Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

inz rein auszumelken; denn nich—
nicht zur Benutzung kommt, son.
er Milchabsonderung. Nach 38-4
in dem Kalbe nicht mehr genügen;
von laulichem Wasser mit Kleien,
en Kartoffeln; am besten aber eine
was Milch vermischt. Als trocken
chon etwas feinen Grummet vor.
Kälber durch das Tränken zu er
asselbe von der Mutter gar nicht
leich davon wegnimmt und mit der
ner tränkt. Das Kalb lernt eben
a man ihm nur den mit Milch be
inn beides zusammen in die Milch

Es fragt sich nun aber, welche Gründe sprechen für das „Saugen“
und welche für das „Tränken“?
M. H. Dieses sind gerade die Fragen, die ich heute zur allge
meinen Discussion gestellt sehen möchte! Meine Ansicht geht dahin
1. Daß das Saugen zwar naturgemäß, das Tränken unnatür-⸗
lich ist. Dagegen sind aber unsere Kühe nicht mehr im uatürlichen
Zustande: in diesem haben sie die Milch blos zur Ernährung der
Kälber; wir wollen diesen aber die Milch nur die kürzeste Zeit lassen
und den Ueberschuß für unsere eigene Nahrung benutzen.
2. Sagt man, die Kuh könne nicht so rein ausgemelkt werden,
als das Kalb sie aussauge.
Dagegen holt eine gute Melkerin den letzten Tropfen Milch
reiner aus dem Euter und allen vier Strichen dessekben, als das
Kalb es gewöhnlich thut. Dieses saugt nur dann, wenn es durstig,
oder geht spielend dabei und läßt die dickere, fettere Milch, welche
immer zuletzt aus dem Euter kommt, zurück und wird gerade hier
durch die größere Milchabsonderung gehemmt.
Nun aber spricht noch für das Tränken, daß die Kälber richtig
auf ihrem Stande bleiben und durch das Hin- und Herführen nicht
beschädigt und die Mutter nicht beunruhigt wird. Ferner gedeiht
die in immer gleichen Portionen den Kälbern nach ihrem Alter zu—
zetheilte Milch besser, als wenn sie bald viel, bald wenig Milch ab
saugen. Dann lehrt die Erfahrung, daß bei den gehörig getränkten
Kälbern weit seltener der Durchfall, an dem manches Kalb zu Grunde
geht, eintrifft, als bei den Saugekälbern. Der Hauptgrund für das
Tränken ist aber, daß sich die Kälber leichter und allmählich zur
schlechten Milch und an andere Nahrung gewöhnen. Daher erfolgt
bei den Tränkkälbern nicht das beträchtliche Abfallen, was man all—
gemein bei den Saugkälbern bemerkt.
Ich ersuche Sie nun m. H. auch Ihre Ansichten für oder gegen
das Saugenlassen der Kälber auszusprechen.
Dieser Gegenstand wurde nun auf das Lebhafteste und unter
allgemeiner Betheiligung discutirt und wurden für das „Tränken“
der Kälber eklatante Beispiele angeführt.
Demnach wurden auf die Tagesordnung für die nächste Ver—
sammlung, welche am 6. Mai in Heusweiler stattfindet, folgende
Gegenstände gesetzt:
1. Abstimmung über die Prämirung der Düngergruben.
2 Vortrag über die Gemeinde-Stierhaltung durch Herrn A
Jungmann zu Heusweiler.
Ueber die Anstellung eines Thierarztes zu Heusweiler durch
Herrn Schampel zu Neumühle.
Zum Schluß sei hier noch bemerkt, daß der Gesellschaft die Ehre
wurde, von mehreren Herren auswärtiger Kreise besucht zu werden
und sich wieder fünf neue Mitglieder anmeldeten. B.

3

Regeln für die Kartoffel⸗Cultur,
zusammengestellt
auf Grund der neueren Forschungen, Beobachtungen
und Erfahrungen.
(Fortsetzung.)
„Dieselben, vorerwähnten, Untersuchungen des Dr. Nobbe, so—
vie die Anderer (z. B. die des Prof. F. Krocker über den Stärke

