don etwaigem Wechsel ihres Aufenthalts der Kreis-Ersatz-Commission so⸗
zleich Kenntniß zu geben.
M Diese Verpflichtung haben die Departements-Prüfungs-Commissionen auch
den von nun an geprüft werdenden Individuen bei Ertheilung des Berech
tigungsscheins denselben aufzuerlegen.
M Während des ersten Jahres ihrer Dienstzeit behalten die einjährigen Frei—
willigen auch bei den mobilen Truppen die ihnen bewilligten Abzeichen
Nach vollendetem Dienstjahr sind sie als zur Reserve, wie im Frieden, über⸗
getreten zu betrachten, womit die Verpflichtung der Selbstequipirung auf—
hört und sie die Abzeichen der einjährigen Freiwilligen ablegen. So lange
der Truppentheil mobil ist, kommen sie jedoch nicht zur Entlafsung.
Coblenz, den 3. Januar 1851.
Bekauntmachung.
Durch meine Bekanntmachung vom 18. Februar 1864 ist dem
Schornsteinfegermeister Wilhelnm Weißmüller zu Saarbrücken der
Landwirthschaftliches Casino im Köllerthale.
Heusweiler, den 6. Mai 1866.
Der in der letzten Versammlung gestellte Antrag „die Prämi—
rung von regelrecht angelegten Düngergruben“ wurde in Anbetracht
des geringen Kassenbestandes bis auf Weiteres vertagt.
Herr A. Jungmann leitete demnach die Discussion über die Ge—
meinde⸗Stierhaltung folgender Maßen ein:
M. H. Da in der vorigen Versammlung über die Rindviehzucht
verhandelt und dabei angedeutet wurde, daß die mangelhafte Zucht-—
tierhaltung der Haupt-Hemmschuh zur Hebung der Rindviehzucht sei,
so habe ich um das Wort gebeten, um die mir bekannten Mängel
dei der Gemeinde-Zuchtstierhaltung, so wie einige Vorschläge zur Ver—
hbesserung derselben mitzutheilen und ersuche Sie demnach auch Ihre
Ansichten darüber aussprechen zu wollen.
Unter die Mängel der Gemeinde-Zuchtstierhaltung muß ich zuerst
rechnen, daß im Allgemeinen zu wenig Zuchtstiere gehalten, resp. zu
oiele Kühe auf einen Stier gerechnet werden und dadurch viele Kühe
rrocken oder jüst bleiben.
2. In es ein großer Fehler, daß der Gemeinde-Stier nicht Ei—
zenthum der Gemeinde, sondern des Stierhalters ist. — Ist der
Stier Eigenthum des Stierhalters und es wird ihm auf denselben
ein annehmbarer Gewinn geboten, dann verkauft er ihn und gibt
als Grund irgend eine beliebige Ursache an. Die Gemeinde komm—
dann oft in die Lage, daß sie 8 oder 14 Tage gar keinen Stier be
itzt und müssen die Kühe dann in die Nachbar-Gemeinde geführ!
verden. Auf vieles Drängen wird dann aus der Noth eine Tugend
zemacht und der erste beste Stier angekauft; wenn derselbe auch, als
nicht dem Zweck entsprechend anerkannt wird, so heißt es doch: besser
den, als gar Keinen. Ist der Stier aber Eigenthum der Gemeinde,
dann hat nur eine Kommission von sachverständigen Männern zu
heschließen: dieser oder jener Stier ist aus diesen oder jenen Grün
den ab- oder anzuschaffen. Ist dieser Kommission dann auch die
Aufsicht über die Pflege und Wartung des Stieres übertragen, dann
vird beim Wechsel der Stiere die Gemeinde selten einen Verlust,
zäufig aber einen Gewinn haben.
3. Der Stier soll nicht, wie dieses häufig geschieht, an den We—
nigstfordernden, sondern an einen als tüchtig anerkannten Ackerer zur
Bflege übergeben werden.
1. Die Kosten der Gemeinde-Stierhaltung wären von der gan—
‚en Gemeinde, zum Theil nach dem Steuerfuße, zum Theil nach dem
Kubbestande umzulegen.
M. H. Mein Vorschlag geht nun dahin: den Herrn Bürger—
meister zu ersuchen, den Gemeinde-Rath der verschiedenen Gemeinden
zu veranlassen, den Gemeindestier nach meiner eben ausgesprochenen
Ansicht zu beschaffen und zu erhalten.
Rach einer lebhaften Debatte über diesen Gegenstand erklärte
hderr Bürgermeister Bölsch sich sehr gerne bereit, im Interesse einer
bessern Gemeinde-Stierhaltung alle die ihm zu diesem Zwecke zu Ge
bote stehenden Mittel aufzubieten, er bedauere nur, daß seine früheren
Benützungungen bei diesem speciellen Falle, an der Gleichaültigkeit
gerschiedener Gemeinderäthe gescheitert seien.
