zier Beschäftigenden, weil daraus ersichtlich ist, wie Prof. de Bary
iner Degeneration der Kartoffel durch mangelhafte Cultur zwar
icht widerspricht, sie auch möglicherweise den Verlauf der Krankheit
u fördern für geeignet erachtet, die nächste Ursache dieser aber im
Schmarotzerpilze findet, während v. Liebig und dessen Anhänger
zie mangelhafte Kultur in erste, den Pilz in letzte Reihe stellen. Der
dandwirth ist offenbar genöthigt, diese beiden Auffassungen im Auge
ind vorläufig für gleichwerthig zu halten, was sie für die Wissen—
chaft allerdings nicht sein können, welche sich vielmehr für die eine
oder andere zu entscheiden haben wird. Diese Entscheidung mit der
dand im Schooße abzuwarten, würde für den Landwirth aber zu
sostspielig sein; er wuͤrde sie dafür später um so öfter in die Tasche
stecken müssen. Ihm dieses, so viel wir es vermögen, zu ersparen,
ist aber eben unsere Aufgabe und deshalb wollen wir den Weg su—
hen, auf welchem der Landwirth unter solchen Verhältnissen das Er
wünschte, nach unserer Auffassung, am wahrscheinlichsten erreichen
dürfte.“
Es folgen nun die, unsern Lesern bekannten Ansichten des Prof
de Bary, aus denen wir nur den Schluß, des besseren Zusammen
hanges wegen, hier wiedergeben:
„Aus dem Mitgetheilten erklärt es sich leicht, wie der krankheit—
erzeugende Schmarotzer sich innerhalb eines Sommers und Herbstes
von einer Pflanze aus über das Kraut ganzer Felder und Fluren
verbreitet und von letzerem aus zu den Knollen gelangt. Es fragt
sich nun aber, wie kommen seine ersten Anfänge im Sommer oder
Frühjahr auf das Kraut einer Kartoffelpflanze? Durch Sporangien
oder Sporen des vorhergehenden Jahres, an welche zuerst gedacht
werden wird, kann dieses nicht geschehen, denn es ist bestimmt nach—
zewiesen, daß diese den Winter nicht lebendig überdauern. Andere
Pflanzenarten, etwa Unkräuter, dienen der Peronospora infestans
niemals, oder doch nur in seltenen, nicht in Betracht kommenden
Ausnahmsfällen zum Wohnort, der Pilz kann also von diesen aus
nicht auf die Kartoffelpflanze übertragen werden. Es hat sich viel
nehr herausgestellt, daß der Pilz in den erkrankten Knollen über
wintert. Sein Mycelium bleibt in denselben lebendig, so lange nich:
Fäulniß eintritt, bei mäßig erkrankten, nicht zu feucht gehaltenen
Knollen den ganzen Winter über und bis in den folgenden Sommer
Mäßig erkrankte Knollen treiben im Frühjahr, gleich gesunden, Laub—
sprosse über den Boden, und in diese sendet das in der Knolle über—
winterte Mycelium Aeste, die sich rasch weiter verzweigen und Frucht
rräger entwickeln. Hiermit hebt die Verbreitung des Parasiten über
das Kraut, von deren Beschreibung oben ausgegangen wurde, von
Neuem an. Ein einziger von einem kranken Knollen ausgehender
daubtrieb ist hinreichend, um dem ganzen Acker die Krankheit allmä
lig mitzutheilen; und daß unter größeren Mengen von Saatkartoffeln
einzelne leicht erkrankte, der Peronospora enthaltende sind, läßt sich
gegenwärtig, wo der Pilz eine ganz allgemeine Verbreitung besitzt,
kaum vermeiden.
„Zahlreiche im Großen gemachte Erfahrungen lassen darüber kei⸗
—D
Zrade gefördert werden durch Feuchtigkeit der Luft und des Bodens,
und daß Trockenheit den Ausbruch der Krankheit verhindern oder die
bereits ausgebrochene zum Stillstand bringen kann. Mit den oben
dargestellten Ansichten stehen diese Erfahrungen keineswegs, wie wohl
hbehauptet wurde, im Widerspruch, sie finden vielmehr durch jene ihre
einfache Erklärung. Es wurde schon gesagt, wie für die Entwickelung
und Keimung der Sporen, für das Hineinkommen der Sporangien
in den Boden eine gewisse Menge von Wasser unbedingt nothwendig
ist. Ferner sieht man leicht, wenn man einen vom Pilze bereits okku—
pirten Theil der lebenden Kartoffelpflanze abwechselnd trocken hält
und in sehr feuchte Luft bringt, daß Wachsthum und Sporangienbil-—RD
finden, je feuchter die Umgebung. Bei großer Trockenheit der umge
benden Luft hört das Wachsthum des Pilzes und der schwarzen Flecke
ganz auf, um in feuchter Luft sofort wieder zu beginnen. Die Erklä—
rung jener Erfahrungen ergibt sich hieraus von selbst.
