Erscheint Dinstag, Donnerstag und
Sonnabend. Bestellungen find bei der
aächsten Poste Anstalt oder in der Ex⸗
vedition des Blattes zu machen.
Anzeigen portofrei einzureichen.
nsertionsGebühren für die Garmond⸗
zeile oder beren Raum s Pf.
JIV —— — Der Abonnements⸗Preis
— 6 — * 3 vetraͤgt pro Quartal inel. Stempelstenen
X 48 — —4 4 * und Traͤgerlohn für Saarbrücken und
—*5 ——— ——— St. Johann 12 Silbergroschen.
— — 4 — Fur die durch die Post bezogenen Exen
8 * vlare 16 Silberaroichen.
m *
den Kreis Saarbrücken.
M 74.
Donnerstag den 21. Juni
1866.
Amtliches.
wegen hoher Loos-Nummer stattgefunden hat. Es bleiben nur die—
jenigen Heerespflichtigen der gedachten Jahrgänge von der beabsich—
tigten wiederholten Vorstellung ausgeschlossen, welche seiner Zeit als
dauernd dienstunbrauchbar von aller fernern Dienstpflichtigkeit gänz
üch entbunden worden sind.
Saathruen,) den 14. Juni 1866.
Die Kreis-Ersatz- Commission des Kreises Saarbrücken:
Der Königliche Oberstlieutenant, Der Königl. Landrath,
v. Plachecli. v. Gärtner.
Bekanntmachung.
Um den, im Falle eines Krieges eintretenden Bedarf an Ersatz⸗
Mannschaften zu decken, ohne die ältern Jahrgänge der Landwehr
heranzuziehen, soll eine Musterung der Heerespflichtigen, welche in
den Jahren 1865 rückwärts bis 18587 von der Einstellung frei ge—
blieben sind, stattfinden, und zu diesem Behufe ein zweites Ersatzge⸗
chäft abgehalten werden.
Es ergeht daher an alle, in den Jahren 18343 bis einschließlich
1835 geborne Heerespflichtige, welche in den Jahren 1865 bis ein—
chließlich 1857
1. zur Armee⸗-Reserve,
2. zum Train, oder zum Dienste als Handwerker
3. zur Ersatz: Reserve
designirt worden, oder
4. disponibel geblieben sind
diermit die Aufforderung, sich bei den mit Führung der Stammrollen
heauftragten Behörden, d. h. den Bürgermeister-Aemtern binnen 14
Tagen zu melden. Diejenigen, welche diese Meldung unterlassen,
verden als unsichere Heerespflichtige behandelt werden. Zur Ver—
neidung von Mißverständnissen bemerken wir ausdrücklich, daß die
Zestellung vor die Ersatzbehörden nur zum Zweck der individuellen
Musterung zu erfolgen hat. Ad 3 bemerken wir, daß die Heran—
siehung stattfindet, gleichviel, ob die Designirung zur Ersatz-Reserve
vegen körperlicher Fehler oder wegen Familien-Verhältnissen, oder
Bekanntmachung.
Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitumstände soll dem Pub—
likum Gelegenheit gegeben werden, auch an den Sonntagen, wo
sonst der Annahme- und Ausgabe-Dienst bei den Post-Anstalten
zwischen 9 Uhr Vormittags und 5 Uhr Nachmittags geschlossen ist,
in der Zwischenzeit die angekommenen Feldpostbriefe in
Empfang zu nehmen.
Es sind demgemäß Einrichtungen getroffen worden, daß die
nach Saarbrücken, St. Johann und den nahe gelegenen Ort—
schaften adressirten Feldpostbriefe an den Sonntagen zwischen
12 und 1 Uhr Mittags an der Ausgabe-Stelle des hiesigen Vost-Amts
in Empfang genommen werden können.
Saarbrücken, den 9. Juni 1866.
Königl. Post-Amt.
Heine.
Die Biene und ihre Zucht.
(Schluß.)
b. Die Drohnen.
