Durch die Ruhe unter dem Driesch, durch die Arbeit von Luft
uind Sonne, von Frost und Regen an der Brache, wurden die Stoffe
eren unsere Erndten bedürfen, wieder gar gemacht — zu Pflanzen⸗
nahrung gleichsam von Neuem gekocht, und die Nahrungsstoffe der
Bewächse fanden sich im Boden wieder vor, im Verhältniß, wie sie
tolche brauchten; und, so lange die Gewächse ihre Nahrungsstoffe in
iesem Verhältniß im Boden gar gekocht und in Wasser löslich wie
der fanden, so konnten deren Wurzeln sich solche nach Bedürfniß an—
eignen und unterlagen dann keiner Störung in ihrem Aufbau und
in ihrer Entwicklung, so mit auch keiner Krankheit!
Sowie aber ein Gewächs des einen oder andern zu seiner Nah—
rung nöthigen Stoffes entbehren oder ihn init einem weniger geeig
aeten ersetzen muß, weil jener sich im richtigen Maß im Boden ge—
öst nicht vorfindet, so wird dessen natürlicher Fortgang aufgehalten,
oder gestört, und hiermit auch geschwächt und für Krankheiten und
ür Schmarotzerpflanzen empfänglich gemacht oder ruft den Ungezie
erfraß herbei; denn es schützt ein Schöpfungsgesetz die Arr
hor Ausartung und Verschlechterung. Ausartung und Ver—
chlechterung entsteht aber jedesmal, wenn ein Gewächs das ihm ei—
genthümlich nöthige Verhältniß der ihm nöthigen Nahrungsstoffe nicht
horfindet und sich an deren Stelle mit weniger angemessenen Nah
rungsstoffen behelfen muß. Daher kommt es, daß der Boden eines
Gewächses müde und dessen eher müde wird, als ein andrer Boden;
daher kommt es auch, daß gewissen Gewöchsen ein Boden nicht so zu—
träglich ist, wie ein anderer. Und,. was von Menschen gilt, wenn
es heißt: n
venn zwei dasselbe thun, so ist es darum noch nicht dasselbe:
das gilt noch viel mehr vom Boden.
Oder wird ein Bauer auf Sandboden Weizen oder Steinklee bauen?
Weizen würde zwar auch auf dem Sandboden wachsen, aber wie auch
Zrnen? und werden diese Körner den Vergleich aushalten mit dem
Weizen, der auf Gauboden gewachsen ist, und wird das Brod davon
vben so gut und herzhaft sein? 3*1*
Auch Steinklee wir im Sandboden aufkommen; aber wird er,
in das Vieh verfüttert, soviel Milch und Butter abwerfen, wie der
Steinklee, der im Kalkboden gewachsen ist?
Und was ist hiervon die Ursache? Im Gauboden ist eben Alles,
dessen eine vollkommene Weizenerndte bedarf, vorhanden, ist genau in
dem Verhältniß vorhanden, wie es sich im Weizen widerfindet.
Dder Gauboden bedarf also zu seiner Belebung keines Hülfsdün—
zer; der gewöhnliche Stalldünger, wenn gut besorgt, und, von Zeit
zu Zeit, eine Brache zu seiner Reinigung, reichen hin, um den reichen
Vorrath dieses Bodens an Nahrungsstoffen fuͤr den Weizen, dielem
and dem Klee zugänglich zu machen.
Und warum paßt denn der Sandboden
und Klee?
Der Sandboden enthält bekanntlich wenig Bindemittel und fe
elt nicht, wie der an Bindemittel reiche Gau- und Thonboden, die
Nahrungsstoffe in der Ackerschicht, worin die Gewächse wurzeln.
Sämmtliche Nahrungsstoffe erdiger Natur können von den
Wurzeln der Gewächse nur durch Vermittelung von Wasser und ge—
löst in Wasser, aufgenommen werden; ein Boden, der kein Wasser
hält: wie soll der wässerige Lösungen an sich halten; wie soll er
diese sich einverleiben und für die Gewächse aufbewahreu können?
solche Lösungen werden ihm bald nach der Tiefe entgehen und auf
den langsam wachsenden Weizen nicht warten; dagegen weiß das viel
rascher wachsende Korn sich ihrer noch rechtzeitig zu bemächtigen.
Hieraus ergibt sich selbstredend, daß Sandæ und überhaupt durch⸗
assender Boden mehr für die rasch wachsenden Gewächse, bindiger
Boden für langsam wachsende und anhaltender Feuchtigkeit bedürf—
ige Gewächse zuträglich, also für Weizen, Klee. Dickrüben, Oel
gewächse.
Da Sandboden keine wässerige Lösungen lang an sich zu haltei
vermag, so enthält er überhaupt der erdigen Pflanzennahrungsstoffe,
daußer dem Kiesel, nur eine geringe Menge, und wird selbst darau
wenn er starke Düngungen mit Stallmist erhält, bald erschöpft. —
Schluß folat.
