Landwirthschaftliche Krisis.
(Schluß.)
hilden die nördlichen und westlichen Departements Frankreichs in
Beziehung auf die Pferde noch einen auffallenden Contrast mit dem
Isten dar. Die ehemalige Normandie mit ihren reichen Weiden
zieht Pferde, welche häufig als Luxuspferde um sehr hohe Preise
verkauft werden, dabe⸗ aber ganz vortreffliche Ackerpferde sind. Wei—
ter nördlich findet man die Boulogner, die flandrischen Pferde und
die Percheron, ausgezeichnet für schwere Lastfuhrwerke und für die
Ackerarbeiten des schweren Bodens. In diesen genannten Gegenden
werden die Pferde sehx gut gehalten, und der Verkauf lohnt reichlich
die darauf verwendete Mühe und Sorgfalt. Nach allen Rich—
tungen unsern Betrieb zu verbessern, vervollkomm—
aen, das muß unser Feldgeschrei und unser Loosungs—
wort sein. Nehmen wir das Gute, wo wir es finden, lernen wir,
wo uns Beispiele und Belehrung geboten werden. Laßt uns pflü—
zen wie unser Pächter in M., Pferde züchten wie in der Norman—
die, in Flandern oder in den Ardennen; holen wir unsere Muster—
thiere zur Verbesserung der heimischen Rinder- und Schafracen bei
den Engländern. Lernen wir vor allen Dingen unsere Thiere
schätzen und pflegen, dann werden wir mit Muth und Ausdaue⸗
zuch die gegenwaͤrtig auf uns lastende Krisis siegreich überwinden!
(N. d. Ztschr. d. Idw. Ver. in Bayern.)
Man kann bei dem fraglichen Pächter lernen, wie man einen
inbändigen, schweren Boden durch entsprechende Bearbeitung zu hoher
Fruchtbarkeit bringt, man kann bei ihm sehen, was ein kräftiger
Schlag ausdauernder Arbeiter zu leisten vermag; allein was man be
hm nicht sehen soll, was man man ihm nicht nachahmen soll, das
st die Behandlung der Pferde. Das Pferd ist bei ihm nicht das
edle Thier, welches der Gefährte, nicht der Sclave seines Herrn
ein sollte, welches dem Menschen auf so vielerlei Art nützlich ist,
velches nach Umständen seine Gefahren und seine Freuden cheilt.
Das Pferd ist für diese arbeitsamen aber rohen Leute eine Maschine
ohne Gefühl und ohne Leben. Sie haben immer eine Menge ein
zugiger, blinder, magerer, durch das Geschirr wundgedrückter Pferde,
mit unbeschlagenen, zu Grund gerichteten Hufen; Niemand kümmert
sich darum, wenn nur die Arbeit gethan ist! Dabei pflügen sie mit
z Pferden an einem Pfluge täglich mehr als zwei Tagewerke (27/,
hreuß. Morgen). Könnten die armen Thiere schreien, wenn sie miß
jandelt werden, wie die Hunde, so würde man Mitleiden mit ihnen
jaben und würde sie vielleicht weniger unbarmherzig behandeln.
Voriges Jahr hat man in der Gegend, von welcher die Rede
—DD—
Pferde, die noch ganz tauglich zur Arbeit waren, wurden geschlachtet
Sin reicher Pächter, welcher 40 Pferde und Füllen hat, verkaufte
—DD
bdis Frühjahr durch zwei- und dreijährige Füllen ersetzen. In dem
Westrich, dem Theil der Pfalz, den ich bewohne (Rittershof), sieht
nan dergleichen nicht. Der Tentner Heu kostet zwar 3 fl., ‚allein
die Bauersleute füttern Kartoffeln, gelbe Rühen, Kleien, Roggen u
ogl., alle Pferde ssind gut genährt und ein Fuhrmann würde sich
mit Pferden, wie man sie bei den Landwirthen in Lothringen sieht,
nicht auf die Straße wagen dürfen.
Man darf jedoch nicht glauben, daß die Pferde in Lothringen
allgemein so gehalten werden, wie bei dem Pächter, von dem hier
die Rede ist; es gibt dort viele Landwirthe, welche stolz auf ein
chönes Gespann sind und ihre Pferde gut füttern und pflegen. Im
Ldaufe des Jahres 18685 sind Beschäler in der Normandie gekauft
und in Metz an die Züchter der östlichen Departements versteigert
worden. Die Steigpreise beliefen sich auf 2000 his 8000 Frs.