Die Drohnen sind die dicken, behaarten Bienen, welche in dem
Zommer in der Mittagszeit ein starkes, dröhnendes Gesumme hören
lassen, daher sie auch Drohnen heißen. In einem starken Stock be—
änden sich 1000 bis 13000 Drohnen, und sie sind die Männchen,
velche die Mutter befruchten. Vom Monat Mai ab werden sie all—
mählich erbrütet und im August werden sie alle, wenn der Stock ge
sund ist, getödtet. Die Drohnen sind 8/, Zoll lang, haben keinen
Stachel und brauchen zu ihrer Entwickelung 24-25 Tage. Leben
die Bienen in einem Stock bis in den Herbst friedlich mit den Droh—
nen zusammen, so ist das Volk mutter- oder weiserlos.
c. Die Arbeitsbienen.
Die Arbeitsbienen kennt Jeder; es sind die Bienen, welche alle
Arbeit verrichten, daher ihr Name; sind :/. Zoll lang. In ei—
iem starken Honigstocke sind 30 -50, 000, in einem schwachen 3510,000
ie tragen Honig, Blumenstaub, Wasser, Kitt und machen das Wachs
zen Kitt holen sie von harzigen Knospen und brauchen ihn zur Ver—
ttopfung der Ritzen; sie bauen die Waben und füttern die Brut. An
hren Gliedern haben sie fast alles mit einer Mutter gemein, sind
weiblichen Geschlechts, aber nicht so ausgebildet und daher unfrucht
har. Manchmal kommt es, daß in weiserlosen Stöcken bei der größ
jen Anstrengung sich eine Arbeitsbiene, die in einer etwas größe—
zen Zelle erbrütet und, nachdem sie besser gepflegt wird, zum Eier
egen aufwirft: aber aus den Eiern werden lauter Drohnen, gerad
so, als bei den güsten oder alten unfruchtbar gewordenen Müttern.
— Die Arbeitsbiene braucht zu ihrer völligen Entwickelung 21 Tage.
Gewöhnlich nach 3 Tagen kommt aus dem Ei, indem dasselbe der
Länge nach auseinander platzt, eine Made, welche sofort von den
Bienen Futter bekommt. Nach 53-6 Tagen wird es eine Puppe,
alsdann werden die Zellen mit einem Deckel verschlossen und bleiben
in diesem Zustande 11-5183 Tage. Die junge Biene durchbeißt den
Deckel, kommt als graues Bienchen zum Vorschein, ißt Honig, ver—
richtet einige Tage die Arbeit im Innern des Stockes (GBrutfuttern)
und geht dann auch außerhalb des Stockes an die Arbeit. In der
Brutzeit (Sommer) bemerkt man oft graue Bienchen, die aus dem
Stocke kommen, abfliegen und in allmählich größeren Kreisen um
den Stock fliegen. Das sind die jungen Bienen, die ihren ersten
Ausflug halten.
Der weise Schöpfer hat die Arbeitsbienen mit einem Stachel
oersehen, damit sie ihre Süßigkeit gegen jeden Räuber vertheidigen
können; sie haben an der Wurzel des Stachels ein Giftbläschen und
venn sie stechen, geht durch die Stechborsten, die sich im hohlen Sta—
chel befinden, ein Tröpfchen Gift (Ameisensäure) in die Wunde, was
große Schmerzen verursacht, besonders bei nervenschwachen Personen.
Sind die Bienen böse, so stechen sie durch Hosen und Handschuhe
und können durch viele Stiche Menschen und Thiere tödten.
Die Biene ist ein Bild des Fleißes und der Ordnung. Sobald
einige Minuten das Wetter schön ist, zieht sie ohne Aufhören in's
Feld; droht es mit Regen, so kommen alle nach Hause; sie eilen,
als ob ihnen Jemand sagte, daß es regnen werde; jede Unreinlich
teit und todte Bienen werden aus dem Stocke getragen, ihren Un