Da der Werth der Borsten hauptsächlich in der Elasticität und
Länge derselben besteht, so werden die Kammborsten als die längsten
und am meisten elastischen vor allem gesucht und am theuersten be
zahlt, weil man sie am mannigfachsten verarbeitet. Durch das Brühen
aber verlieren die Borsten an Elasticität und werden deshalb zu
manchen gewerblichen Zwecken, z. B. für den Schuhmacher, unbrauchbar
Um ungebrühte Borsten zu erhalten, werden sie den Schweinen
gleich nach dem Schlachten ausgezogen was um deswillen schwierig
ist, weil die meisten Schweine zu einer Zeit geschlachtet werden, wo
die Borsten unreif sind und recht fest sitzen. Lebenden Schweinen
unreife Borsten auszureißen, ist Thierquälerei und kommt erfreu
licherweise nur selten vor.
Das Schwein wirft seine Borsten alljährlich und zwar Mitte
Juni ab, oder es haart sich. In dieser Zeit hat die Borste die
größte Länge und Elasticität, nach obigem den meisten gewerblichen
Werth, und ist deshalb den Thieren, die ein Jahr und älter sind,
ohne Verzug abzunehmen, was ganz ohne Schwierigkeiten sich be—
werkstelligen läßt.
Es ist der Winterpelz den Thieren in der warmen Jahreszeit
lästig, was ihnen das Krauen und Schaben auf der Haut angenehm
macht, weshalb sie das Ausraufen der reifen Borsten, welches ihnen
keinen Schmerz verursacht, gerne geschehen lassen. Werden die Bor—
sten nicht abgerauft oder abgekämmt in der Härung, so verliert das
Schwein solche von selbst, indem es sich dieselben an harten Gegen—
ständen abreibt, in Folge dessen man die Schweine im Sommer öfter
fast ganz nackt findet. Solche reife Borsten des deutschen Schweines
stehen den Russischen gewiß nicht nach, und auch der Kenner wird
fie oft für Russische halten. Der Gewinn, der durch das Sammeln
reifer Borsten von der Schweinezucht erzielt wird, ist für den einzel⸗
nen Besitzer zwar ein geringer, aber, wie schon erwähnt, für die Ge—
sammtheit von Bedeutung.
Vermischtes.
Ende, den 18. März. Bei dem hiesigen Pfarrer Herrn W.
vurden mir heute die ersten diesjährigen neuen Kartoffeln gezeigt,
velche auf folgender Art während des Winters im Garten gezogen
varen. Im September v. J. wurden die alten, überjährigen Kar—
'offeln auf die gewöhnliche Art gesetzt und wurden bald grin. Beim
Fintritt des Frostes wurde das Kraut abgeschnitten und die Kartof—
feln mit Dünger gut gedeckt. Die Entwickelung ging unter der Decke
ungestört fort und die Ernte gab ein sehr gutes Resultat. Die Kar—
toffeln kommen in Quantität und Qualität denen im Sommer gleich
und man hat die Freude, im März oder April schon neue Kartoffeln
zu haben.
Berlhin, den 18. März. Das Ministerium für die landw. An—
gelegenheiten widmet der künstlichen Fischzucht andauernd ein lebhaf—
tes Interesse; es ist eine Reihe von Versuchen angeordnet worden,
aach deren Ausfall weiter vorgegangen werden soll. Es ist nament—
lich die gewässerreiche Provinz Pommern dabei in das Auge gefaßt
vorden. In der Nähe von Berlin wird demnächst auf Anregung
eines landwirthschaftlichen Vereins mit der Gründung einer Acker—
»auschule vorgegangen werden, in welcher Knaben von 14 bis 16
Jahren theoretisch und praktisch die Ausbildung in der Landwirth—
schaft und zwar in zweijährigem Cursus erhalten sollen. Es ist dies
ein Versuch, von dessen Ausfall möglicher Weise ein näheres Heran—
treten der Regierung an derartige Anstalt abhängen dürfte. In Süd—
deutschland, namentlich in Würtemberg, haben sich die Ackerbauschu—
ien bis jetzt sehr gut bewährt.
