Erscheint Dinẽtag, Donnerstag und
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fü
den Kreis Saarbrücken.
48 76.
Dinstag den 26. Juni
1866.
Einladung zum Abonnement.
Zu dem mit dem 1. Julisc. beginnenden Abonnent des dritten Quartals auf das
Amtliche Kreishlatt für den Kreis Baarbrücken
erlaubt sich die unterzeichnete Erpedition ergebenst einzuladen.
Saarbrücken, im Juni 1866.
Die Exrpedition,
Onir. Mullinmgergegenüber
dem Haupt⸗Zoll⸗Amte.
An mein Volk!
—
In dem Augenblicke, wo Preußens Heer zu einem entscheidenden Kampfe auszieht, drängt es Mich, zu Meinem
Volke zu den Söhnen und Enkeln der tapfern Väter zu reden, zu denen vor einem halben Jahrhundert Mein in Gott
ruhender Vater unvergessene Worte sprach.
„Das Vaterland ist in Gefahr!“
Oesterreich und ein großer Theil Deutschlands steht gegen dasselbe in Waffen!
Nur menige Jahre sind es her, seit Ich aus freiem Entschlusse und ohne früherer Unbill zu gedenken, dem Kaiser
von Hesierreich die Bundeshand reichte, als es galt, ein deutsches Land von fremder Herrschft zu befreien. Aus dem
gemeinschaftlich vergossenen Blute, hoffte Ich, würde eine Waffenbrüderschaft erblühen, die zu fester, auf gegenseitiger Ach—
lung und Anerkennung beruhender Bundesgenossenschaft und mit ihr zu all dem gemeinsamen Wirken führen würde, aus
welchem Deutschlands innere Wohlfahrt und außere Bedeutung als Frucht hervorgehen sollte. Aber Meine Hoffnung ist
getäuuscht worden. Oesterreich will nicht vergessen, daß seine Fürsten einst Deutschland beherrschten; in dem jüngeren, aber
kräftig fich entwickelnden Preußen will es keinen natürlichen Bundesgenossen, sondern nur einen feindlichen Nebenbuhler
erkennen. Preußen- — so meint es — muß in allen seinen Bestrebungen bekämpft werden, weil, was Preußen frommt,
Oesterreich schade. Die alte unselige Eifersucht ist in hellen Flammen wieder aufgelodert: Preußen soll geschwächt, ver—
nichtet, entehrt werden. Ihm gegenüber gelten keine Verträge mehr, gegen Preußen werden deutsche Bundesfürsten nich—
blos aufgerufen, sondern zum Bundesbruch verleitet. Wohins wir in Deutschland schauen, sind wir von Feinden umgebent
deren Kampfgeschrei ist: „Erniedrigung Preußens!“
Aber in Meinem Volke lebt der Geist von 1813. Wer wird uns einen Fuß breit preußischen Bodens rauben, wenn
wir ernstlich entschlossen sind, die Errungenschaften unserer Väter zu wahren, wenn König und Volk durch die Gefahren
des Vaterlandes, fester als je geeint, an die Ehre desselben Gut und Blut zu setzen, für ihre höchste und heiligste Auf—
gabe halten. In sorglicher Vorausficht dessen, was nun eingetreten ist, habe Ich seit Jahren es für die erste Pflicht
Meines Königlichen Amtes erkennen müssen, Preußens streitbares Volk für eine starke Machtentwickelung vorzubereiten.
Befriedigt und zuversichtlich wird mit Mir jeder Preuße auf die Waffenmacht blicken, die unsere Grenzen deckt. Mit seinem
Koönige an der Spitze wird sich Preußens Volk ein wahres Volk in Wassen fühlen! AUnsere Gegner täuschen sich, wenn
sie wähnen, Preußen sei durch innere Streitigkeiten gelaͤhmt. Dem Feinde gegenüber ist es einig und stark; dem Fceinde
gegenuber gleicht sich aus, was, sich entgegenstand, um demntichst im Glück und Unglück vereint zu bleiben.
Ich habe Alles gethan, um Preußen die Lasten und Opfer eines Krieges zu ersparen, das weiß Mein Volk, das weiß
Gott, der die Herzen prüft. Bis zum letzten Augenblicke haͤbe Ich, in Gemeinschaft mit Frankreich, England und Ruß—
land, die Wege für eine gütliche Ausgleichung gesucht und offen gehalten. Oesterreich hat nicht gewollt, und andere deutsche
Staaten haben sich offen auf seine Seite gestellt. So sei es denn. Nicht Mein ist die Schuld, wenn Mein Volk schwe—
ren Kampf kämpfen und vielleicht harte Bedrängniß wird erdulden müssen: aber es ist uns keine Wahl mehr geblieben!
Wir müssen fechten um unsere Existenz, wir müssen in einen Kampf auf Leben und Tod gehen gegen diejenigen, die das
Preußen des großen Kurfürsten, des großen Friedrich, das Preußen, wie es aus den Freiheitskriegen hervorgegangen ist,
don der Stufé herabstoßen wollen, auf die seiner Fürsten Geist und Kraft, seines Volkes Tapferkeit, Hingebung und Ge—
sittung es emporgehoben haben.
Flehen wir den Allmächtigen, den Lenker der Geschicke der Völker, den Lenker der Schlachten an, daß Er unisere
Waffen segne!