„Man hat öfters gefunden, daß von verschiedenen Kartoffelsorten
die einen mehr, die andern weniger von der Krankheit befallen wer—
den. Es herrschen zwar hierüber im einzelnen mancherlei Zweifel
und Widersprüche; läßt man diese aber ganz außer Acht nimmt die
Angaben einfach für richtig an, so sind auch sie aus den obigen Ver—
uchsresultaten einfach zu erklären. Wo eine Sorte in sofern weniger
zeschädigt wird, als ihre Knollen weniger erkranken wie bei andern,
wird die Ursache hiervon in größerer Derbheit und Dicke der Schale
und darin zu suchen sein, daß die Knollen tiefer unter der Boden—
oberfläche entstehen. Wo der Unterschied sich auch auf das Kraut
erstreckt, ist eine solche, so zu sagen mechanische Erklärung zur Zeit
nicht möglich. Man weiß aber, daß die Péronospora infestans nur
in die Kartoffelpflanze und wenige ihrer ausländischen Verwandten
eindingt und sich daselst entwickelt, während sie andere Arten Unkräu—
ter ꝛc. verschmäht; Aehnliches kennt man von allen untersuchten
Schmarotzerpilzen. Es ist hieraus zu schließen, daß der Bau und
die Zusammensetzung der Kartoffelpflanze gewisse der Ernährung der
Peronospora förderliche Eigenschaften zeigt, welche anderen Pflanzen—
arten abgehen, und diese Eigenschaften dürften bei den verschiedenen
Sorten in ähnlicher Art gradweise verschieden sein wie Wuchs, Ge—
stalt der Knollen, Farbe, Blüthezeit ꝛc.
(Fortsetzung folgt.)
Erfolg einer Knochenmehl-Düngung.
In der Versammlung des landw. Vereins Steigna erstattete der
Oberamtmann Herr Siegel-Freiburg einen Bericht über einen ver—
gleichenden Versuch mit einer Knochenmehl-Düngung auf Gerste.
Derselbe düngte im Frühjahre 1864 von 8 Morgen gleichen Bodens
4 Morgen mit zusammen 7/, Ctr. aufgeschlossenen Knochenmehls,
ieß die anderen 4 Morgen ungedüngt und besäete das Ganze mit
Gerste, welche auf dem gedüngten Stücke zugleich mit dem Knochen—
mehl eingeeggt wurde.
Schon beim Aufgehen zeigte die Gerste des gedüngten Stückes
eine üppigere Vegetation und behielt dieselbe auch bis zur Reife bei.
Auf den mit Knochenmehl gedüngten 4 Morgen wurden geerntet:
pro Morgen 183,, Scheffel Körner à 1u. Thlr. — 23 Thlr. 13 Sgr.
und 11. Schock Stroh à 2 Thlr. — 8 Thlr. Der Gesammt-Geld—
ertrag belief sich mithin auf 26 Thlr. 18 Sgr.
Auf den ohne Dünger gebliebenen 4 Morgen betrug die Ernte:
pro Morgen 126/ Scheffel Körner à 1u, Thlr. 15 Thlr. 18 Sgr.
9 Pfg. und 1 Schock Stroh à 2 Thlr. — 2 Thlr. Mithin betrug
der Gesammt-Geldertrag 17 Thlr. 18 Sgr. 9 Pf. Es wurden also
pro Morgen für 8 Thlr. 24 Sgr. 3 Pf. auf dem gedünaten Stücke
mehr als auf dem andern gewonnen.
Die Kosten für die Düngung betrugen nebst Arbeitslohn 5 Thlr.
16 Sgre9 Pf. Es blieben mithin als Mehrertrag pro Morgen 4
Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. (Landw. Repvue.)
Vermischtes.
Nahrung unserer Fledermäuse. Herr Jäckel hat schon
im verflossenen Jahre im „Zool. Garten“ das Resultat zweijähriger
Erfahrungen über die Speisekarte der gemeinen Fledermaus mitge—
heilt. Seitdem hat er mit Sammlung der Speiseüberreste fortge—
fahren, welche die bezeichnete Fledermaus auf dem Estrich des mitt⸗
leren Stockwerkes des Kirchthurms zu Sommersdorf vom 7. Mai
bis 11. August zurückgelassen hat; es ergab sich, daß sie von 38
Arten Insekten verschiedener Ordnungen stammen und ließen sich die
Ueberreste von 147 Schmetterlingen, 4 Käfern, einem Kaukerf und
inem Zweiflügler ermitteln. Es ergibt sich hieraus wiederum recht
deutlich, wie ungerechtfertigt die Verfolgung und unnöthige Tödtung
der Fledermäuse ist.
— — —
Käse, ranzigwerden zu verhüten. Man setzt auf je 8
Quart der Milch, welche Abends gemolken wird und am folgenden
Tage in Käse umgewandelt werden soll, 1 Eßlöffel Kochsalz. Das
Salz wird auf den Boden den Milchgefäßes gestreut.