3. Es ist bewiesen, daß das Klima einen bedeutenden Einfluß
auf jedes Thier hat; es ist deshalb wohl darauf zu sehen, inwieweit
die Eigenthümlichkeit des Landesklima von der verschieden ist, welche
in dem Stammlande des fremden Thieres herrscht; und ist dieser Un—
terschied, selbst bei der Behandlung der Nachkommen, immerhin zu be—
rücksichtigen und nach Möglichkeit auszugleichen, eben so gut, wie sol
hes bei der Ernährung unerläßlich ist.
ndas Thier, wenn sie es frei auf dem Glas oder in nächster Umge
bung an einem Gegenstand sitzen sehen, entweichen werde da es im
mer von selbst wieder in seinen Behälter, in dem es ihm wohl ist
zurückkehrt.
Elastische Ambosstöcke.
Ueber dieses von T. Ch. Wolff in Memmingen verfertigte
Werkzeug berichtet das Züricher Gew.-Bl. wie folgt: Das elastische
Material besteht in Kornstroh, welches in Zöpfe geflochten und che—
nisch präparirt wird, um ihm seine Sprödigkeit zu benehmen. Diese
Zöpfe sind spiralförmig gewunden, zu zwei Hohlcylindern verbunden
welche in einem ovalen Mantel von Eisenblech passend eingeschlossen
auf einer den Boden bildenden mäßig starken Holzplatte ruhen, wäh
zend eine zweite Holzplatte die zweifache Strohfütterung oben bedeckt
Der Blechmantel ist am unteren Holze befestigt, dem oberen Holze
dient er zu einer Führung, wenn durch die Schläge die elastische zu—
sammengedrückt wird. Die ganze Einrichtung ist sehr compendiös,
hei nur 60 Pfd. Gewicht höchst transportabel, überdies augenschein⸗
,ich solid und ist es wahrscheinlich, daß die Strohpolster sich Jahre
tang brauchbar und unverändert elastisch erhalten. Für die Arbeit
des Schmiedens aber sind solche elastische Stöcke enschieden vortheil⸗
zJaft und zwar ist der Grund im Wesentlichen darin zu suchen, daß
der Arbeiter keine Prellungen zu erleiden hat, weswegen er auch die
Schläge mit voller Kraft führen kann. Die Beseitigung der Prel—
ungen kommt zudem nicht minder auch den Werkzeugen zu gut. —
Wolf's elastische Strohfütterungen sind nebstdem auch noch für
manche andere Zwecke zu empfehlen, z. B. zu Prellstöcken der Schwanzund
Aufwerfhämmer, besonders auch zu Stöcken für Goldarbeiter,
Boldschläger, Spengler u. s. w., und zu Hackstöcken, welche in den
oberen Stockwerken verwendet werden können, ohne daß den Gebäu—
den durch Erschütterung Schaden zugefügt wird und die Bewohner
derselben erhebliche Belästigungen zu erleiden haben.
Die Intelligenz des Laubfrosches.
Von Gymnasiallehrer Dr. Glaser in Worms.
Die Naturgeschichte des Laubfrosches wird nicht selten mit Din—
gen ausgeschmückt, welche nichts weniger als begründet sind. Auf der
inderen Seite kann man bei solchen Thieren genannter Art, die man
ängere Zeit in Stuben gehalten hat, Bemerkungen machen, auf
velche die Lehrbücher nicht aufmerksam zu machen pflegen. Die In—
lelligenz des Laubfrosches ist z. B. keine geringe und mögen nach—
stehend in dieser Beziehung folgende Mittheilungen zum Beweis je—
ner Behauptung dienen. Der Herr Verf. besitzt über 3 Jahre einen
weiblichen Laubfrosch, den er nach herkömmlicher Weise in einem be
deckten Wasserglas mit Holzgestell unterhält und mit Stubenfliegen
and anderen Insecten nährt. Das Thierchen ist so zutraulich gewor—
den, daß es Fliegen aus der Hand schnappt oder von den Fidibus
weghascht, auf denen man ins Wasser gefallene, mattgeworde Fliegen
ihm entgegen hält. Es kennt deutlich die Absicht, wenn man sich
nähert, ihm ein Insect zu bringen, setzt sich in Positur verfolgt mit
unkelnden Augen die Bewegungen, die man macht. Bei gutem, war⸗
mem Wetter hebt es die Papierdecke ab oder steigt auch durch das
Futterloch, indem es dessen Ränder aufhebt, herauf ins Freie, um
Stunden lang auf dem Rande des Glases sitzend neugierig auf die
Amgebung zu schauen, wohl auch nach einer in der Nähe sich nieder⸗
jetzenden Fliege zu haschen oder bei Nacht förmliche Wanderungen
anzutreten. Während sich der Frosch im gewohnten Gefäß ohne
Scheu in die Hand nehmen läßt, pflegt er, sobald er seinen Weg ins
Freie angetreten hat, der nach ihm greifenden Hand sich gewandt zu
entziehen, als wüßte er, daß er sich auf verbotenen Wegen befindet,
don denen er sich aber seiner erwachten Neigung wegen nicht zurück
weisen lassen mag.