zjehalt der vorjährigen Kartofsel während der Vegetationszeit, mitge—
theilt im „Schlesischen Landwirth“) haben ergeben, daß die junge
Pflanze während der Keimungsperiode (oder „Säuglingsperiode“ sagt
Dr. Nobbe ganz bezeichnend) die mütterlichen Reservestoffe wirklich
aufbraucht, woraus von selbst folgt, daß
nur die in jeder Hinsicht vollkommensten Kartof—
feln, und zwar in ihrer unzerstörten Vollkommen—
heit, d. h. unzerschnitten, als Samenkartoffeln
Verwendung finden sollten.
„Auf dieses Erforderniß ward erst kürzlich unter Mittheilungen
über Paterson's Kartoffeln in Nr. 8 des Intelligenz-Blattes hinge—
wiesen. Offenbar ist kein Grund für die Annahme vorhanden,
daß man gerade bei der Kultur der Kartoffel ungestraft jene
Grundsätze vernachlässigen dürfe, welche bei der Kultur ande—
Pflanzen als leitende unbezweifelt angesehen werden; daß zu
diesem die Erzielung und Auswahl des vollkommensten Samens,
sowie der Wechsel desselben gehören, wird schwerlich irgend Jemand
hbestreiten; Hallet's Stammbaum-Weizen, der Kampiner- und Horrens⸗
Correns-Roggens u. s. w. sind die Resultate solcher Kulturen, welche
in neuester Zeit Paterson mit nicht minderem Erfolge auf die Kar—
toffel angewendet hat.
„Unzweifelhaft sind diese Gesichtspunkte bei Auswahl des Sa—
mens nicht neu; ihre Analogie mit den Grundsätzen der Thierzucht
liegen auf der Hand; aber sie sind nicht immer, oder vielmehr nicht
oft genug, am seltensten aber bei der Kultur der Kartoffel, beobach—
tet worden. Die sogenannte „Mittelkartoffel“ wird noch in den neue—
sten Aufforderungen zu Kartoffel-Anbauversuchen, wenn auch nicht
im Allgemeinen als Normalsaatqut empfohlen, so doch zu den Ver—
uchen gewünscht.
„Neuer und erst die Folge der de Bary'schen Forschungen rück—
iichtlich der Peronospora infestans — weil die Beschaffenheit der Schale
nicht ohne Einfluß auf die Empfänglichkeit der Krankheit zu sein, d
h. eine derbere Schale der weiteren Entwickelung des Mycelium's un⸗
zünstig zu sein scheint — ist die Anempfehlung
Kartoffeln mit derber und dicker Schale zu Samen
zu wählen.
„Wenn Prof. de Bary, und nach ihm auch Andere, gleichzeitig
das tiefe Legen der Saatkartoffel, oder doch die Herbeiführung
relativ tiefer Lage derselben im Wege der Bearbeitung empfohlen,
so mag dies in Rücksicht der erschwerten Aufnahme des Mycelium's
wohl richtig sein; allein es widerspricht dies andererseits, nach den
neuesten Beobachtungen, dem natürlichen Verlaufe des Kartoffelwachs—
thumes, dessen fortgesetzte Nichtbeachtung offenbar eine Degeneration
der so behandelten Pflanze herbeiführen muß, wie wir dies Eingangs
ja bereits erörterten. Wäre dieser Widerspruch nicht zu lösen, so würde
die Frage entstehen:
Was ist der Wiederherstellung oder Gewinnung einer vollkomme⸗
nen Kartoffel widersprechender oder hinderlicher, eine Lage ihres Sa—
mens, welche die Entwickelung des Mycelium's hindert oder doch er—
schwert, gleichzeigtig aber nach und nach zur Degeneration führt, oder
eine solche, welche die Entwickelung des Mycelium's zwar begünstigt,
aber in jeder anderen Beziehung der naturgemäßen Entwicklung der
Pflanze angemessen ist und deshalb sie zur Vervollkommnung zu brin—
gen und in derselben zu erhalten im Stande ist?
„Wir machen gleich hier kein Hehl daraus, daß im Falle des
„endweder“ — „oder“, wir uns unbedenklich für die letztere, der
spartanischen Erziehungsweise anschließende, Alternative entscheiden
vürden. Zunächst aber, nachdem wir die Grundsätze der Düngung,
der Aufbewahrung und der Wahl des Samens, ohne fürchten zu
müssen, dabei wesentlichen Bedenken zu begegnen, besprochen haben,
während wir bei Behandlung der Pflanze selbst auf Bedenken stießen
— wollen wir noch Einiges aus einer kürzlich in den „Ergänzungs
blättern (Bnd. 1. Hft. 9)“ zur Veröffentlichung gekommenen Abhand⸗
lung des Prof. de Bary wiedergeben, in welcher er selbst die Re⸗
sultate seiner auf die Kartoffelkrankheit bezüglichen Beobachtungen
kurz zusammengefaßt hat. Zwar wird einem großen Theile unserer
Leser dadurch voraussichtlich nichts Neues geboten; ein anderer Theil
aber findet darin vielleicht ein willkommenes Orientirungsmittel, auch
schien das Folgende uns gewissermaßen gebotene Ergänzung des uns
            
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