—
Vermischtes. D
ABösartige Bullen zu bändigen. Man nimmt eine Plaite
von Eisenblech, welche nach dem Vordertheile des Kopfes geformt ist.
Dieselbe wird obenzan beiden Seiten durch ringförmige Riemen, welche
im7 Ausschnitteßder Platte anfangen, an der Wurzel der Hörner be⸗
festigt.TAm untern Theile der Platte sind Gurte angebracht, welche
als Nasenriemen? dienen. , Etwadin der Mitte der Höhe der Platte
befinden sich an den entsprechende Stellen auf beiden Seiten Wölbun—
gen für die Augen 'des Thieres, welche unten eine Spalte haben,
durch die so viel Licht eindringt, daß sich der Bulle eben nur zurech?
nden, aber nicht schnell laufen kann.
J Maden in den Blumentöpfen zu vertreiben. Wenn
Zie Pflanzen kränkeln, so untersucht man die Erde und die Wurzeln,
indet man dann weiße Maden, so wird der Topf mit Schieß-ulver
oder Kohlenstaub bestreut und dann schwach begossen. Man wieder—
holt dieses Verfahren am zweiten und dritten Tage und begießt am
hierten den Topf so, daß die Oberfläche noch unter Wasser steht. Ist
der Untersatz voll Wasser, so stellt man den Topf in einen andern Un⸗
tersatz und gießt nochmals Wasser auf.
Bekanntmachung.
Der Kreis Saarbrücken hat
31 Wispel Roggen,
95 „Hafer,
313 Centner Heu,
31 Schock Stroh,
in das Königliche Magazin zu Saarlouis
und außerdem 36 Wispel Hafer in das
Königliche Magazin zu Coblenz für die mo—
bilen Truppen zu liefern, und zwar das
erste Drittel sofoͤrt, das zweite Drittel bis
zum 30. d. Mis. und leste Drittel bis zum
5. Juni c.
Diese Lieferung soll im Submissionswege
in den Wenigstfordernden verdungen wer—
den. Qualifizirte Unternehmer werden da—
her hiermit aufgefordert, ihre bezüglichen
zehörig versiegelten und mit der Aufschrift
Submission für die Lieferung der
Kriegsleistungen“
oersehenen Offerten, per Couvert des König⸗
lichen Landraths-Amtes bis spätestens zum
25. d. Mts., Vormittags 10 Uhr,
dortofrei hierher einzureichen, wo dieselben
in Beisein der etwa erschienenen Submit—
denten erbrochen und das Weitere wegen
afnitiver Vergebung angeordnet werden
wird.
Die Preise sind für jeden Gegenstand
hbesonders per Wispel, Centner resp. Schock
anzugeben.
Duͤe genannten Naturalien müssen in ma—
zazinmaͤßiger Güte, worüber die Königliche
Magazin Verwaltung zu erkennen bat. ge—
liefert werden.
Die Zahlung geschieht durch die Kreis⸗
Tommunal:Kasse des Kreises Saarbrücken
zegen Einreichung des Ablieferungsscheines.
Saarbrücken, den 19. Mai 1866.
Der Königliche Landrath,
v. Gärtner.
1Cigarrentasche, 2 Puff⸗Aermel, 1 schwarz
wollenes Tuch, 1 Paar Gummischuhe, —1seide⸗
ner Hut, 1 Kiste mit Büchern und Zeitschrif
ten, sowie unbrauchbare Inventarienstuͤcke, als:
Brief- und Packetwaagen, Landbriefträgerta
schen, Schwärz-Apparate, Kisten, Körbe ⁊c.
Trier, den 8. Mai 1866.
Der Ober-Post-Director
Meyer.
Bau⸗Verdingung.
Am künftigen Mittwoch den 23
d. Mts., Nachmittags 2 Uhr,
werden im Hause des Gastwirths L. Martin
dier nachstehend verzeichnete Bedürfnisse zum
Finmauern eines Dampftessels auf den Mel⸗
inschüchten der Grube Sulzbach⸗Altenwald
zffentlich verdungen werden: A
J. Maurerarbeiten, veranschlagt zu 57 5 10
2. Auflegen des Kessels, „ „ 50 — —
3. Lieserung von 10,000 Stück Badsteinen.
Nähere Auskunft ertheilen Bauwerkmeister
5m on zu Altenwald uͤnd der Unterzeichnete
Sulzbach, den 11. Mai 1866.
Der Schichtmeister.
Nerfenes«
Bekanntmachung.
Am Freitag den 25. d. Mts.
Vormittags 10 Uhr,
jollen auf dem hiesigen Posthofe circa b0 Etr
iltes Papier, in Partien von 8 bis 4 Crr.
jegen gleich baare Zahlung, sofern ein annehm
zares Gebot erfolgt, an den Meistbietende
»erkauft werden. Unmittelbar an diese Ver
teigerung sich anschließend, werden zum Ve⸗
Rute an'den Meisibietenden ausgesetzt: