n so futterarmen Jahren wie die letztverflossenen, wo die Leute die
zeit nicht erwarten können und die Kartoffeln noch halb unreif aus
hrem Entwicklungs-Prozesse heraus reißen. Möge diese Mittheilung
Leranlassung zu weiteren Beobachtungen in dieser Richtung und ein
leiner Beitrag zur Lösung der schon vielbesprochenen, aber noch nicht
udgültig entschiedenen Frage über die Kartoffelkrankheit sein.“
Mit Ausnahme des Legens der Samen-Kaͤrtoffel genau in Tiefe
von zwei Zoll hätten also die heutigen Erörterungen in den früheren
stichts geändert; wohl aber sind sie durch das Hinzugekommene er⸗
zänzt worden. Im Folgenden wiederhole ich noch einmal die schon
jervorgehobenen, sich aus dem Vorangehenden bis jetzt für
zen Landwirth ergebenden Grundsähe, wobei ich die Rei—
henfolge wähle, wie sie das Pflanzenleben bedingt:
Man sorge zunächst für die der Kartoffelpflanze nothwendigen
stährmittel: neben einer halben, oder im zweiten Jahre nach einer
janzen Mistdüngung, Phosphorsäure und Kalk enthaltende Dünge⸗
mittel.
Man nehme nur die vollkommensten Knollen ungeschnitten zu
Samen. I
Um vollkommene Samen-Kartoffeln zu erhaͤlten, beraube man die
flanze nicht des Laubes vor vollkommener Reife der Knollen, nehme
ziese nicht aus der Erde, bevor solcher Grad der Reife eingetreten ist,
»ewahre die Samenknollen trocken bei einer Temperatur auf, welche,
»hne den Gefrierpunkt zu erreichen, sich doch demselben hinlänglich
rähert, um die Belebung der Knospenaugen auszuschließen.
So lange der Kartoffelpilz mit seinen Verheerungen droht, sind
Samen-Kartoffeln mit derber und dicker Schale anderen vorzuziehen
Man lege die Samen-Kartoffel nicht wesentlich tiefer als 2 Zoll;
in Stelle des Anhäufelns, namentlich bei Boden von geringer Bin
zigkeit, ist flaches Hacken anzuwenden, und wo angehäufelt wird —
ei es wegen der Bindigkeit des Bodens oder wegen des Pilzes —
muß es in solcher Weise erfolgen, daß die feinen Haarwurzeln mög—
lichst geschont werden. Tiefe Vorkultur ist hierbei förderlich. Kr.
hatte, forderte so enorme Summen für die seltene Waffe, daß aus
dem Handel nie etwas wurde. Endlich schien der rechte Käufer ge—
'ommen zu sein, ein Diamantenhändler aus Amsterdam bot für den
Säbel 8000 Thlr., wofür er ihm auch überlassen wurde. In Wien
war das Kunstwerk bisher noch nicht bekannt und in der Voraussetz—
ung, daß dort der rechte Platz, um ein Geschäft damit zu machen,
vanderte der Säbel nun dorthin. Ein ungarischer Magnat verliebte
iich nun wirklich darin und kaufte die Waffe endlich für den Preis
pon 150,000 Gulden. Wer nun glaubt, daß der Amsterdamer stauf⸗
nann damit einen den wahren Werth des Säbels bedeutend über—
teigenden Preis erhalten, irrt aber sehr. Neuere Schätzungen haben
in Verbindung mit dem entdeckten historischen Werth dieses türkischen
Zäbels eine halbe Million Thlr. als nicht für zu viel dafür bestimmt,
was um so merkwürdiger, als man erst in der Gegenwart diese Ent—
deckung gemacht hat. Es gilt nämlich jetzt als ausgemacht, daß König
darl XII. von dem Groß-Sultan als Andenken in Bender diesen
Säbel geschenkt erhalten hat, welcher später als Beute in die Hände
eines Franzosen gefallen, der den Werth nicht kennend, auf die vor—
erwähnte Weise ihn später verpfändete und nicht wieder einlöste. —
So wird uns mitaetheilt, wir können indeß die Wahrheit nicht ver—
bürgen. C.⸗Bl.)
Vermischtes.
Nehmet euch der Vögel an!
Die kleinen lieben Frühlingsboten, die Vögel, haben ihren Be—
uch bei uns bereits angemeldet, und ist solcher in nächster Zeit im—
mer mehr zu erwarten. — Nehmen wir sie gebührend auf und heißen
vir sie freundlich willkommen. Zunächst geschieht dies, indem wir
nach Möglichkeit Gelegenheit nehmen, besonders die Kinder durch
freundliche Ermahnungen und Belehrungen, erforderlichenfalls aber
auch durch ernstliche Zurechtweisungen dahin zu bestimmen, von der
eidigen Verfolgung dieser unserer kleinen Wohlthäter, und nament—
lich von der Zerstörung ihrer Nester und Beraubung der Brut abzu—
tehen. — Sodann ist dringend zu empfehlen, daß wir die Ansiede—
ung der kleinen lieben Gäste in unserer Nähe und namentlich in
insern Gärten zum Schutze unseres Obstes und unseres Gemüses,
vestens dadürch zu fördern suchen, daß wir ihnen die Gelegenheit zum
Nisten, die bei dem Mangel reichlich vorhandener hohler Bäume lange
uicht hinreichend geboten ist, durch Anbringung sogenannter „Nistkäst—
hen“ geben. — Wohlan denn! Laßt uns nach diesen beiden Richtungen
hin thätig sein; der Dank und Lohn wird nicht ausbleiben
Geschichte eines Säbels.
Bei dem Leihhausbesitzer einer ehemahligen freien deutschen
steichsstadt war während des Befreiungskrieges von einem franz. Offi—
ier für die Summe von 100 Thlr. ein türkischer Säbel versetzt, aber
nicht wieder eingelöst worden. Nach dem Tode des Pfandleihers
vurde der vorhandene Lagerbestand neu inventarisirt und dabei auch
zer gedachte, fchon vergessene Säbel einer näheren Prüfung unterzo—
gen. Es stellte sich dabei heraus, daß die Waffe in Bezug auf die
iusgezeichnete Arbeit ein wahres Kunstwerk und abgesehen von der
tarken Vergoldung und seinen Steinen dennoch weit mehr werth sein
nüsse, als man dachte. Ein in demselben Hause wohnender Kauf.
nann, der Liebhaber alter Waffen war, bot 800 Thlr., für welchen
Preis ihm der Säbel auch überlassen wurde. Mehrere Jahrzehende
ecgingen, ohne daß der neue Eigenthümer seinen Schatz zum Ver—
auf anbot, nur seine nächsten Bekannten wußten überhaupt von sei—
ier Erwerbung. Ein gelegentlicher Besuch von einem Freunde aus
damburg spielte den Säbel für den Preis von 1500 Thlr. in dessen
dände. Beide Theile glaubten nebenbei ein vorzügliches Geschäft
zemacht zu haben. Wieder vergingen Jahre; der Kaufmann, welcher
nzwischen die Steine an dem Säbel für ungeschliffene Diamanten
»rkannt und perschiedene Reisen zum Aweck des Verkaufs gemacht
Die Herstellung guter Gartenwege in Gärten. Man
mischt ungelöschten Kalk, welcher zwischen 2 Schichten Räumasche von
Zink- oder anderen Metall-Hochöfen gelegt wird, unter einander. Der
dalk beträgt 1 Theil, die Asche, oder in deren Ermangelung gestampfte
Ziegeln, 3 Theile. Die Schichten werden mit Wasser begossen, um
SZährung zu bewirken. Hierauf wird die Masse gehörig umgestochen
und nach Bedürfniß Asche beigefügt. Der damit zu belegende Gang
vird tüchtig angegossen und dann die Masse 4 bis 6 Zoll hoch auf⸗
zetragen, nochmals begossen und festgestampft. Ein solcher Gang
bleibt stets trocken und frei von Gras, auch erträat die Masse Hitze
ind Kälte.
—
Bekanntmachung.
Am Freitag den 25. d. Mts.,
Vormittags 10 Uhr,
verden auf dem hiesigen Posthofe zwei hier
isponible, in noch brauchbarem Zustande be⸗
indliche Post. Courswagen, und zwar No. 1305
ssitzig, und No. II. 252 6sitzig, öffentlich und
neistbietend versteigert werden.
Trier, den 3. Mai 1866.
Der Ober-Post-Director,
Mever.
Bekanntmachung.
Die Hebeliste der Gemeinde-Einkommen
teuer der Gemeinde Fürstenhausen pro 1866
iegt während 14 Tagen bei dem Gemeinde
Einnehmer Herrn Jung hierselbst zur Einsich
der Steuerpflichtigen offen.
Völklingen, den 9. Mai 1866.
Der Bürgermeister,
Küͤhlwein.
No. V der Königl. Steinkohlengrube König—
Wellesweiler, veranschlagt im Ganzen zu 403
Thlr., werden
am Donnerstag den 24. Mai e.
Nachmittags 2 Uhr,
zuf der Amtsstube des Unterzeichneten, wo
ibst der Kostenanschlag offen liegt, öffentlick
sem Mindestfordernden vergeben werden.
Neunkirchen, den 9. Mai 1866.
Der Oberschichtmeister
Fricke.
Bekanntmachung.
Die Lieferungen und Leistungen zur Erbau
ung eines Kesselhauses beim Wilhelmschach