den Lazarethe Alles geschehen, was Pflicht und Nothwendigkeit bedingt.
Sobald sich aber mit dem Fortschreiten des Krieges auch die Zahl
der Kranken wesentlich vermehrt, kann auch der Fall eintreten, daß
die Anstalten des Staates allein nur noch genügen zur Gewährung
des Nothwendigen, nicht aber zur Befriedigung derjenigen Bedürf-⸗
nisse, die zur besseren Pflege wünschenswerth sind und in ihrer Herbei⸗
schaffung keinen Aufschub gestatten.
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um auf diesem weiten Gebiete seine ausdauernde Thätigkeit und Opfer—
willigkeit zum Heile der Armee und zum Segen für das Vaterland
zu entfalten.
An den Orten, wo diese stehenden Lazarethe errichtet werden,
können die städtischen Behörden durch Vermittelung von geeigneten,
Räumlichkeiten, so wie durch Uebernahme der Verwaltung oder Bethei—
ligung an derselben, die Civil-Aerzte durch Uebernahme der Behand—
lung, edelgesinnte und opferwillige Männer und Frauen durch Betheilig—
ung an der Krankenpflege segensreich wirken.
An solchen Orten würden, um von vorn herein die nothwendige
Regelmäßigkeit zu erzielen und jede Zersplitterung der, nur vereint
wirksamen Kräfte und Hülfsmittel zu verhüten, sich Vereine zu bilden
haben, die direkt oder durch Vermittelung der zu diesem Zwecke ein—
zesetzten Central-Behörde mit den Lazareth-Verwaltungen in fortlau—
fender Verbindung stehen und von diesen auf dem kürzesten Wege von
den Bedürfnissen Kenntniß erhalten.
Aufgabe dieser Vereine würde es, neben der Vermittlung der ihnen
bezeichneten Bedürfnisse, auch sein, die zu einer bequemeren Ausstat—
tung der Lazarethe und zur Erquickung der Verwundeten dienenden frei—
willigen Gaben aus der Umgegend zu sammeln und den Lazarethen
nach Bedarf zuzuführen.
Um aber auch den Feld-Lazarethen derartige Gaben der Va—
terlandsliebe zu übermitteln, werden im Rücken jeder operirenden Armee
VLazareth-Reserve-Depots errichtet werden, welche die für diese
Lazarethe bestimmten patriotischen Gaben anzunehmen und durch Vermit⸗
telung des Central-Organs für die freiwillige Krankenpflege weiter zu
befördern haben. Sie werden von Zeit zu Zeit diejenigen Gegenstände
bezeichnen, welche für die bessere Pflege oder größere Bequemlichkeit
der Verwundeten in den Feld-Lazarethen wünschenswerth oder zweck⸗
mäßig erscheinen.
Bekanutmachung.
Erst in jüngst vergangener Zeit hat sich der patriotische Sinn
des preußischen Volkes durch die ausgedehnteste und nachhaltigste
Fürsorge für die in den Reihen der Armee kämpfenden Söhne des
Vaterlandes auf das Erfreulichste bewährt; ganz besonders liebreich
hatte sich diese Fürsorge den Verwundeten und Erkrankten zuge
wandt.
Wiederum sind Preußens wehrfähige Söhne für des Vaterlan
des Ehre und Selbstständigkeit und zwar in einem ungleich größeren
Maßstabe zu den Waffen gerufen. Damit ist der Opferwilligkei—
und Hingebung des Volkes ein weites Feld mitwirkender Thätig
——
Beweise von jener natürlichen Theilnahme und Hingebung vor, welcht
auch fernerhin — ich hoffe es — mit derjenigen Einmüthigkeit sich
entwickeln wird, welche in Zeiten der Gefahr immer Preußens kräf—
tigste Stütze gewesen ist.
Die jetzt wie früher gemachten Erfahrungen nöthigen die Mili—
tair-Verwaltung schon heute zu dieser Veröffentlichung, die nur den Zwed
hat, die der Armee und ihren Verwundeten und Kranken von patrio
tischen Herzen und freigebigen Händen zugedachten freiwilligen Spenden
und Dienste schon zum Voraus in geordnete Bahnen zu lenken und da
mit, den Absichten der patriotischen Geber entsprechend, die zweckmäßigste
Verwendung sicher zu stellen.
Wohl hat die Militair-Verwaltung bereits alle diejenigen Maß
regeln getroffen, welche für die Pflege der Kranken und Verwundeten
erforderlich sind und überhaupt getroffen werden konnten, ohne durch
einen zu großen Troß der Armee hinderlich zu sein.
Die Sorge für die Verwundeten auf dem Schlachtfelde ist in
der Hauptsache zunächst Aufgabe der Militair-Verwaltung selbst; eine
Mitwirkung von Privaten kann hier weder erwartet, noch unbedingt
nützlich erachtet werden können. — Es fehlt nicht an wohlausge
tatteten Feldlazarethen, denen die nächste Sorge für die Verwundeten
obliegt.
Soll jedoch die Armee vor dem verderblichsten Feinde, vor an—
steckenden Krankheiten bewahrt werden, welche die Reihen der Kämpfer
oft mehr lichten, als die Geschosse des Feindes so müssen, die Feld—
dazarethe so bald als möglich von allen transportfähigen Verwundeten
entleert und Anhäufungen der letzteren in der Nähe des Kriegschau
platzes vermieden werden.
Es werden daher, außer den Feldlazarethen, im Rücken der