Es ist noch nicht lange her, daß man in den östsichen Depar—
tements Frankreichs eine kleine, verkommene Pferderace hielt, deren
tets 6 bis 8 an einem Pfluge arbeiteten. Seit 40 Jahren hat man
daselbst große Fortschritte in der Pferdezucht gemacht, allein trotzdem
Mastkühen die Milch zu vertreiben.
Um Milchkühen zum besseren Fettansatz die Milch zu vertreiben,
reicht es hin, wenn man sie rein ausmelkt und dann auf did Weide
»xingt. Nach Verlauf von etwa 8 Tagen, theils früher, theils spä—
er, wird man bemerken, daß das Euter anschwillt und nach und nach
mmer härter wird. Die Erfahrung lehrt uns am besten, wann der
Zeitpunkt gekommen ist, wo man die im Euter gekäsete Milch aus—
brippen muß. Wenn das Dicke heraus ist und die Milch wässerig
vird, muß man, aufhören. Wenn man dasselbe Verfahren nach 2,
höchstens 324 Tagen (die Geschwulst zeigt die passendste Zeit) wiederholt,
wird die Kuh, ohne irgend welche Nachtheile trocken werden. Auf
diese Weise wird man nie Knoten im Euter finden, geschweige denn
aufgebrochene Geschwüre. Es wird also auch die Kuh nie die Schmer—
zen emfinden, welche bei Anwendung vieler anderer Mittel, die zu
demselben Zwecke dienen sollen, erzeugt werden. Die Kühe fressen
ordentlich und magern nicht ab. (Schl. landw. Ztg.)
Bekanntmachung.
Am künftigen Dinstag den 19. d. M.,
Nachmittags 2 Uhr,
sollen im Hause des Gastwirths L. Martin!
hier die nicht genehmigten Maurerarbeiten zur
Dampfkessel-Anlage auf den Mellin-Schächten,
oeranschlagt zu 57 Thlr. 5 Sgr. 10Pfg. noch—
nals öffentlich verdungen werden.
Sulzbach, den 6. Juni 1866.
Der Schichtmeister,
Mertens
Wirthes Philipp Niedner: die Wiesen
Burbacher Bannes, und
III. Am Samstag den 16. Juni e., Nach⸗
mittags 2 Uhr, zu Saarbrücken bei Bier—
brauer Pfander: die Wiesen Saar—
brucher Bannes.
Saarbrücken, den 19. Mai 1866.
Die Bospital-⸗Verwaltungs-Commisston
Kohlen- und Kouks—
Werth-Tarife
Bekanntmachung.
Das Weißen und Tünchen der innern und
äußern Mauerflächen der Wohn- und Betriebs—
Gebäude der Königlichen Steinkohlengruber
stönig-Wellesweiler und Heinitz soll am
Grasversteigerung. Saeg ——— e,
Die dem Civilhospitale zu Saarhrücken geehei dem Resloureteur Herrn TBrudre da—
örigen Wiesen werden an den nachbenannten hier, und zwar
Aagen und Orten in diesjährigen Heu— in für die Grube König-Wellesweiler circa
Zrümmetgenuß versteigert, nämlich: Avi und
l. Am Mittwoch den 13. Juni e., Vor - „Heinitz ca. 928 Ruthen
mittags 9 Uhr, zu Fenne in der Woh- an den Wenigstnehmenden öffentlich in Ver
nung der Wirthin Wittwe Kläs: dir ding gegeben werden.
Wiesen Fürstenhauser Bannes; . Neunkirchen, den 28. Mai 1866.
Am nämlichen Tage, Nachmittags Der Königliche Schichtmeister
ühr, zu Bürbach in der Wohnung de— E. Posth.
— Bahn-Fracht und Kohlenpreis
enthaltend —
pon den Saargruben nach den diesseitigen
Stationen, sowie nach der Rheinischen-Nassaui
schen⸗Taunus⸗Hessischen Ludwigs-Main-Weser
Bahn und den Bayerischen Staats-Bahnen
ind mit der Königlichen Bergwerks-Direction
pom 1. Juni er. ab vereinbart und den
Brubenstatlionen zur Anwendung überwiesen
worden. J
Die eeee in Saarbrücken, Neun⸗
kirchen und Bingerbrück werden diese Tarife
zratis verabfolgen.
Saarbrücken, den 4. Juni 1866.
Konialiche Fisenhabn-Dixeckion.