Die praktische und billigste Jauche pumpe bleibt jedenfalls
der einfache Schöpfbrunnen mit einem Eimer. Der Wagen mit dem
Jauchefaß fährt gegen den Brunnen; der Schöpfer steht auf einem
angebrachten Gerüst und gießt den Eimer in eine Rinne, die an der
Stelle, wo man die Jauche eingießt, einen trichterartigen Einguß
hat; alle andere Jauchepumpen leiden mehr oder weniger daran, daß
sie sich leicht verstopfen oder zu wenig schaffen.
Wirkung der Salzdüngung auf Wiesen.
Da schon mehrfach, insbesondere von England aus, mitgetheilt
wurde, daß die Anwendung des Salzes zur Düngung von Wiesen
—
zur Verminderung des Mooses angewendet worden sei, veranlaßten
wir den Herr Jul. Springer in Richthal, eines solchen Versuch an⸗
zustellen. Derselbe schreibt uns nun, daß er im November 1863 ei⸗
ner armen und stark bemoosten Wiese Salz im Werthe von 40/ Thlr.
überwiesen habe. Er habe nun im folgenden Jahre den Heuertrag ge—
wogen und verglichen mit dem Ertrage des daran stoßenden Theiles
derselben Wiesen.
Als Resultat habe sich ergeben, daß die angewendeten 41/,. Thlr.
einen bedeutenden Mehrertrag zur Folge gehabt hätten und auch das
Moos größtentheils verschwunden sei. (Frauend. Bl.)
(GGarten-Inschrift.) Der Banquier R. in L. besaß einen
Garten voll der schönsten Blumen, zu welchem einem Jeden der Zu—
tritt gestattet war. Damit man aber nichts abpflücken möchte, las
man über der Gartenthür folgende Inschrift:
„Tausend Augen habe Du,
Aber keine Hand dazu.“ —
2 mit entsprechender Aufschrift versehen, späte—
Krum- und Pirhmarktenn
J 18. Maise., Vormittags 10 Uhr,
zu Ludweiler. — — wo — um
diese Zeit in Gegenwart der etwa erschienenen
d. Dinstag den 8. Mai 1866 und de en —— werden.
b. Dinstag den 18. September Kohlwaage bei Saarbrücken, den 22. Avri
Ludweiler, den 28. April 1866. 666 ..:
Der Bürgermeister, Königl. Bergfactorei.
Weber.
daß bis dahin die näheren Bedingungen jeder—
zzeit eingesehen werden können.
Saarbrücken, den 28. April 1866.
Der Königliche Eisenbahn-Baumeister,
L. Wilde.
—B
Fieferung von Werkzeug-Maschinen.
Die Lieferung von Werkzeug-Maschinen für
die Gruben Sulzbach-Altenwald und Friedrichs—
chal-Quierschied bei Saarbrücken, soll im Sub—
nissionswege vergeben werden. Die Beding—
ungen sind gegen Erstattung der Copialien
von hier zu beziehen. Die Eröffnung der mit
der Bezeichnung:
„Suͤbmission auf Werkzeug-Maschineu“
eingegangenen, versiegelten und portofreien
Offerten findet
J Mittwoch den 16. Mai er.,
Vormittags 10 Uhr,
auf dem Büreau der unterzeichneten Amtstelle
statt.
Sulzbach bei Saarbrücken, den 23. April
—166.
Königl. Berg-Inspeetion. V
79
Bekanntmachung.
Die Erneuerung des Oelanstrichs an der
Gebäuden, Barrièren, Geländern der diessei
igen Strecke soll im Wege der öffentlichen
Zubmission in einzelnen Loosen an den Min
destfordernden verdungen werden.
Indem ich qualifizirte Unternehmer zur Ab
zabe ihrer Offerten einlade, bemerke ich, daß
die Eröffnung der versiegelt, portofrei und
mit gehöriger Aufschrift einzureichenden Sub
nissionen
Am Samstag den 12. Maie.
Vormittags 10 Uhr,
shier auf meinem Büreau stattfinden wird, und
Bekanntmachung.
Die Anlieferung von
36 Stück Wachtmäntel
für die Königl. Steinkohlengruben bei Saar
brücken im Jahre 1866 soll ĩm Wege der Sub—
mission vergeben werden.
Die Lieferungs-Bedingungen, auf welche in
den Offerten ausdrücklich Bezug zu nehmen ist
liegen bei unterzeichneter Stelle zur Einsich
offen, können auch gegen Erstattung der Co
oialien abschriftlich bezogen werden.
Die Offerten sind versiegelt, frankirt und