Zum dritten Gegenstande der heutigen Tages-Ordnung „die An—
tellung eines Thierarztes zu Heusweiler“ betreffend, übergehend,
wurde das Bedürfniß für eines solchen einstimmig anerkannt und
war in Ermäaung das das Gällerthal üher 6000 Stück Niehß he
aus der Stadtbürgermeisterei Saarbrücken, sowie den Bürger
meistereien Gersweiler und Malstadt
bestehende Kehrbezirk übertragen worden. Nachdem der Wilhelm
Weißmüller in Folge der Allerhöchst befohlenen Mobilmachung
der Armee als Soldat wieder eingetreten ist, habe ich für die Dauer
seiner Abwesenheit den vorbezeichneten Kehrbezirk bis auf Weiteres
dessen Vater, dem frühern Schornsteinfegermeister Ludwig Weiß—
mühler zu Saarbrücken übertragen, was hiermit zur öffentlichen
Kenntniß gebracht wird. edlewe
Saarbrücken, den 16. Mai 1866.
Der Königliche Landrath,
v. Gaärtner.
sitze, die meisten Eigenthümer davon nicht mehr an s. g. Pispereien
Sympathie ꝛc. ꝛc. glauben, und ihr Vieh lieber einem geprüften Thier⸗
arzte als einem sogenannten Viehdoktor, Hirten, Schmid oder gar
dem Schinder anvertrauen wollen; ferner daß von Heusweiler aus,
als dem Mittelpunkte des Köllerthals, der nächste Thierarzt nur in
drei Stunden zu erreichen und aus diesem Grunde schon manches
Thier verloren gegangen sei. Um nun einen Thierarzt zu bewegen,
sich in Heusweiler niederzulassen, wurde der Vorschlag gemacht, dem—
elben neben seiner Praxis, ein festes Gehalt von 200 Thlr. jährlich
zu bewilligen. Es entstand nun aber die richtige Frage, wie sind
diese 200 Thlr. zu beschaffen? Herr Bürgermeister Bölsch machte den
Vorschlag, daß, wenn nach seiner Berechnung, in den beiden Bürger—
meistereien Heusweiler u. Sellersbach auf den Thaler Grund- und
Klassen-Steuer nur 4 Pfennige Zuschlag bewilligt würden, der Be—
trag von 200 Thlr. hinreichend gedeckt sei. Diese Idee wurde allge—
mein freudig aufgenommen und der Herr Bürgermeister einstimmis
ersucht, bei erster Gelegenheit die Herren Bürgermeisterei-Räthe vor
Heusweiler u. Sellersbach zu veranlassen, diese 4 Pfg. Zuschlag z30
dem genannten Zwecke versuchsweise auf zwei Jahre zu bewilligen.
Zum Schluß wurde noch auf speciellen Wünsch, eine außerge
vöhnliche Versammlung auf den 21. d. bei Herr Groß in Reißweile—
angesetzt. R
Der Hülfsdünger in der Landwirthschaft.
Wenn der Bauer und sein Hausstaat Alles selbst verzehrte, wae
jein Boden erzeugt; wenn er das Vieh, das er zielt, alles selbst schlach
zete, oder den Nutzen, den es gibt, sämmtlich selbst verbrauchte, und
venn er alsdann alle Abfälle aus diesem Verzehr benutzte, um seinen
Dünger zu verbessern und sich weder vom Wasser noch von der Luf
davon etwas forttragen ließe; wenn er endlich die Haut der geschlach
zeten Thiere ebenfalls in seiner Wirthschaft zu verwenden wüßte, vom
Herber auch das Haar zurückbekäme und die abgetragenen Stiefeln zu
Dünger zu benutzen wüßte, die jetzt, von Händlern gesammelt, an
die Salmiakfabriken geliefert werden, und wenn er die Schinken zu
entfetten und zu Staub zu vermahlen wüßte, die seine Kinder jetz
für Spielzeug an die Knochensammler dahingegeben: dann würde der
Bauernhof-Dünger so kräftig und inhaltreich sein, daß darin dem
dand alle die Nahrungsstoffe wieder zurückgegeben würde, die ihm
nun in Gestalt von Erndten entnommen werden; und es bedürfte
keines weiteren Ersatzes — keines künstlich fabrizirten Hülfsdüngers
mehr; denn die Rinde unserer Erde ist so alt und mit den wieder
zu Erde gewordenen Leibern der Menschen, Thiere und Gewächsen se
durch und durchwirkt, daß darin eine unerschöpfliche Quelle stets er
neuerter Geschlechter zu finden sein müßte und daß Fehljahre undenk
bar wären, weil das Abgestorbhene dem Boden stets wieder einyer
teibt würde.
Nehmen wir den Boden eines amerikanischen Urwaldes: wie tiei
kräftig erzeigt er sich dem Ansiedler im — Anfang! Nehmen wir
einen Sumpfboden, der, wer weiß wie lang, den Pflug nicht zuge
lassen; was entwickelt er für einen Pflanzenwuchs, nachdem ihm das
Wasser abgezogen worden ist. Denken wir nur an die Zeit zurück
wo der Bauer nicht anders wußte, als daß das Land bisweilen driesc
zelegt oder unter der Brache ruhen blieb, um neue Kräfte zu sammeln
ind was wuchsen damals für gute Früchte? Hörte man damals nvar
Krankheiten der Anbaupflanzen mie heute?