Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

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den Kreis Saarbrücken.

3 60.

Sonnabend den 19. Ma.

1866

Amtliches.

Bekanntmachung,
die Verloosung der Staats-Anleihe aus dem Jahre

Bekauntmachung.
Die Ersatz⸗Truppentheile sämmtlicher Waffen werden hierdurch
ermächtigt, sowohl zu ein-, wie zu dreijähriger Dienstzeit Freiwillige,
bie ihre Qualification nach Maßgabe der bestehenden Bestimmungen
aachgewiesen haben, in unbeschränkter Zahl bereits jetzt einzustellen.
Das Königliche General-Kommando ersucht das Kriegs-Ministe
cium ergebenst, demgemäß das Erforderliche an die Ersatz-Truppen
heile sämmtlicher Waffen zu veranlassien.
Berlin, den 13. Mai 1866. J
Kriegs-Ministerium.
An sämmtliche Königliche General Kommandos
und das Königlich Preußische Gouvernement
des Herzogthums Schleswig.
Abschrift der vorstehenden Verfügung wird hierdurch zur allge
meinen Kenntniß gebracht. as
Berlin, den 13. Mai 1866.
Kriegs-Ministerium,
von Roon.

1848.
In No. 12 des diesjährigen Amtsblattes ist eine Bekanntmachung
der Koͤniglichen Haupt-Verwaltung der Staatsschulden vom 12. März
3. über die an diesem und dem vorhergehenden Tage stattgehabte
berloosung der Schuldverschreibungen der 41,, prozentigen Preuß.
Staats-Anleihe aus dem Jahre 1848 zur Kenntniß des Publikums
zebracht. Exemplare des Nummern-Verzeichnisses der ausgeloosten
Staatsschuldverschreibungen sind sowohl dem Amtsblatte beigefügt,
als auch in dem Kassenlocale unserer Haupt-Kasse und auf den Büreaux
der Landräthe, Bürgermeister, Steuer- und Gemeinde-Einnehmer und
Irs und Strafkassen-Rendanten zur Einsicht der Betheiligten aus—
zehängt.
Die Betheiligten werden hierauf mit der Aufforderung aufmerk—
am gemacht, zur Vermeidung von Zinsverlusten die Erhebung des
Tapitalbetrages der ausgeloosten Schuldverschreibungen rechtzeitig zu
bewirken.
Gleichzeitig werden die Inhaber der früher verloosten und bis
jetzt noch nicht realisirten Schuldverschreibungen der Anleihe, von
7348 2c. welche gleichfalls in der Eingangs gedachten Nummern-vListe
verzeichnet sind, erinnert, dieselben zur Vermeidung weiteren Zinsver—
lufles nunmehr ungesäumt bei unserer Haupt-Kasse zur Erhebung der
Kapitalbeträge zu präsentiren.
Trier, den 12. April 1866.
Königliche Regierung.
v. Gärtner.

III. 3650 X.)

Darlehns-Kassenvereine für's platte Land.
(Schluß.)
Der auf dem Lande so schwer lastende und verderblich wirkende
Viehhandel habe an Ausdehnung sehr verloren, seitdem die Klein—
ickerer bei der Kasse das nöthige baare Geld sich verschaffen könn
len, um besseres Vieh wohlfeiler da zu kaufen, wo es sich fände,
ohne den Viehhändlern in die Krallen zu fallen. Menschen der Sorte,
velche mit ihrem Gelde auf die Noth ihrer Mitmenschen spekuliren,
verde durch die Dazwischenkunft der Darlehnskasse nach und nach
»as Handwerk ganz gelegt. Wahrlich des Segens genug, um jeden
denkeuden Mann anzuspornen, seine volle Mitwirkung an das aller⸗
axtliche Zustandekommen solcher einfachen und nützlichen socialen
Finrichtungen daran zu setzen.
Kann es für einen tüchtigen Bürgermeister ein reizenderes und
vürdigeres Ziel seiner amtlichen Bestrebungen geben, als durch ge—
neinnutzige Schöpfungen dieser Art den Grundstein zur künftigen
Wohlfahrt seiner Gemeinde zu legen! Landw. Vereine und landw.
Tasinos kommen erst zur vollen Wirksamkeit, wenn sie zu dem guten
Rathe, den sie geben, auch die Mittel zur sofortigen Ausführung
—R Darlehnskassen bereit stellen. Was hilft
ꝛs ihnen, fort und fort zu predigen, durch Anwendung von Drainage
der von Hülfsdünger setzt Ihr euren Acker in den Stand, ein Drittel
mehr an Ertrag zu liefern und die daran gethane Arbeit also weit
zesser zu lohnen, wenn die Kleinackerer immer antworten müssen,
wir haben kein Geld und keinen Credit dazu? Schießt die Darlehns—
fasse das Geld dazu vor, so werden diese kleinen, so zahlreich bei
uns vertretenen Leute der großen Vortheile endlich auch theilhaftig,
velche durch gut angelegte Meliorationen und den Zukauf des feh
lenden Mineraldüngers mit so großer Sicherheit zu erzielen sind,
und zahlen den gewährten Vorschuß aus den verstärkten Ernten mit
Zeichtigkeit zurück. Der Armuth wird es immer weniger im Dorfe

„werden, und des Bewußtseins der Zusammengehörigkeit aller Klassen
immer mehr, je mehr die Arbeitsamkeit und der Ertrag der Arbeit
durch Zusammenstehen und gegenseitige Hülfe steigt. Zum Steigen
bringen die landw. Vereine den Ertrag der Arbeit aber mit Sicher—
heit, wenn sie zu landw. Meliorationen nicht blos den Rath geben,
fondern auch die Mittel darbieten, und nun durch jederzeitige Be—
reitstellung beider zu zahlreichen Bodenverbesserungen mit Erfolg an—
spornen! Darlehnskassenvereine sind ein nothwendiges Glied im
Organismus der landw. Vereine geworden und müssen darum wie
das Casino und die Fortbildungsschnle von allen Lokal-Abtheilungen
ernstlichst augestrebt werden.
Drei der bezeichneten Vereine arbeiten auf dem Westerwalde.
Der Westerwald ist ein Landstrich, welcher seinen Gesammtverhältnissen
 nach der Eifel an die Seite gestellt werden kann. Von der
Fifel weiß aber jedermann, daß sie zu den ungünstigsten Distrikten
zanz Deutschlands gehört, allerdings mit einer redlichen, arbeitsamen
und äußerst frugalen Bevölkerung. Und auch diese Eigenschaft hat
der Westerwald mit ihr gemein.
Wenn nun auf dem Wesserwalde die Errichtung von Darlehns—
kassenvereinen so vortrefflich glückte, wenn sie hier möglich und leicht
ausführbar war, wer wollte es dann noch wagen zu behaupten, daß
sie nicht allerwärts in der Rheinprovinz ausführbar sei.
Wir richten darum an Alle, die es angeht, namentlich an die
landw. Vereine und Casinos und an die Herren Pfarrer, Bürger—
meister und Ortsvorsteher die inständigste Bitte, sich ohne allen Ver⸗
zug mit dem Eingangs benannten Schriftchen von Raiffeisen bekannt
zu machen und nicht eher zu ruhen, als bis jeder Pfarr- oder Bür—
germeisterei-Bezirk eine Darlehnskasse nach dem Vorbilde des Wester
waldes seiner Landbevölkerung dienstbar gemacht hat.
Dem Schriflchen sind alle Modelle zu den vorkommenden Ver
trägen, Kassenbüchern. Kassenrevisionen, Rechnunasstellungen, Kassen—
            
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