Eines Tages wurde Morgens früh bemerkt, daß der Frosch
wieder aus dem Glase entwichen war und derselbe nirgends in der
Stube gefunden, so daß man annahm, er habe sich während der
Racht unter der etwas abstehenden Stubenthür hinaus in's Freie ge—
choben und sei entkommen. Nichts destoweniger blieb das Glas auf
einem Platze, nämlich auf dem kalten Ofen stehen. Da bemerkte
am darauf folgenden Morgen eins der Kinder des Verfassers zum
iUlgemeinen Vergnügen, daß der Frosch wieder im Glase an seinem
Patze war. Bei näherer Betrachtung war das Thierchen hier und da
zeschwärzt und auch etwas geritzt, so daß man sehr bald merkte, wo
der Bursche den Tag und die Nacht zugebracht hatte; er hatte sich
nämlich auf das hohe, oben geknickte Ofenrohl hinaufbegeben, wohin
der Naturtrieb als auf eine im Freien gewöhnte Baumkrone ihn
ginaufnöthigte, und sich da während des Suchens den Blicken der
Familie entzogen. Aber er mußte sich auf der metallischen Unterlage
nicht geheuer befunden und in Ermangelung von Thau nach Waffer
zesehnt haben, da er den Rückzug angetreten und, auf der Ofenplatte
ein gewöhnliches Glas findend, sich durch das Papierloch in das
vohlthätige Element zurückgezogen hatte. Seitdem sah Verfasser das
Thier öfter sowohl aus dem Papierloch heraus, als wieder freiwillig
in dasselbe hineinsteigen und die Kinder hegen keine Besoraniß. daß
—-AMA— — — ꝰ ⸗
Vermischtes.
Hühnerbrütanstalten in Egypten. Seit Jahrtausenden
besteht in den Fellahdörfern das künstliche Ausbrüten der Hühner in
seiner primitivsten Gestalt; im Delta findet sich auf 5 Quadratmei⸗
len eine Centralanstalt. Der Ofen ist geformt aus von der Sonne
getrockneten Backsteinen der Nilerde und einigen Palmstämmen, nach
Art der einfachsten Oefen und ein quadratisch überwölbter Raum
mit 2 Etagen. Die Operation beginnt Mitte Januar damit, daß in
der unteren Etage Stroh aufgeschüttet und langsam glimmend ver—
brannt wird. In die erloschene Asche der untern Etage werden dann
126000 Eier gelegt, ein Fellah nimmt von der Außenwelt auf zwei
Monate Abschied und bleibt zur Aufsicht im Ofen, die Gemeinde ver—
abreicht ihm dafür die feinsten Speisen. Der eingeschlossene erhält⸗
dann Stroh in der oberen Etage fortwährend glimmend. Nach 17 Ta—
gen sind die Hühnchen lebensfähig. 6000 Eier ergeben 4000 Hühn—
chen. Die Operation geschieht im Ramadan (Februar)
Um Essiggurken gegen das Schimmeln zu sichern,
oll man in ein Säckchen etwas schwarzen Senf, etwa 2 Loth, geben
und dasselbe zu den Essiggurken legen, die dann frisch und von iedem
Schimmel befreit bleiben.
Dampfkesseln auf der Königl. Steinkoh
lengrube König-Wellesweiler
Die Lief drei Dampfkesseln fü sois —
D aerung von FDren Dampftesseln für“ 15. Juni 1866, Nachmittags 2 Uhr
ie Steinkohleugrube. König-Wellesweiler u auf der Shhichtmeniere vorstehend Jenanater
m Wege, der Submission derdungen werden, Grube abzugeben, woselbst die Eröffnung der
——
laden werden Cihre ferten in gersicgelten gind undenedieeemdeenten dehumat
und frankirten Schreiben mit der Aufschrift: Agebenen den ectegea ed
„Submission für Lieferung von drei. Der Zuschlag bleibt vorbehalten, und wird
aus den Concurrenten der Unternebmer be—
stimmt werden.
Die der Submission zu Grunde zu legenden
Bedingungen liegen auf hiesiger Schichtmei—
sterei zur Einsicht offen, auch können Abschrift
der Bedingungen, wie Copie der Zeichnundo
dezogen werden.
Neunkirchen, den 19. Mai 1866.
Der Oberschichtmeister
Fricke.